Stimmen


Mit zitternden Händen zündete sich Marie noch eine Zigarette an. Wut durchströmte sie wie ein wilder Sturm und sie hatte sich noch nie so alleine gefühlt in ihrem Leben. "Das kann nicht sein. Das kann einfach nicht sein..", sie versuchte sich zu beruhigen, indem sie langsam diesen Satz wiederholte. "Noch ein Drink?", die Stimme der Kellnerin brachte sie zurück in die grausame Realität. Sie bestellte einen weiteren Whiskey, doppelt, kein Eis. Was zur Hölle..ihr Leben war bereits am Abgrund, was sollte also ein weiterer Drink bewirken. Es war nur ein paar Stunden vorher, als die tragische Tragödie passierte, für die sie nur sich selbst verantwortlich machen konnte. Nun saß sie an der Hotelbar, ganz alleine mitten in der Nacht, niemand außer der Kellnerin und der Nachtschicht war dort. Sie war in einem teuren Hotel in Brüssel. Sie war dort um für Roxette's neues Album Werbung zu machen, das nur Tage zuvor erschienen war.

Diese Promotionstour war erst ein paar Tage alt und schon war ein Desaster daraus geworden. Unterwegs waren Per, Marie Dimberg, Pelle, Clarence, Christoffer und sie selbst. Sie hattem ein paar TV-Shows geplant und wollten in sieben Tagen wieder zurück in Stockholm sein. Noch etwas Promotion in Brüssel, dann Holland, dann Deutschland und dann nach Hause. Früher am Abend hatten sie einen TV-Auftritt in einer belgischen Show. Alles war schief gelaufen. Der Sound fiel aus, Marie bewegte ihre Lippen zu eisiger Stille. Teile der Dekoration fielen hinter ihnen runter. Per zeigte keine Reaktion auf Maries Darstellung, auf Grund des Streits, der schon in der Garderobe begonnen hatte…und das Schlimmste von allem: es war eine Live-Show. Zurück in der Garderobe, fing Per wieder den Streit an, den sie zuvor bereits hatten, vor der Band und Marie Dimberg. "Man, das war der reinste Müll. Belgien, komm und sieh zu, wie Roxette sich blamiert. Mrs. Fredriksson's Gedanken sind auf einem anderen Planeten, meine Damen und Herren!"

Sie verweigerte jegliche Antwort zu seinen dummen Kommentaren. Sie hatte sich darauf gefreut, wieder mit Per unterwegs zu sein. Zusammen am letzten Album zu arbeiten, hatte ihre Freundschaft wirklich gefestigt, aber irgendwie hatten sie sich nun wieder verloren. Sie hatte etwas in Per gespürt, schon seit einer Weile. Es war, als wollte er an sie rankommen, als versuchte er ihr näher zu sein als nur ein Freund. Das Dumme war, dass sie genau das jetzt gebrauchen konnte. Ihre Ehe mit Micke langweilte sie zu Tode. Sie liebte ihn wirklich und sie hatten die besten Zeiten zusammen, aber trotzdem..ihr fehlte etwas. Es gab einfach keine Spannung mehr zwischen ihnen. Auch im Bett war es Marie langweilig; sie dachte nie, dass das passieren könnte. Als sie sich bei dem Gedanken ertappte, auf Per's Andeutungen einzugehen, erschreckte sie sich. Könnte das bedeuten, dass ihre Ehe bald zu Ende sein würde? Diese Gedanken hielten sie wach und sie hatte beschlossen, Per damit zu konfrontieren. Sie erzählte ihm, was sie dachte und was sie in ihm gespürt hatte. Er wollte es nicht zugeben und wurde verrückt, als sie ihn damit nicht in Ruhe ließ. Er sagte, dass er absolut nicht den Gedanken hatte, sie zu verführen, seine eigene Frau wäre mehr als ge nug. Er war wütend, weil er fühlte, dass sie ihn als Grund brauchte, um ihre Ehe zu beenden. Die Ehe beenden..wenn sie daran dachte, fiel es ihr schwer, die Tränen zurückzuhalten.

In der Garderobe, nach Per's sarkastischen Kommentaren über ihren Auftritt, versuchten die Jungs, Per zu beruhigen. Er war aufgeheizt und nichts konnte ihn stoppen. Er ging zum Auto, ohne sich umzuziehen, ignorierte die Fans, schaute sie nicht einmal und sagte während der ganzen Fahrt zum Hotel keinen Ton. Marie's Wut wurde größer und größer und als sie am Hotel waren, explodierte sie förmlich. "Ok Gessle, du und ich werden uns jetzt unterhalten. Alleine", flüsterte sie ihm zu, als sie in die Lobby kamen. Sie zwang ihn in ihre Suite und setzte ihn auf die Couch, beugte sich über ihn, als wäre er ihr Sohn. "Nun. Diese Situation ist ermüdend. Ich werde dich jetzt etwas fragen und ich will eine ehrliche Antwort. Hast du versucht, mich zu verführen oder nicht?"

Er konnte in ihren Augen sehen, dass sie es ernst meinte und frustriert war. Auch er konnte stur sein und sagte: "Nein. Ich weiß nicht, wie du auf so eine Idee kommst. Vielleicht weil du dich wie eine Diva aufführst…", weiter kam er nicht. "Ok, das ist alles, du kannst gehen." Er saß dort, den Mund offen, starrte sie an. Sie lief durch den Raum, begann damit, sich auszuziehen. "Aber du hast gesagt, wir sollen reden. Du wolltest eine ehrlich Antwort, du hast sie bekommen!" Sie sagte nichts, was ihn wieder wütend machte. "Was zur Hölle ist los, Marie? Du siehst Gespenster, weil du deine Probleme mit Micke nicht wahrhaben willst und jetzt ist es plötzlich meine Schuld"? Sie ging ins Badezimmer. Nach ein paar Minuten hörte das Wasser rauschen und beschloss zu gehen. Die schlimme Wahrheit war, dass Per in der Tat Interesse an Marie hatte. Sie war ihm die nächste Frau neben Åsa. Er wusste es nicht, aber er hatte das gleiche Problem wie Marie: auch er war gelangweilt in seiner Ehe, das Feuer war einfach raus und er wusste nicht, wie er es wieder entzünden konnte. Er ging in sein Zimmer, um eine Weile darüber nachzudenken. Dann ging er zu Marie Dimberg. "Können wir reden?" Er erzählte ihr die Geschichte, ehrlich, ohne irgendein Detail auszulassen. Dimman war natürlich geschockt. Nachdem sie alles beredet hatten, nahm sie an, dass Marie die gleichen Probleme mit Micke hatte. "Das ist keine günstige Situation, Per. Ich denke, wir müssen etwas unternehmen. Vielleicht sollten du und Marie etwas Zeit getrennt verbringen und einen Urlaub mit euren Partnern verbringen. Oder wollt ihr so weiter machen und Roxette beenden?!" Das war es ihrer Meinung nach, worauf es im Endeffekt hinauslief.

