Zwischen Sommer und Herbst

Kapitel 1

"Willst Du in Halmstad mit mir singen, Per?". "Ich wusste, du würdest fragen", antwortete er lachend, "natürlich Marie. Welchen Song wollen wir zusammen singen?". "Jeder, der dir recht ist", antwortete sie, ebenfalls mit einem Lachen. "Mellan Sommar Och Höst, das ist mein momentanes Lieblingslied." Er nahm einen tiefen Schluck von seinem Bier. Er sah nicht den kurzen Augenblick von Schmerz, der Marie überkam. Sie stand auf und ging zum Fenster, starrte auf die Dächer Stockholms. "Ok. Dann komm morgen zu den Proben. Versuche gegen 10 Uhr dort zu sein." "Gut. Und jetzt lass mich dir die Daten mitteilen, an denen die Aufnahmen starten." Sie nahm ihren Kalender und setzte sich wieder.

"Ja". Marie fuhr nach Hause. Sie konzentrierte sich auf die Straße, fand es jedoch schwer.Sie versuchte sich einzureden, dem Vorfall keine bestimmte Bedeutung zukommen zu lassen. Sie wusste, dass Per den Song, den er gewählt hatte nicht mochte. Und zum Glück wusste er nicht, dass dieser Song nur für ihn war. Okay, heutzutage war sie glücklich verheiratet, aber als sie "mellan sommar och höst" schrieb, durchlebte sie eine sehr harte Phase von Liebeskummer und das nur wegen ihm. Sie konnte sich nicht mehr erinnern, wann es begann. Auf einmal wusste sie einfach, dass er ihre wahre Liebe war, nicht wegen seiner Erscheinung, wegen der Art wie er sie behandelte, nicht wegen seiner künsterlischen Fähigkeiten, sondern nur weil sie sich zusammen mit ihm vollkommen fühlte. Es war nicht genug, um an seiner Seite zu sein, aber es half ihr. Per saß zu Hause in seinem Studio, hörte sich den Song an, den er morgen auswendig können musste. Er summte die Wörte mit der Melodie: "Es kommt immer, wenn du gehen musst". Marie war eine romantische Seele, romantischer als er. Er war sicher, dass ihr Herz sich im Chaos befand, als sie diesen Song schrieb. Er versuchte, sich daran zu erinnern, wer damals ihr Freund war.

Kapitel 2

Am nächsten Tag war er pünktlich, was Marie überraschte. "Bist du aus dem Bett gefallen?", begrüßte sie ihn grinsend. "Sieht so aus." "Großartig. Setz dich. Ich bin leider noch nicht fertig mit "Äntligen". Zusammen "Mellan Sommar Och Höst" zu singen stellte sich als fantastisch heraus. Per hatte keine Probleme damit, den Ton zu halten. Sie probten fünfmal und beschlossen dann, es gut sein zu lassen. Er blieb für den Rest des Tages im Studio, um ihr Gesellschaft zu leisten und bei den Proben zuzusehen. Marie versuchte, sich nicht unwohl zu fühlen. Ihr Magen war nervös wenn ihre Blicke sich trafen. Per hatte so gute Laune und lächelte die ganze Zeit Gegen 16 Uhr beendeten sie die Proben, hungrig und müde. Per lud alle in sein Appartement ein. Marie rief zu Hause an, doch keiner war da. Sie probierte es auf Mickes Handy. Er hatte die Kinder mit zu seinen Eltern genommen, um schwimmen zu gehen. Er sagte ihr, sie solle Spaß haben am Abend.