Entschlossen, eine Lösung zu finden und mit Dimman's Wörtern im Kopf ging er wieder zu Marie. Als er an die Tür klopfte, kam keine Antwort. Er wartete, klopfte nochmal, Nichts. Die Tür war nicht verschlossen, also ging er hinein. Er fand Marie weinend auf dem Bett, sie trug einen Bademantel des Hotels. "Oh nein, Marie, was ist los?", er ging zu ihrem Bett und setzte sich neben sie. Sie versteckte ihr Gesicht unter einem Kissen und zitterte stark. "Nichts. Geh," schrie sie. "Ich bin gekommen, um zu reden", sagte er sanft. Keine Antwort, nur noch mehr Seufzer. Er begann, über ihr frischgewaschenes Haar zu streichen, es war immer noch etwas feucht. Er fühlte sich, als hätte er schon Stunden dort gesessen, als sie sich endlich aufsetzte und ihn ansah. "Es..es tut mir leid..ich weiß einfach nicht…", war alles, was sie sagen konnte, bevor sie in seine offenen Arme sank und beide seufzten. "Ich werde immer für dich da sein, Marie, das weißt du doch, oder?" Er spürte, wie sie nickte. Sie sah auf zu ihm. Er schaute in ihre schönen braunen Augen, die nun so traurig aussahen. Er musste einen Seufzer ausstoßen. Sie war so schön, ein Engel..bevor er wusste, was er tat, beugte er sich vor und küsste sie auf die Stirn. Sie schloss ihre Augen und begann, tief ein- und auszuatmen, um aufzuhören zu zittern. Per küsste ihre Stirn nochmals, ließ diesmal seinen Kopf dort. Sein Herz, begann schneller zu schlagen, als er sie direkt unter ihr linkes Auge küsste. Langsam ging er hinunter und erreichte ihre Lippen. Ihr Mund war leicht geöffnet, sie wartete nur darauf..er stoppte seine rasenden Gedanken, schloss seine Augen und küsste sie. Es war ein heißer, hungriger Kuss. Marie japste nach Luft, als seine Lippen ihre verließen. Sie öffnete ihre Augen und wollte etwas sagen, irgendwas, aber sie hatte keine Chance.

Sein Kopf näherte sich ihrem schon wieder und ein heißer Mund bedeckte ihren. Sie fühlte, wie seine Zunge in ihren Mund glitt und ihre suchte. Per spielte mit seiner Zunge in ihrem Mund. Er begann, schneller zu atmen und konnte nur noch daran denken, wie gut sie sich in seinen Armen anfühlte. Er konnte ihre warme Haut durch ihren dünnen Bademantel spüren. Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und schaffte es irgendwie, auf seinen Schoß zu klettern. Sie beendete den Kuss und küsste nun sein Ohr und sein biss zart an seinem Ohrläppchen. Er stöhnte unfreiwillig, als sie mit ihrer Zunge an seinem Ohr spielte…sie drückte ihre Hüften gegen sein und fühlte, wie seine Begierde in der engen schwarzen Jeans, die er trug, wuchs. In diesem Moment öffnete sich die Tür. Marie Dimberg kam herein und blieb erschrocken stehen. "Oh", rief sie, als sie Per und Marie auf dem Bett sah. Sie ließen sofort voneinander ab. Marie rollte auf das Bett und Per stand auf, aber es war zu spät. Dimman hatte bereits genug gesehen.

Sie war zu geschockt, um zu reden und verließ den Raum, die Tür noch offen stehend. Per und Marie schauten sich an, ihnen wurde nun klar, was sie getan hatten. "Oder willst du so weiter machen und Roxette beenden?", dieser Satz von MD hallte Millionen Mal in Pers Gehirn wie ein Echo. "Oh nein", sagte er laut. "Was? Was?", sagte Marie. "Das ist das Ende Marie, wir müssen hier und jetzt aufhören", sagte er emotional. "Ich kann so nicht weitermachen, ich kann es nicht ertragen, dir so nahe zu sein und..und..oh nein." Er flüchtete aus dem Zimmer und ran im Flur nahezu in Marie Dimberg. Sie stoppte ihn und war extrem wütend. "Was zur Hölle, denkt ihr, habt ihr da gemacht? Meine Güte Per, ich dachte, ich war deutlich." Er konnte nicht sprechen und starrte auf seine Schuhe. "Ihr zwei im Bett, das ist das Ende von Roxette. Ich habe das schon vor vielen vielen Jahren gesagt und dieser Meinung bin ich immer noch. Und was machen wir jetzt, Per? Hm?" Sie schrie fast und Per versuchte, sie zu beruhigen. Sie war nicht zu stoppen, rannte in Marie's Suite und gab auch ihr noch einen mit. "Und was ist mit dir? Was hast du gedacht, Marie? Wir werden uns einfach scheiden lassen, dann heiraten und dann auf ewig glücklich zusammen leben?" Sie ließ Marie nicht zu Wort kommen. "Dachtet ihr überhaupt noch etwas oder sind eure Gehirne einfach aus dem Fenster geflogen? Roxette endet hier Marie, nimm mich beim Wort, hier ist es zu Ende. Dies macht keinen Spaß mehr." Per stand im Flur und überhörte Dimmans Worte.

Er wollte zu ihr gehen und ihr sagen, dass sie überreagierte…aber in seinem Herzen wusste er, dass sie recht hatte. Schnell ging er in seine Suite, er wollte vermeiden, ihr noch einmal zu begegnen. Marie saß auf ihrem Bett, wieder allein. Dimman war mit einem lauten Türknallen abgerauscht. Marie spürte schon wieder die Tränen, aber sie hatte keine Lust mehr, zu Weinen. Sie ging ins Bad und ließ etwas kaltes Wasser über ihr Gesicht laufen. Sie zog sich an und erschreckte sich, als es an der Tür klopfte. "Wer ist dort?", fragte sie, sie hatte Angst, was als Nächstes passieren würde. Clarence gab sich zu erkennen. "Kann ich reinkommen?" Marie seufzte und ließ ihn rein. "So, wirst du mir nun endlich sagen, was hier eigentlich los ist?", begann er sanft, aber sie wusste von seinem ganzen Auftreten, dass er sich nicht wohl fühlte. Er war sauer. Sie nickte und dann gingen sie zur Hotelbar, um einen Drink zu nehmen. Sie beschloss, ehrlich zu ihm zu sein und erzählte ihm die wichtigsten Teile der Geschichte. Natürlich erzählte sie ihm nicht, wie verrückt Pers Küsse sie gemacht hatten, wie sehr sie wollte, dass er all das mit ihr machte, was er wollte, die ganze Nacht hindurch. Marie begann, betrunken zu werden und Clarence versuchte nicht weiter, die Diskussion aufrechtzuerhalten. Also ließ er sie an der Bar, wie sie über ihr Leben nachdachte und alle Leute hasste, die gegen sie waren. Marie stand auf, um die Bar zu verlassen. Sie hatte genug Whiskey und genug vom Tag. Und sie freute sich auf den nächsten…als sie sich vom Barhocker erhob, fiel sie fast hin. Jetzt war sie definitiv sicher, dass sie genug hatte. Unsicher auf den Füßen ging sie zum Aufzug. Irgendwie schaffte sie es, sich ins Bett zu legen.

Marie sah sich, wie sie den dunklen Flur des Hotels entlang ging. In ihren Händen hielt sie eine brennende Kerze. Sie trug ein langes weißes Nachthemd aus Seide und sonst nichts. Ihr Herz schlug schnell und das war alles, was sie hörte. Sie klopfte an eine Tür und sie ging von selbst auf. Sie betrat das Schlafzimmer, das in einem Meer von dutzenden brennenden Kerzen ertrank. Sie entspannte sich und sah hinab. "Per?", flüsterte sie leise seinen Namen. Plötzlich war er mit ihr im Zimmer. "Ich wusste, du würdest kommen", sagte er und lächelte. Er trug nur seine sexy enge schwarze Jeans. Er ging zu ihr herüber und nahm ihr Gesicht in seine Hände. Er beugte sich vor, um sie zu küssen. Bevor seine Lippen ihre berühren konnten, stoppte sie ihn, legte zwei Finger auf seinen Mund. "Wir können das nicht tun, Per, es ist nicht richtig." Er antwortete nicht, sondern nahm ihre Finger in seinen Mund und lutschte leicht an ihnen. Marie wurde erregt davon, sie seufzte. Sie starrte auf seinen hungrigen Mund. Sie fühlte seine Arme um sich und entschied sich, es einfach passieren zu lassen. Es fühlte sich so gut an, ihn wieder zu küssen. Seine sanften Lippen auf ihren. Ihre Zungen spielten miteinander und erhitzte beide noch mehr. Marie konnte nicht mehr sprechen. "Bitte..ich will dich..oh Per", flüsterte sie zwischen heißen, tiefen Küssen. Er trug sie zum Bett und legte sie hin. Er zog seine Hose aus und warf sie weg. Er betrachte sie, wie sie dort auf dem Bett lag, während sie ihr seidenes Nachtgewand auszog. Er starrte ihren nackten Körper an, sie schien im Kerzenlicht zu glühen. Langsam begannen sie, ihre Körper zu entdecken.

Es war total neu für sie. Sie hatten sich zuvor zwar schon in fast gar keiner Kleidung gesehen, aber es kam ihnen nie in den Sinn, sich intensiver zu betrachten. Per erinnerte sich an eine Situation, in der er in ihre Garderobe kam, ohne geklopft zu haben und sah sie, wie sie sich gerade mit einem Handtuch abtrocknete…er konnte sich immer noch an ihren Anblick erinnern, ihre harten Brustwarzen und den sanften Pelz weiter unten. Er verwöhnte ihren ganzen Körper mit seinen Händen. Spielte mit ihren Brustwarzen, küsste ihre Brüste. Sanft zog er an einer mit seiner Zunge. Er legte sich auf sie und fing an, mit ihren Brüsten zu spielen. Er fühlte, wie sich ihr Körper unter ihm bewegte. "Mmm, nimm mich jetzt, Per, bitte. Du machst mich verrückt", forderte sie. Er ließ einer seiner Hände hinuntergleiten zu ihrem intimsten Körperteil. Sanft ließ er einen Finger in sie gleiten und spürte angenehme und feuchte Wärme. Sie war mehr als bereit für ihn, so viel war klar. Zuerst reizte er sie mit seinem Finger, spielte mit ihr. Ihre Augen waren geschlossen, der Mund war leicht geöffnet und ein kurzes Stöhnen entglitt ihr. Er trug immer noch seine Boxershorts, aber nicht lange. Maries Hände glitten an seinem Rücken herunter, bis zu seinem Hintern und sie begann, das letzte Kleidungsstück an ihm, auszuziehen. Er nahm seine Hände weg und hob seine Hüfte an.

Sie fühlte, wie er langsam in sie eindrang. Sie hielt ihren Atem an, öffnete ihre Augen und schaute direkt in seine. Er schien zu zögern, sah sie fragend an. "Mach weiter. Bitte, lass mich nicht noch länger warten." Er küsste sie. Sie fühlte, wie er nun komplett in ihr war. Es fühlte sich so gut an, ihn tief in ihr zu spüren. Er bewegte sich langsam. Erst langsam, aber Marie ermutigte ihn, schneller zu werden. Sie schlang seine Beine um ihn, um ihn noch tiefer zu spüren. Sie sagte seinen Namen wieder und wieder, was ihn komplett verrückt machte. "Oh Per..ja, oh, ja, Per". Seine Hände krallten sich an ihrem Hintern fest, als er merkte, dass er gleich kommen würde. Mit ein paar wenigen letzten Stößen, gab er alles, was er noch hatte. Sie lagen nebeneinander, hielten ihren Atem an und kühlten langsam ab. Sie war damit beschäftigt, seine Brust zu küssen und mit seinem feinen Brusthaar zu spielen. "Das war erstaunlich", flüsterte er ihr ins Ohr. "Mmh, ja, in der Tat, das war es", sie seufzte. Sie krabbelte auf ihn und im Kerzenlicht schliefen sie ein. Zwei schöne nackte Menschen, verbunden miteinander.

Telefonklingeln..Irgendwo...das Telefon klingelte..Marie hörte ein Telefon, aber wo war das? Sie öffnete ihre Augen, schaute sich um. Oh Gott, was für einen Kater sie hatte..sie nahm ab. "Bist du wach? Wir gehen in einer Stunde. Ich seh dich in der Lobby." Das war Marie Dimberg und sie hing direkt danach auf. Es war halb neun am Morgen. Marie stand auf, bestellte etwas Kaffee und nahm eine lauwarme Dusche, um wach zu werden. Als sie rauskam, war der K affee bereits da. Sie zog eine schlichte hellblaue Jeans an und einen großen, dicken Pullover, oben drüber noch eine schwarze Lederjacke. Sie trank ihren Kaffee aus, währenddessen packte sie die letzten Sachen ein. Dann noch die Sonnenbrille und weg. Sie versuchte, ihre Augen offen zu halten und entspannt auszusehen, als sie übe den Flur zum Aufzug ging.

Sie erinnerte sich an den Traum, als wäre er real gewesen. Sie war es nicht gewöhnt, erotische Träume zu haben und schon gar nicht mit so vielen Details und erst recht nicht, danach aufzuwachen und von den eigenen verrückten Fantasien so erregt zu sein. In der Lobby warteten bereits alle auf sie. Sie checkte aus und sagte ruhig "guten Morgen" zu allen. Sie vermeidete Per's Anblick und fing an, sich zu fragen, ob er dieselben Gedanken gehabt hatte wie sie. Clarence machte Witze über sie. "Na, hast du immer noch Whiskey im Blut?" Sie schaffte es, freundlich zurückzulächeln und schaute weg. Der Bus kam vor das Hotel und sie eilten heraus. Glücklicherweise warteten keine Fans auf sie. Sie verließen die Stadt und fuhren zu einer Radiostation in der Nähe. Während der Fahrt beobachtete Per Marie. Sie sah extrem müde aus und ihre Gedanken schienen meilenweit entfernt zu sein. Er würde zu gerne wissen, an was sie dachte. Alle anderen redeten, Per stand von seinem Sitz neben Dimman auf und ging zu Marie. Er setzte sich in die Reihe neben sie, ließ den Weg zwischen ihnen. Sie begann, aus dem Fenster zu sehen. Sie war wütend darüber, dass alle so taten, als sei nichts passiert. Dimman hatte gesagt, dass dies das Ende von Roxette wäre. Und nun war die nicht länger existierende Band auf dem Weg zu einem Radioninterview? Ein Statement vielleicht, dass dies das letzte Album war? Sie hatten über eine Tour gesprochen, aber nun konnte Marie diese Gedanken nicht ertragen. Per dachte daran, etwas zu sagen.