Sie bereiteten ein Barbecue auf seiner Terrasse vor, schalteten Tanzmusik ein. Während das Fleisch grillte, ging Marie in die Küche, um die Salate vorzubereiten. Sie bewegte ihre Hüften im Takt zu der Musik, während sie das Gemüse putzte und diverse Dressings anrührte. Per kam herein um nach ihr zu sehen. Vorsichtig dippte er mit dem Finger in die Soße. "Hmm, das ist wunderbar", sagte er, während er den Finger ableckte. "Hey", rief Marie, ihr Blick folgte den Bewegungen seiner Zunge. Sie wurde rot. "Du bist ungezogen", sagte er mit mehr als nur einem Hinweis der Sinnlichkeit. "Raus hier", befahl sie. "Darf ich dich daran erinnern, dass das meine Küche ist?", entgegnete er. "Willst du die Salate machen?" Per seufzte. "Ok, ok, kann ich bleiben, wenn ich still bin?" "Du musst nicht still sein, du Idiot, du musst nur deine Finger aus dem Essen lassen." "Kein Finger ablecken mehr?", flirtete Per mit ihr. Marie errötete erneut. "Das ist genug. Raus." Per lachte nun lauthals. Schnell gab er ihr einen kleinen Kuss auf ihren Nacken. "Ich liebe dich", sagte er und ging schnell zur Tür, bevor sie reagieren konnte. Marie war atemlos von dem Kuss, aber nicht von seinen Worten. Sie ging ihm für den Rest des Tages aus dem Weg. Sie wagte es nicht, früh zu gehen. Sie hatte Angst, dass ihn das darauf aufmerksam machen würde, dass sie sich unbehaglich fühlte. Später waren die letzten Gäste bereits gegangen.

Marie war wieder in der Küche, diesmal spülte sie Geschirr und räumte es weg. Per kam herein und half ihr. Sie sprachen lange Zeit nicht miteinander "Ich werde dich nach Hause fahren, Marie," sagte er, als sie fertig waren. "Danke", antwortete sie. "Alles ok mit dir?" "Es ist nichts, bring mich einfach nach Hause, bitte." "Ok, dann lass uns gehen." Er hielt neben dem Hauptbahnhof, niemand war in Sicht, es war sehr spät und sehr ruhig. "Soll ich mich entschuldigen?", fragte er. Marie schüttelte den Kopf. Sie merkte, dass sie keine Stimme hatte. Per beugte sich nach vorne, ohne darüber nachzudenken, und umarmte sie. "Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht verärgern." Seine Hand streichte über ihren Rücken. Sie weinte. Er hielt sie fest, bis sie die Fäuste die sie gemacht hatte und gegen seine Brust stemmte, öffnete. Er strich ihre Tränen weg, sah ihr in die Augen. Sie wollte etwas sagen, aber sie konnte nicht. Stattdessen lehnte sie ihren Kopf wieder gegen seine Schulter. Dann fragte er: "Kannst du mir sagen, welcher deiner Ex-Freunde dich dazu gebracht hat, "Mellan Sommar Och Höst" zu schreiben? Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer es damals war." "Ich hatte keinen Freund zu der Zeit", antwortete sie heiser. "Oh, der Song ist voll von Sehnsucht". "Ja", war alles was sie sagen konnte. Per hatte eine Ahnung. Konnte es sein? Moment, sie war verheiratet, er war verheiratet. Nein, es konnte nicht sein...aber..in der Vergangenheit? Nein, sie war immer wie eine Schwester für ihn. Sie haben sich gegenseitig genervt, wegen allem gekämpft und meist nur wegen Kleinigkeiten. "Er war blöd, dich nicht zu lieben". Ihr Körper wurde warm. "Was?" "Ich meine den Kerl, für den Du den Song geschrieben hast. Wer war er? Jemand den ich kenne?" Marie zog sich zusammen. "Nein es war mehr wie ein Traum, nichts Reales." Heute lügte sie ihn schon zum zweiten Mal an. "Komm, du brauchst deinen Schlaf", sagte er mit mehr Gelassenheit als er fühlte

Kapitel 3

Der Freitag morgen war warm und sonnig. Marie war in ihrer Suite im Hotel Tylösand und frühstückte mit ihrer Familie. Die Kids wollten unbedingt zum Strand gehen, im Sand spielen und im Meer baden. Sie schnatterten die ganze Zeit mit ihren Eltern, die sich angrinsten. Es war eine gute Idee sie mitzunehmen Es klopfte an der Tür und Oscar rannte hin, um sie zu öffnen. Er sprang in seine Arme, küsste seinen Freund. "Hej PG, kommst du mit uns schwimmen?" Die Kinder wurden ungeduldig und Micke ging mit ihnen, bepackt mir Handtüchern und Spielzeug, Richtung Strand. "Ah, mein Kopf", sagte Per, "Gabriel hört auch nie auf zu reden. So viel Gerede so früh am Tag." Marie grinste. Ein Zimmermädchen kam, um den Tisch abzuräumen. "Jetzt lass uns den Song üben", schlug Marie vor, als sie wieder alleine waren. "Hat Micke seine Gitarre dabei?". "Ja, im Schlafzimmer, soll ich sie holen?" "Das wäre nett. Ich dachte da an etwas." Marie ging, um das Instrument zu holen, reichte sie schließlich Per.