Wo sollte er anfangen? Er wollte so viele Dinge sagen, aber er konnte nicht die richtigen Worte finden. "Marie?". Sie sah ihn aus ihren dunklen Gläsern der Sonnenbrille an. "Wegen letzter Nacht....", startete er, aber stoppte. Er war überrascht, als sie aufstand und sich neben ihn setzte. Die Unterhaltungen um sie herum stoppten und wurden dann leiser fortgeführt. "Vielleicht…vielleicht sollten wir einfach…" Auch sie hatte Probleme, ihre Gedanken in Worte zu fassen. "Wir sollten es einfach auf sich beruhen lassen, für eine Weile", sagte sie dann. "Wir versuchen einfach, aus dieser Promotiontour das Beste zu machen." Ihre Stimme klang etwas traurig und sie schaute ihn nicht an. Er nickte. "Ok, aber ich denke, wir sollten darüber reden", sagte er, sah sie an und wartete auf eine Antwort. Sie sah hinter ihm aus dem Fenster. "Ok, aber nicht jetzt, nicht so kurz danach, wir brauchen beide etwas Zeit, um darüber nachzudenken." Sie waren beide damit einverstanden. Marie hatte sowohl sich als auch Per mit ihrer Coolness überrascht. Gewöhnlich war sie es, die emotional war, überreagierte und Szenen machte. Sie ging zu ihrem Sitz zurück, während Per sich wunderte, wie sie so ruhig sein konnte. Er atmete tief ein. Das würde nicht das Ende von Roxette sein, dachte er.

Es konnte nicht sein. Das neue Album war noch nicht einmal in allen Ländern, die sie geplant hatten, erschienen und sie hatten bereits über eine Tour geredet. Er fühlte sich, als ob Roxette sein Kind wäre und er konnte es nicht sterben lassen. Sein Kind - und Maries. Er lachte über seine eigenen Gedanken. Per und Marie hatten ein Kind zusammen und es hieß Roxette. Als sie bei dem Radiosender ankamen, dachte Per, dass es nett wäre, mit Åsa und Gabriel einen kurzen Urlaub zu machen. Wenn er in seinem Kalender ein paar Termine streichen würde, könnte das bereits in zwei Wochen sein. Vielleicht Hawaii? Maries Gedanken waren ganz woanders. Sie war gerade in Stockholms Geschäften unterwegs, dachte welch Unterwäsche sie sich kaufen könnte, wenn sie wieder zurück war. Sie wollte etwas Leidenschaft in ihre Ehe bringen und plante, Micke mit einem sexy Negligee zu überraschen. Zwei müde, aber fröhlich lächelnde Popstars kamen zu der Radioshow. Das Interview verlief netter als gedacht und endete damit, dass Per und Marie ein Stück ihrer neuen Single a capella sangen. Vielleicht ging es doch in eine gute Richtung, nach all dem, dachte Marie Dimberg, als sie die zwei betrachtete. Vielleicht war das, was letzte Nacht passiert war, gar nicht so schlimm. Sie wollte ein Auge auf sie haben. Sie war sich bewusst, dass sie am gestrigen Abend überreagiert hatte. Aber es brachte beide dazu, über alles nachzudenken und das war auch gut so. Sie lächelte Per an, als er einen Witz über Marie machte während des Interviews und sie schlug ihn auf die Schulter. Dimman war sicher. Alles würde gut werden.

Einen Monat später

Per lief durch seine Wohnung in Stockholm und versicherte sich, dass er nichts vergessen hatte. Er war auf dem Weg zu einem Meeting mit Marie, Marie Dimberg und einigen anderen Leuten des Managements. Das neue Album verkaufte sich wirklich gut und Tour-Gerüchte wurden Realität. Er war erst zwei Tage zuvor nach Hause gekommen, nachdem er mit seiner Frau und seinem Sohn zwei Wochen auf Hawaii verbracht hatte. Es war fantastisch, das Beste was er hätte tun können. Die Tage waren entspannt, sie lagen am Strand, spielten mit Gabriel, bräunten sich. Die Nächte waren lang und heiß..er hatte versucht, wieder etwas Leidenschaft zwischen ihm un Åsa aufzubauen. Die Umgebung war perfekt. So ein gutes Wetter brachte jeden in romantische Stimmung. Er tat alles, was ihm einfiel. Er nahm sie mit auf Bootstouren, Essen im Kerzenschein, tanzte sogar mit ihr, obwohl er so ein schlechter Tänzer war. Sie hatten eine tolle Zeit, absolut. Aber trotzdem...nichts passierte im Bett. Und wenn es passierte, dann war es, als ob sie es tun mussten.

In einem anderen Teil der Stadt hatte Marie gerade das Fitnessstudio verlassen und stieg in ihr Auto. Ihre Pläne hatten sich nicht so gut realisiert wie Pers. Als sie von der Promotion-Tour zurück kam, hatte sie einen riesen Streit mit Micke, bevor sie die Chance hatte, sexy Unterwäsche zu kaufen. Es blieb stürmisch im Fredriksson-Bolyos-Haus. Sie hatte das Gefühl, als ob sie wieder auf einem normalen Level seien, aber die Streits blieben. Alles hatte ganz unschuldig begonnen. Sie kam zurück in guter Laune. Nachdem Desaster in Brüssel verlief alles gut. Per und Marie bekamen riesen Kritiken für ihr Album, was die Promotion weniger langweilig machte. Sie sprachen viel miteinander, aber nie über "die Nacht in Brüssel." Sie war so voll von Promotion, dass sie die ganze Zeit darüber sprach. Micke wurde wütend und dachte, dass sie sich nicht mehr für ihn interessierte. Er brachte das alte Thema wieder hervor. Den Fakt, dass Marie zu viel Zeit in ihre Karriere investiert hatte und zu wenig in ihn. Es wurde sogar noch schlimmer. Sie standen sich gegenüber, schrieen sich gegenseitig an, warum sie sich so sehr hassten.

Wenn sie an diese Abende dachte, musste sie lächeln. Sie hatte Spaß, mit Per unterwegs zu sein, sie hatte ihn wirklich. Sie war an der letzten Kreuzung vor dem EMA-Gebäude. Sie war die Erste, die an der roten Ampel stand. Das Auto hinter hier kam sehr nah und sie sah in den Spiegel und fragte sich leise: "willst du etwa reinfahren, oder.."..dann sah sie, dass es Pers Mercedes war. Ihre Augen trafen sich im Spiegel und sie lächelt ihn an. Dann fuhrensie weiter und trafen sich auf dem Parkplatz. Per stieg aus dem Auto aus, Marie stand wartend dort, mit geöffneten Armen. Er ging zu ihr und sie umarmten sich. Sie hielten sich für ein paar Sekunden fest. Er roch frisch und truge ein leichtes Parfüm. "Du siehst toll aus", sagte sie und betrachtete ihn. Er lächelte sie schüchtern an und begann, ihr zu erzählen, wie toll Hawaii war, während sie ins Haus gingen. Marie hörte nicht wirklich zu. Sie war so beschäftigt, ihn anzusehen und festzustellen, dass er wirklich gut aussah. Nach dem Streit mit Micke wusste sie nicht wirklich was sie tun sollte. Sollte sie ihm sagen, dass sie eine Scheidung wollte? Aber wollte sie das wirklich?

In letzter Zeit erwischte sie sich oft dabei, wie sie mit anderen Männern flirtete, vielleicht war das ein Zeichen..eine Warnung für Micke? Sie wusste es nicht. Was sie wusste war, dass diese Flirts alle unbedeutend waren und stattfanden, bevor sie es realisiert hatte. Sie nahmen den Aufzug in den dritten Stock. Per lehnte sich gegen die Wand und schloss die Augen. Er sah etwas müde aus. "Bist du müde? Mit dem Kopf immer noch auf Hawaii?", lachte sie. Er lachte auch. "Ja, ich denke. Ich weiß nicht, was es sonst sein könnte. Ich habe das Gefühl, ich schlafe gut und trotzdem bin ich dauernd müde. Vielleicht ist es nur die Faulheit, die ich von dort mitgenommen habe." Sie wurden in einem Raum empfangen, der wie ein Wohnzimmer aussah, mit einem kleinen Tisch in der Mitte, auf dem Sandwiches, Salate, frischer Saft, Tee und Kaffee standen. Mittagessen! Sie setzten sich hin und Marie saß gegenüber von Per. Sie wusste, dass sie sich seltsam benahm and sie wollte damit aufhören, bevor andere es mitkriegten. Ihre Gedanken kreisten jedoch weiter: "Was ist los mit mir! Warum benehme ich mich so albern in seiner Nähe?" Sie dachte an Brüssel. Der Traum…oh der Traum. Er hatte sie noch Wochen danach beschäftigt. Sie versuchte, ihn weiterzuträumen, indem sie sehr stark daran dachte, bevor sie einschlief, aber es hatte nie funktioniert. Seit der Nacht in Brüssel war sie nicht in der Lage, diese Gedanken loszulassen.

Sie hatte mit Micke zwei Tage zuvor Liebe gemacht, das erste Mal seit der Promo-Tour. Es war nicht das Gleiche, etwas hatte sich in ihr verändert. Natürlich war sie zuvor etwas gelangweilg und versuchte, das Beste daraus zu machen. Aber dieses Mal..es war anders. Sogar Micke hatte gesagt, dass sich etwas verändert hatte. Marie wusste, was es war. Als sie ihre Augen schloss..war sie zurück in ihrem Traum, wurde von Per geliebt. Dann, als sie ihre Augen öffnete und Micke sah, bekam sie einen riesigen Schock. Sie hatte Angst vor ihren eigenen Gedanken und versuchte, sie auszublenden. Jetzt, da sie Per wiedersah, war es ihr unmöglich, nicht zu merken, wie gut er aussah, wie sehr sie wollte, dass er…mm…das alles mit ihr tat..wirklich. Marie wusste nicht, dass Per sie ansah und auch an sie dachte, im gleichen Moment. Er hatte versucht, Brüssel zu vergessen, als er auf Hawaii war. Er wollte seine ganze Zeit seiner Familie widmen, speziell um sein Liebesleben auf Trab zu bringen. Aber sie kam immer wieder zurück in seine Gedanken. Er wurde von den Bildern der Nacht in Brüssel immer und immer wieder gereizt.

Er sah sie, wie sie auf seinen Schoß krabbelte, ihre Hüften gegen seine drückend. Er wiederholte diese Szene immer und immer wieder, er konnte es einfach nicht loslassen. In den letzten Tagen auf Hawaii wurden diese Gedanken etwas weniger als zuvor. Er war froh darüber. Er sollte einfach vergessen, dass das jemals passiert war und seine Arbeit mit seiner guten Freundin fortsetzen, sonst nichts. Das war es, was er wollte. Eine gute Freundin. Als die Gedanken, sie zu verführen und Åsa zu betrügen, verflogen waren, würde er wütend darüber. Er hatte geschworen, dass er seine Frau niemals mit einer anderen Frau betrügen würde. Und nun hatte er das ernsthaft in Betracht gezogen? Nein! Er konnte das einfach nicht tun. Es war doch nur eine dumme Idee..mit Marie so zu enden. Nein, das war keine Option, es würde in seinem Kopf bleiben müssen und er würde alleine damit umgehen müssen. Das Meeting begann damit, dass sich alle Sandwiches und Getränke nahmen. Dann erzählte Dimman, wie gut das Album lief und dass es eine gute Idee war, eine Tour zu planen. Als sie mit der Tour anfing, schaute Marie in Pers Richtung. Er fing ihren Blick auf und sie lächelten sich an. Maries Augen unterbrachen den Kontakt, sie konnte es nicht so lange ertragen, ihn anzusehen. Oh, das würde ein hartes Meetings werden.

Dimberg redete, der Rest hörte zu und kommentierte an einigen Stellen. Marie sah Per an. Er schaute zurück und sah in ihre Augen, während er erzählte, was er bei dieser Tour gerne anders machen würde als bei der letzten. Er sah sie immerzu an, während er sprach. Sie merkte, dass sie rot wurde und machte einige Notizen, um wegsehen zu können. Glücklicherweise war Dimman so beschäftigt mit ihrer Arbeit, dass sie nichts mitbekam. Auch die anderen merkten nichts.

Genau wie Marie, fiel es Per schwer, sich auf das zu konzentrieren, was gesagt wurde, da beide mit ihrem Spiel beschäftigt waren. Als das Meeting vorbei war, entschuldigte sich Marie auf die Toilette und ließ Per und Dimberg alleine. Dimberg bekam einen Anruf und war beschäftigt. Per stand in ihrem Büro, schaute aus dem Fenster und sortierte seine Gedanken. War er es oder war es Marie, die flirtete? Er war nicht sicher, was er über sie denken sollte und wollte gerne fragen, aber er wusste nicht, wie. Im Bad machte Marie sich zurecht. Sie wollte mit Per reden, wirklich reden. Sie waren beide einverstanden gewesen, dass Brüssel-Thema wieder aufzubringen, wenn sie beide dazu bereit waren und sie war es jetzt. Sie hoffte, dass er es auch war.

Als sie zurückkam, sah sie ihn am Fenster stehen. Sie starrte auf seinen Hintern, als er sich plötzlich umdrehte und sie lächelte. "Sollen wir..ich denke, es ist ein guter Moment für uns, zu reden", stammelte sie. Es überraschte ihn, aber kam ihn entgegen. Er war einverstanden. Sie verabschiedeten sich von Dimberg und fuhren zu einem großen Café im Zentrum der Stadt.