"Hör dir das an", sagte er und begann zu spielen. Er hatte eine andere Version von "Mellan Sommar Och Höst" geschrieben, eine sanftere und er sang sie mit tiefem Gefühl. Sie wollte schreien und stampfte mit ihrem Fuß auf. Wie konnte er es wagen? "Was denkst du?", fragte er. "Warum tust du das?" fragte sie durch zusammengepresste Lippen. "Ich weiß nicht. Es kam mir einfach so. Bitte, ich wollte dir nicht imponieren. Es war nur eine Idee." "Oh wirklich. Also, ich mag es nicht. Wir singen es auf meine Art." "Marie. Reg dich ab. Natürlich werden wir es so singen, wie du es willst. Was zur Hölle ist los mit dir? Es ist dieses Lied. Es hat nur mit diesem Song zu tun. Bedeutete der Mann dir so viel, dass es mir nicht mal gestattet ist, das Lied mit dir zu singen? Hast du das Gefühl, es zu verderben, wenn ich es singe? Verdammt, ich will die Wahrheit wissen. Das ist lächerlich", seine Hand schlug auf den Tisch auf und Marie schreckte hoch. Er war verletzt und er wollte es nicht vor ihr verstecken. Sein Gesicht war genauso rot und erhitzt wie ihres. Beide hatten Tränen in ihren Augen. Wie Sparringspartner standen sie voreinander. "Nein", flüsterte Marie, "geh nicht. Es tut mir leid, es ist alles mein Fehler. Ich lasse meine schlechte Laune an dir aus." Per seufzte wütend: "Ich will immer noch wissen, wer er war." Marie antwortete ihm nicht. "Warum ist es so schwer, über ihn zu reden?" War er verheiratet?" Sie nickte, obwohl er damals ja nur verlobt war. "Hattet ihr eine Affäre?" Sie antwortete ihm nicht. Er wollte sie schütteln. "Es ist nicht gut, dass dich das nach all diesen Jahren immer noch auffrisst." In Marie tat sich etwas. Bevor sie wusste, was sie tat, griffen ihre Fäuste sein Jacket, und rüttelten daran. "Du willst es nicht auf sich beruhen lassen, nicht wahr? Vielleicht willst du es wirklich wissen, hmm? Dieser verdammte Song handelt von dir. Und jetzt geh mir aus den Augen." Per konnte sich nicht bewegen.

Er stand wie Stein mitten in diesem Raum, seine Augen ruhten auf Marie, deren Augen kleine Dolche an ihn sendeten, sie zitterte von Kopf bis Fuß. Er ging auf sie zu, immer noch dieser ungläubige Blick in seinen Augen. Per sah sich, wie er seine Arme um ihre Schultern schloss und sie dann küsste. Ihre Lippen öffneten sich widerwillig, aber er schob seine Zunge hinein und zog sie näher an seinen Körper.. Marie dachte, sie würde ohnmächtig. Er wusste nicht, was er da tat. Er war komplett außer sich, aber es fühlte sich an, als würde der Himmel die Erde berühren. Marie begann ihn auch zu küssen und dann verlor sie die Kontrolle. Ihr ganzer Körper nahm jetzt wahr, dass das der Mann war, auf den sie die ganze Zeit gewartet hatte. Was Per begonnen hatte mit diesem kuriosen Kuss wurde schnell ein heißes Durcheinander von sehnsuchtsvollen Aktionen. Küsse reichten nicht mehr. Er hatte noch nie so gefühlt wie in diesem Augenblick, vielleicht nur sein allererstes Mal mit einer Frau. Ihre kleinen Hände, ihr zarter Mund und die Berührung ihres willigen Körpers ließen ihn alles vergessen.

Wie im Dunst lagen sie auf dem Teppich, stöhnten vor Erleichterung und Begierde als sie begannen, Liebe zu machen. Sie bewegten sich zusammen wie in einem Fiebertraum bis ihre Gefühle in einem Orgasmus Erlösung fanden. Per war geflohen. Marie stand unter der Dusche, ihr war schwindlig und sie vibrierte innerlich immer noch. Sie wusste nicht, ob sie weinen oder lachen sollte. Er saß in seinem Auto, die Augen geschlossen. Er roch nach ihr, er konnte sogar immer noch ihre Haut fühlen, wie sie schmeckte. Er verlor seinen Kopf, da war er sicher und vielleicht...auch sein Herz.