Sie hatten einen ruhigen Tisch für zwei, Marie bestellte Tee: noch mehr Kaffee und sie wäre vor Energie explodiert. Per trank natürlich wie immer Kaffee. Sie saßen dort eine Weile, still. Marie packte ihre Zigaretten aus, die sie den ganzen Tag noch nicht angerührt hatte. Jetzt brauchte sie sie. Beide spielten mit ihren Getränken, sprachen nicht miteinander, was wie eine Ewigkeit wirkte.

Marie ergriff schließlich das Wort. "Ich denke, du weißt, wieso wir hier sind", begann sie, neugierig auf seine Antwort. Er nickte und seufzte. "Ja, das tue ich und ich denke auch, dass es Zeit ist." Er wollte sie unbedingt fragen, ob sie ernsthaft mit ihm geflirtet hatte, aber er wusste einfach nicht, wie. Vielleicht war das alles nur Einbildung..oder wunschvolles Denken. "Ok, wegen Brüssel..", sagte Marie und hatte offensichtlich Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. In ihren Gedanken, hatte sie bereits beschlossen, was sie sagen wollte. "Ich..ich muss dir etwas gestehen..es..ich will, dass du weißt, dass ich nicht bereue, was dort passiert ist. Nachdem das passiert war, war ich zuerst traurig. Dann wurde mir klar, dass ich etwas wieder in Ordnung bringen musste: Micke und mich. Irgendwie hat diese Nacht meine Augen geöffnet."


Sie zündete sich eine Zigarette an. Per war sehr überrascht, dass sie sagte, dass sie den Abend nicht bereute. Also machte es ihr nichts aus, dass sie sich geküsst hatten? Bevor er etwas sagen konnte, fuhr sie fort. "Also habe ich einen Plan gemacht. Ich dachte mir, ich muss etwas tun, damit meine Ehe wieder aufregender wird. So wie du es getan hast. Du hast deine Familie auf einen romantischen Urlaub mitgenommen, mein Plan war etwas anders. Aber bevor ich diesen Plan verwirklichen konnte, hatten Micke und ich schon Streit." Sie erzählte ihm kurz von dem Streit, aber detailreich. Er hörte nur zu, verstand ihre Gefühle. Er hatte fast nie Streit mit Åsa, sie schrieen sich nie an, so wie Marie es gerade erzählte. Es war ihm fast unmöglich, Streit mit Åsa zu haben. Per und seine Frau hatten dieselben Ansichten, waren beide sehr ruhig. Sie wussten sofort, was der andere dachte und es gab keinen Grund für Streits.


Nach einer kurzen Pause, ergriff Per seine Chance. "Also ist das der Grund für dein Verhalten?" Sie schaute ihn erwartungsvoll an, ihre Augen waren kurz davor, es ihm zu verraten. Er spielte mit einem Löffel in seinem Kaffee. "Ist das, warum ich das Gefühl hatte, dass du mit mir geflirtet hast? Du, einer meiner besten Freunde, seit so vielen Jahren, machst mich verlegen?", witzelte er, um die Situation etwas zu entspannen. Sie lachte verlegen und wurde rot. Sie tauschten einige provozierende Blicke aus, als ob sie Teenager wären. Marie gab zu, dass sie in der Tat versucht hatte, eine bestimmte Atmosphäre zwischen ihnen herzustellen. Dann wurde sie wieder ernst. "Du musst verstehen, dass ich nicht beabsichtige, meine Ehe zu beenden. Es fehlt nur etwas zwischen Micke und mir…und du bist ein einfaches Ziel..immer so nah und immer da für mich."


Nach etwas mehr Reden waren sie sich einig, dass es eine verrückte Situation war. Zwei erwachsene Menschen, die sich seit Jahren kannten und sich plötzlich füreinander interessierten. Beide hatten sich gefragte, wie es miteinander sein würde, aber das war nur am Anfang ihrer Freundschaft. Es war so, dass sie beide gebunden waren oder nicht interessiert und so verliebten sie sich nie ineinander. Als sie das Café verließen, fühlten sich beide seltsam. Marie gab Per einen kleinen Kuss auf seine Wange, als sie sich kurz umarmten.


Die Zeit ging schnell voran. Marie stellte fest, dass es Frühling wurde und der Sommer auf dem Vormarsch war. Sie hatte eine harte Zeit, ihre Familie zusammenzuhalten. Manchmal dachte sie an Per. Es ließ sie nicht in Ruhe. Sie war froh, dass nichts weiter zwischen ihnen passiert war. Und manchmal bedauerte sie genau das. Neben Clarence und Dimberg wusste niemand davon und sie tat ihr Bestes, es auch dabei zu belassen. Sie sprachen oft sehr lange nicht miteinander. Per war mit anderen Projekten beschäftigt und Marie hatte ebenfalls beschlossen, ein weiteres Soloalbum aufzunehmen.


An einem sonnigen Tag rief er sie an. Sie hob den Hörer sofort ab, da das Klingeln sie gerade beim Komponieren eines neuen Songs störte. Ihr Handy lag auf dem Klavier. Sie schaute nicht, wer es war, ging einfach dran. "Ja?" "Hi, ich bin's, Per. Rufe ich ungelegen an oder hast du schlechte Laune?", fragte er, weil sie so verärgert rangegangen war. Sie lächelte. "Oh, tut mir leid..ja, schlechter Zeitpunkt. Ich sitze am Klavier und versuche etwas, aber irgendwie wird es nichts. Wie geht's dir?" Es folgte etwas höfliches Plaudern. Dann erzählte er ihr, warum er anrief. "Ich habe mit Dimberg gesprochen und wir haben nun etwas Arbeit. Es wird ein Sommerfestival in der Stadt geben und wir wurden eingeladen, dort aufzutreten!" Er klang sehr froh darüber. Es war wahrscheinlich eine gute Idee, das zu tun. Das Album war ein großer Erfolg. Sie waren nun eine Weile aus der Öffentlichkeit weggeblieben und was war Zeit, zurück ins Rampenlicht zu gehen.

Sie verabredeten ein Treffen. Marie konnte leider nicht kommen, da sie eine Erkältung hatte, aber der Auftritt wurde beschlossen und es wurde Zeit, mit den Proben zu beginnen. Diese starteten zwei Wochen später.

Es war sehr früh am Morgen, aber Marie musste aufstehen! Proben Tag Nummer eins. Ruhig stand sie auf, nahm eine schnelle Dusche und zog sich an. Sie war etwas nervös, Per wieder zu treffen, so lange nach ihrer Unterhaltun. Sie entschied sich, sich förmlich anzuziehen und trug eine schwarze Stretchhose und eine dunkelrote Bluse. Das erlaubte ihr, Unterwäsche zu tragen, die sie erst vor ein paar Tagen gekauft hatte. Sie fühlte sich immer selbstsicherer, wenn sie mit dem zufrieden war, was sie trug. Es wurde ein sonniger Tag. Sie hatte die Fenster im Auto offen und fühlte den Wind in ihren Haaren, während sie zum Studio fuhr. Als sie ankam, stieg Clarence gerade aus dem Auto. Sie begrüßten sich mit einer Umarmung und gingen zusammen rein. "Ich habe gehört, Per und du hattet eine kleine Unterhaltung. Ist also wieder alles beim Alten?" Es war für sie ein Schock, dass er davon wusste. "Hat Per dir das erzählt?", fragte sie, nachdem sie seine Frage bestätigt hatte. Er nickte.