Kapitel 4

Per ging mit Gabriel zum Konzert. Er war ein großer Junge, kein Baby mehr. Marie konnte ihren Augen nicht trauen, als sie Per sah. Sie hatte Micke doch bereits gesagt, dass Per nicht kommen konnte, weil er geschäftlich verhindert war. Was sollte sie ihm nun sagen? "Was tust du hier?", fragte sie atemlos. "Ich werde mit dir einen Song singen. Schon wieder vergessen?", antwortete er. "Nein, wie könnte ich", Marie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Per seufzte und deutete auf das Paar, das durch den Eingang kam: "Schau, die beiden Evas sind da". Sie gingen hin, um "hallo" zu sagen. Die Fans applaudierten Per sehr lange, als er zu Marie auf die Bühne kam. Sie brachten den Auftritt perfekt über die Bühne. Per ging danach jedoch nicht nach Hause Er wartete bis zum Ende des Konzerts, zusammen mit Micke und den Kindern. Åsa hatte eine Erkältung, sonst wäre sie auch da gewesen. Natürlich wurde Per zur After Show Party eingeladen. Er sagte nicht nein. Sie saßen am selben Tisch. Micke und Per unterhielten sich gut. Die Kinder wurden zu Bett gebracht. Gabriel bestand darauf, bei Oscar und Josefin zu schlafen. Marie wurde von vielen zum Tanzen aufgefordert. Als Per sie fragte, sagte sie nicht nein. "Bist du ok?", murmelte er. "Nein". "Ich auch nicht. "Was werden wir dagegen tun?", fragte Marie. "Bist du bereit, das hinter uns zu lassen?" "Wirklich? Können wir das? Das wäre so gut." Per war ohne Grund enttäuscht von ihr eine Antwort dieser Art zu hören.

Kapitel 5

Marie war froh, dass sie ihn den ganzen September hindurch nicht sehen musste, bis sie in die USA fliegen mussten, um ihre Promotion-Konzerte zu beginnen. Aber bald fand sie heraus, dass Per NICHT zu sehen auch keine Lösung war. Sie konnte nicht aufhören daran zu denken, was im Hotel passiert war. Sie träumte davon, wenn sie wach war und wenn sie schlief. Sie hatte Angst, dass Micke sie eines Nachts hören könnte.

Per hatte die gleichen Probleme, aber seine innere Welt war nicht für jedermann zugänglich, und seine Frau nahm es nicht wahr. Er machte sich selbst Glauben, dass es nichts mit Åsa zu tun hatte. Er liebte sie. Aber eines Nachts hörte Åsa ihn. Er war vor ihr eingeschlafen: "Ich liebe dich, Marie! Sei nicht böse auf mich, ich brauche dich." Åsa war beunruhigt. Sie fragte sich, ob die beiden einen Streit hatten. Am nächsten Morgen fragte sie ihn deswegen. Per sah sie an. Sollte er lügen? Sagen, dass nichts war? sagen, dass alles ok war? Sie würde ihm nicht glauben, sie kannte ihn zu gut. Also er erzählte er ihr alles, während er gleichzeitig versuchte, ihr klarzumachen, dass sich zwischen ihnen nichts ändern würde. Es war ein Unfall, der zu keiner Wiederholung kommen würde. Åsa wurde weiß wie die Wand. "Ich muss nur eine Sache wissen Per: liebst du sie als Frau?" Per wurde rot und Åsa war clever genug, das zu deuten. "Ja", sagte er. "Ich wusste es", sagte sie. "Wie?", während er überlegte, wo er sich verraten haben könnte. "Du hast es mir im Schlaf erzählt. Erinnerst du dich nicht an deinen Traum letzte Nacht?" "Doch, das tue ich." "Nun wirst du Marie anrufen und ihr sagen, dass Roxette gestorben ist." Er räusperte sich, starrte Asa an: "Nein", sagte er, schüttelte den Kopf: "nein." "Dann war es das für uns, Per." "Einfach so? Ich habe dich nie zuvor betrogen. Ich liebe dich, du bist meine Frau. Wie kannst du unser Leben wegen einem Fehler davon schmeißen?" "Du liebst sie", schrie Åsa. "Aber ich habe mich für dich entschieden." "Ha! Was, wenn wir ins Jahr 1984 zurückgehen und du hättest die Wahl? Wen würdest du wählen? Sag mir jetzt nicht, dass du diese Gefühle nicht schon damals für sie hattest. Wenn sie dich gewollt hätte..."