Drinnen hörte sie Pers Stimme aus einem Raum. Sie konnte nicht ignorieren, dass er in ihr immer wieder etwas auslöste und sie fühlte sich wie ein Schulmädchen. Sie atmete ein paar Mal tief ein, bevor sie hineinging. Er war am Telefon. Als die Unterhaltung beendet war, kam er zu ihr und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Als er sie umarmte, wünschte sie sich, er würde damit nicht aufhören..während des ganzen Treffens und der Proben flirtete sie mit ihm. Sie lächelte ihn verführerisch an und schaute ihm länger in die Augen, als es notwendig war. Es war ihr unmöglich, die Gefühle, die sie hatte, zu verbergen.

Als sie hinterher mit Aufräumen fertig waren, bat sie ihn, noch mit ihr dazubleiben, nachdem die anderen gegangen waren. So passierte es, dass sie alleine waren. "Worüber willst du sprechen?", fragte er sie. Er schaute etwas angespannt. "Hmm..ich denke, du weißt es", sagte sie mit leiser Stimme, schaute ihn nicht an. "Oh ok, dann werde ich es sagen, wenn du nicht willst. Also, um was geht es hier, Rache? Natürlich habe ich gemerkt, wie du mich angesehen hast, Marie und wünschte, du würdest damit aufhören." Sie hatte Angst, dass sie dieses Mal zu weit gegangen war. "Was, hast du verlernt, Spielchen zu spielen?", versuchte sie, die Situation mit einem Witz aufzulockern und lächelte ihn wieder sehr verführerisch an. "Oh Marie..die Wahrheit ist, dass ich nichts lieber täte, als zu spielen. Aber es ist zu hart: Ich kann es nicht ertragen, wie du dich verhältst. Du solltest nicht…du solltest es nicht wagen, mich..ich könnte das einfach zu ernst nehmen, was deine Augen versprechen."

Maries Herz schlug auf einmal schneller. Ihre Spiele hatten funktioniert, er wollte sie wirklich. Sie ging zu dem Tisch, an dem er saß. "Also, du sagst, dass du Probleme hast...", er beendete den Satz für sue.."ja, ich habe Probleme, meine Hände von dir zu lassen, ich dachte, dass habe ich dir schon das letzte Mal klargemacht." Sein Ärger wegen dieser Situation erregte Marie nur noch mehr. Sie stand direkt vor ihm. "Reg dich ab, Gessle, beruhige dich." Ohne Vorwarnung beugte sie sich vor und küsste ihn. Presste einfach so ihre Lippen auf seine. Es war ein kurzer, verstohlener Kuss, eine hastige Berührung, die ihr Ziel nicht verfehlte. Per war erschrocken, er hatte nie gedacht, dass sie sowas tun würde. Er dachte, es wäre alles bloß ein Spiel, um ihn zu ärgern. Doch die Wut in ihm wurde schnell zu Lust. Er griff mit einer Hand nach ihrer Taille und zog Marie zu sich. "Komm her..", flüsterte er heiser. Er nahm ihren Kopf in die andere Hand und küsste sie hart und verlangend. Sie stöhnte und nahm seine Jacke in ihre Hände. Die Art und Weise wie die Leidenschaft sie überkam, war fast gewalttätig. Maries Mund war heiß, er wurde fast verrückt. Sie verlangsamte das Tempo etwas, strich mit ihrer Zunge über seine Lippen, hielt sein Gesicht in ihren Händen. Sie drückte sich gegen ihn. Er spreizte seine Beine, um sie in die Arme nehmen zu können und sein Verlangen nach ihr machte sie noch heißer.

Seine Hände wanderten nach unten; er legte sie um ihre Taille, um sich besser festhalten zu können. Als Antwort darauf zog sie ihre Jacke aus und lehnte sich etwas zurück, um ihn ansehen zu können. Er war ungeduldig, wollte sie wieder an sich drücken, aber sie ließ ihn nicht. Langsam begann sie, ihre Bluse aufzuknöpfen. "Oh Gott Marie, du bist unglaublich..", er neigte den Kopf etwas nach unten und küsste sie überall, wo er konnte. Als er ihre Brüste erreichte, wurde er langsamer. Seine Lippen folgten dem Stoff ihres BHs. Seine Zunge hinterließ feuchte Stellen zwischen ihren Brüsten. Ihre Brustwarzen waren hart und er begann, an ihnen durch den Stoff hindurch zu lutschen. Marie warf ihren Kopf nach hinten und seufzte tief. Sie bekam weiche Knie und musste sich an Per festhalten, ihr wurde schwindlig.

Plötzlich stoppte er. "Oh, du machst mich so wild..", er gab ihr einen schnellen Kuss auf den Mund. "Aber, wir müssen hier wirklich verschwinden. Oder wollen wir uns wieder erwischen lassen?" Sie lachte bei der Vorstellung daran. Es würde Dimberg das zweite Mal zum Ausrasten bringen, das war wahr. Sie fühlten sich wie zwei weggelaufene Teenager, als sie in ihre Autos stiegen. Marie fuhr hinter Per her, da er sagte, er habe eine Idee. Wohin sollten sie gehen? Sie war entschlossen, diesmal weiterzugehen, es konnte nicht mehr aufgehalten werden. Ob es jetzt passierte oder nächste Woche, es musste irgendwann passieren, diese Spannung war nicht mehr auszuhalten.

Per fuhr durch die Stadt, Marie hatte keine Ahnung, wo er hinwollte. Sie fuhren in einen ruhigen Vorort und an einem der Häuser hielt Per an. Er wartete an der Tür auf sie. "Einer meiner Freunde hat hier ein Appartement, das ich benutzen kann, wann immer ich will, er ist gerade nicht hier." Alles was sie nun noch tun mussten war, zu hoffen, dass sie nicht von irgendwem erkannt wurden. Als sie den Aufzug betraten, stand dort jedoch nur eine alte Dame, die sie zwar freundlich grüßte, aber sie nicht darum kümmerte, wer sie waren.

Das Appartement war einfach, aber absolut atemberaubend. Es war in weiß und hellblau eingerichtet und es war klar, dass der Besitzer reich war. Bevor sie die Tür geschlossen hatten, tauschten sie schon wieder ihre hungrigen Küsse aus. Da absolut zu viel Stoff zwischen ihnen war, fing Marie an, Pers Jacke auszuziehen.