Er antwortete nicht, aber er schämte sich und das war Antwort genug für Åsa. Sie verließ den Raum und bald hörte er sie davonfahren. Als sie zurückkam, benahmen sich beide zivilisiert und sprachen ruhig über die Dinge. Sie würden das Haus verkaufen, Åsa ein neues Appartement in Stockholm kaufen, in der Nähe von Pers, so dass sie Gabriel zusammen erziehen könnten. Sie beschlossen sogar, den gleichen Anwalt zu nehmen, um die Scheidung zu regeln.

Marie beendete indes ihre Tour mit großem Erfolg. Nun war sie sehr beschäftigt mit Josefin, die in die Schule ging. Oscar ging weiterhin in den Kindergarten und vermisste seine große Schwester. Micke hatte ein Studioprojekt und war nicht sehr oft zu Hause. Marie hatte also sehr viel Zeit für sich alleine. Sie ging jeden Tag ins Fitnessstudio, traf ihre Freunde und schrieb Songs. Anfang September starteten die Proben für die Promo-Tour durch die USA. In der Nacht vor dem ersten Tag konnte Marie nicht schlafen. Auf der anderen Seite der Stadt, versuchte Per die Gedanken vor dem nächsten Tag zu verdrängen. Und dann erwischte er sich, wie er aus dem Fenster starrte und sich wünschte, dass Marie jetzt bei ihm wäre.

Kapitel 6

Sie trafen im gleichen Moment ein, parkten ihre Autos nebeneinander. "Hej", grüßte Per. "Hej", antwortete Marie. Sie hatten das gleiche Gebäude gemietet wie bei den CBB Proben. Niemand sonst war bisher da. Essen und Getränke waren bereits angeliefert und sie brachten sie gemeinsam nach drinnen. Marie startete die Kaffeemaschine. "Ich muss dir was sagen", sagte Per. "Ich dir auch", antwortete Marie. "Ok, du fängst an". "Per, ich will nie wieder darüber reden, was in Halmstad passiert ist. Kannst du mir das versprechen?" Er fühlte, wie sich vereistes Wasser anstelle von Blut in seinen Venen bewegte. Seine Augen starrten zu Marie, bis sie wegsah. "Sicher." Er holte sich eine Tasse Kaffee, alleine um von ihr weggehen zu können. Sie folgte ihm jedoch. "Und was wolltest du mir sagen?" "Ich habs vergessen", antwortete er distanziert. In dem Moment kamen die anderen Bandmitglieder herein und unterbrachen die Unterhaltung. Den ganzen Tag über war Per wütend und fühlte sich verletzt. Was sollte er jetzt tun? Er wollte Marie die Schuld geben, aber konnte nicht. Er wusste, dass sie Recht hatte und fühlte sich betrogen. Marie traute sich nicht, nochmal mit Per zu reden. Glücklich ging sie am Abend zu ihrem Auto.

Auf dem Weg nach Hause wunderte sie sich über sein Verhalten. Warum war er nicht glücklich über die Entscheidung? Er sah den ganzen Tag sehr traurig aus. Die folgenden Tage wurden den Proben gewidmet. Marie gab ihr Bestes, da sie wusste, dass Per auf Fehler wartete. Sie legte ihr ganzes Herz in ihre Stimme. Per blockte alles ab. Er war nur noch Geschäftsmann. Nichts mehr von Nettigkeit zu spüren. Er dachte an Amerika...sie würden alleine dort hinfahren, ohne Familie