Schweratmend, knöpfte er ihre Bluse auf und machte mit dem weiter, was sie zuvor im Studio bereits begonnen hatte. Marie schnappte nach Luft, als seine Lippen erneut ihre nackte Haut berührten. Er lutschte an ihren harten Brustwarzen durch den sanften Stoff ihres schwarzen BHs. Langsam, aber entschlossen führte er sie rückwärts auf das Sofa. Vor dem Sofa lag ein großer, weißer Teppich auf dem Boden.

Als sie darauf standen, ging Marie ein Stück von Per weg. Sie hielt ihn auf Armlänge, schaute tief in seine Augen. Sie zog sich aus und stand schließlich in ihrer extrem sexy Unterwäsche vor ihm, atmete schnell, den Mund ein wenig geöffnet, die Augen voller Lust. Dann zog sie ihren BH aus und ließ ihn zu Boden fallen. "Oh Gott", war alles, was er sagen konnte, bevor auch er sich auszog. Sie lagen Seite an Seite auf dem weichen Teppich. Marie auf dem Rücken, Per auf der Seite, küsste ihren Mund. Er hatte das Tempo auf einmal verlangsamt, was Marie nicht gefiel. Sie wollte, dass er sie endlich nahm und sie wollte es jetzt. Sie wanderte mit einer ihrer Hände an seinem gebräunten Körper hinunter, griff nach seiner steifen Männlichkeit, die immer noch in den Boxershorts versteckt war, die er noch trug. Er keuchte und stöhnte als Marie sanft drückte. Schneller zog er die Shorts aus und legte sich näher zu ihr. Sie fing an, ein wenig mit seinem Penis zu spielen. Seine Hüften bewegten sich auf- und abwärts gegen ihre Taille. Marie drehte sich auf ihre andere Seite, mit ihrem Rücken zu ihm, rieb ihren Hintern an seinem Bauch.

Eine seiner Hände griff nach ihrem Gesicht und drehte es zu sich, dann küssten sie sich hart und heftig. Keiner sprach ein Wort. Es musste nichts gesagt werden. Es schien, als hätte ihre Lust ein eigenes Leben bekommen und das Bewusstsein war nicht mehr anwesend. Einer seiner Finger wanderte in ihren Mund und sie lutschte daran, schaute ihn mit einem Blick an, der ihn zum Stöhnen brachte. Dann ließ er seinen Finger an ihrem Körper heruntergleiten, er hinterließ eine feuchte Spur auf ihr und verschwand zwischen ihren Beinen. Er fand ihr heißes, geschwollenes Zentrum. Er rieb mit seinem Finger sanft daran, achtete auf ihre Reaktion. Sie schwang ihre Hüften in seinem Rhythmus, drückte ihren Hintern gegen seinen harten Penis. Er drehte sich ein wenig um, um ihn zwischen ihre Beine zu bekommen und war mit einer schnellen Bewegung in ihr, was sie zum Stöhnen brachte.

Endlich hatte sie ihn, wo sie ihn am meisten wollte: tief in ihr. Sie erreichten den Punkt, an dem sie spürten, dass sie nur noch aus einem magischen Rhythmus bestanden. Er bewegte sich schnell in ihr und stieß hart zu, Gänsehaut nach jeder Bewegung. Sein Finger spielte immer noch mit ihrer Klitoris. Marie verlangte nach mehr: "Oh ja, das fühlt sich so gut an..mmm..schneller, bitte schneller..", flüsterte sie schnellatmend. Er war mehr als bereit, ihren Wünschen nachzukommen, also beschleunigte er das Tempo noch mehr. "Oh! Oh!J a… ja… mmmmm…" , Marie ließ sich vom Orgasmus wegtreiben. Per fühlte die starken Kontraktionen, die ihn fast in ihr einschlossen. Das war zu viel für ihn und er konnte sich nicht länger zurückhalten. "Aaah…", stöhnte er laut. Er stieß noch einmal zu und kam tief in ihr.

Sie lagen Seite an Seite in fester Umarmung. Maries Herz schlug so schnell, dass es fast weh tat und mit ein paar tiefen Atemzügen kam sie wieder in die wirkliche Welt zurück. Sie konnte Per immer noch in sich fühlen. Er küsste ihre Schulter, hatte auch immer noch Schwierigkeiten zu atmen. Sie drehte sich um und legte sich auf ihren Rücken, sah ihn an. Er wusste nicht, was er sagen sollte, die Situation war zu verrückt. Sie küssten sich noch einmal. Er zeigte ihr das Badezimmer, wo sie fast kalt duschte, um ihre Sinne wiederzuerlangen.

Als sie das Gebäude verließen, hatte Marie das Gefühl, dass ihr Gehirn leer war.Sie dachte über nichts Bestimmtes nach, eigentlich dachte sie gar nichts. Sie verabschiedeten sich mit einer kurzen Umarmung, die so förmlich war, dass sie beide lachten mussten.

Per kam nach Hause und fand eine Notiz seiner Frau, die ihm mitteilte, dass sie mit Gabriel bei Freunden war und vermutlich spät kommen würde. Er könne nachkommen, wenn er wolle. Aber er war nicht in der Stimmung dafür. Er legte sich einfach auf das Sofa, den ganzen Abend, zappte durch den Fernseher und aß italienisches Essen, das er sich hatte kommen lassen.

Auch Marie fand ihr Haus leer vor. Micke hatte ebenfalls eine Nachricht hinterlassen. Er war mit den Kindern auf den Spielplatz gegangen, weil ihnen so langweilig war. Das war eine wirkliche Erleichterung für sie, sie brauchte wirklich etwas Zeit für sich und etwas Erholung. Sie fühlte sich, als wäre sie den ganzen Tag im Fitnessstudio gewesen.

Und dann?

Sie spielten auf dem Sommerfestival, was ein großer Erfolg war. Fans von der ganzen Welt waren gekommen, um sie fünf Lieder spielen zu sehen. Das Publikum war so begeistert, dass sie eine Zugabe spielen mussten, etwas, was niemand geplant hatte. Irgendwie schienen die Fans die neue Atmosphäre zwischen ihnen zu spüren; sie sahen einfach natürlich in der Gegenwart des anderen aus. Ein paar Monate später begann der Winter und auch eine neue Roxette Tour durch Europa. Sie hatten die beste Zeit zusammen.

Es passierte nie wieder etwas zwischen ihnen und es wusste auch niemand von diesem einem Mal. Manchmal tauschten sie einen bestimmten Blick aus. Es war das Beste, was sie tun konnten. Alles war wieder normal und sogar besser als zuvor.

Manchmal bekam Marie ein seltsames Gefühl. Sie bedauerte, was sie getan hatte, weil sie Micke betrogen hatte. Aber auf der anderen Seite: ihre Beziehung mit ihm schien gerettet zu sein und sie kannte den Grund dafür..dasselbe passierte mit Per. Er fing an, das, was er mit Åsa hatte, noch mehr zu schätzen.

Auch er bekam manchmal ein schlechtes Gewissen, speziell, wenn sie ihn ärgerte und von ihm verlangte, dass er sagen soll, dass sie die Einzige sei..trotzdem war es kein Fehler gewesen. Alles war so wie es sein musste. Niemand würde es jemals rausfinden, es war ihr kleines Geheimnis.