Marie lag in Mickes Armen in der Nacht vor dem Flug. Ihre Körper vibrierten immer noch von dem unglaublichen Sex. "Du bist so schnell gekommen", murmelte er. "Zuviel Musik denke ich". Sie küsste seine Wange, atmete ihm ins Ohr. "Nochmal?" fragte Micke, und führte seine Hand zwischen ihre Hüften. Marie stöhnte kurz auf. "Ja, ja." Er liebte es, sie anzusehen, während er sich in ihr bewegte. Ihr Gesicht war rosig, ihre Lippen sehr rot, halb geschlossen. Er konnte spüren, dass es auch diesmal wieder schnell vorbei ging. Micke nahm ihre Beine und legte sie auf seine Schultern. Marie schrie vor Lust. "Ich liebe dich, ich liebe dich, oh mein Gott, oh." Seine Bewegungen wurden nun härter. Ihr Mund formte Worte, aber er konnte sie nicht hören. Sie griff nach den Gitterstäben hinter ihr, ihr Rücken hebte sich vom Bett ab und mit einem fast geräuschlosen Ton kam sie, zeitgleich mit ihm. Dieses Mal schlief sie ein, Hand in Hand mit ihm. "Lass mich nicht allein", wisperte sie unsicher. Micke wunderte sich. Warum dachte sie, er wolle sie verlassen?

Kapitel 7

Verdammt, sie sah aus wie ein lebender feuchter Traum, dachte Per am nächsten Tag am Flughafen. Sie trug weiße Baumwollhosen und ein sehr enges, schwarzes Shirt. Über ihrer Schulter hing ihre Lieblingslederjacke. Sie begrüßte alle mit einem glücklichen Lächeln und begann mit Clarence zu plaudern. Während des Flugs nach New York City schlief sie oder las. Sie wollte nichts essen, trank nur etwas Wasser. Per zappelte auf seinem Sitz herum. Er hasste Flugzeuge, seine Knie taten nach zwei Stunden höllisch weh. Er stand auf, lief ein wenig auf und ab. Marie war gerade aufgewacht. Das Erste was sie sah, war sein knackiger Hintern und sie seufzte. Er blickte sie an, traf ihren Blick. Beide erröteten. Er ging zurück zu seinem Sitz. Sein Herz schlug schnell. Sie wollte ihn immer noch, jetzt wusste er es. Vielleicht sollte er ihr die Sache mit Åsa erklären? Dann entschied er sich dagegen. Er wollte sie verführen, wirklich verführen. Er wollte noch einmal, dass sie die Kontrolle verlor, etwas was sie nicht gerne tat.

Sie erreichten das Hotel um neun Uhr morgens, New York City Zeit. Es war gerade genug Zeit um einzuchecken, einen Kaffee zu trinken, denn dann mussten sie gleich weiter zum Set. Alles war sehr hektisch. Amerikaner waren nicht die ruhigsten Menschen. Erschöpft und total müde, gegen acht Uhr am Abend, kamen sie wieder am Hotel an. Marie wollte einfach nur noch einschlafen. Das Wasser in der Badewanne war so sanft und warm. Ihr Körper begann sich langsam zu entspannen. Sie massierte ihre Beine, Arme, den Rücken. Bevor sie wusste was passierte, wurde ihr ganz warm. Sie versuchte, diese Vision aus ihren Gedanken zu verdrängen, aber sie wurde nur noch feuchter und heißer… eine einfache Berührung an der empfindlichsten weiblichen Stelle brachte sie in den Himmel. Sie kicherte und hielt sich die Hand vor den Mund, hoffte dass niemand sie gehört hatte. Per wälzte sich unruhig im Bett. Nach einer Stunde stand er auf, ihm war schwindlig vor Müdigkeit, aber er war nicht in der Lage, Ruhe zu finden. Er machte den Fernseher an, schaltete ihn jedoch gleich wieder ab

. Die Rezeption rief gegen neun Uhr an. Per war irritiert, seine Schultern taten weh und er stand vor seinem Koffer und wusste nicht, was er anziehen sollte und er konnte niemanden um Rat fragen. Er zog eine schwarze Jeans an, einen schwarzen Rollkragenpullover und coole rote Sneakers. Er betrachtete sich selbst im Spiegel, machte eine Grimasse und verließ sein Zimmer. Marie war bereits in der Lobby, las eine Zeitung. "Guten Morgen", trällerte sie. "Guten Morgen...du siehst frisch und wach aus." "Ich habe geschlafen wie ein Baby", sagte sie. "Fantastisch", kommentierte er dies mit einem ironischen Unterton. "Der Assistent wird in 20 Minuten hier sein, ich werde mir einen Kaffee holen. Willst du auch einen?" "Ich habe bereits gefrühstückt, geh nur, ich warte hier." Erleichtert kehrte sie zu ihrer Zeitung zurück, als Per mehr oder weniger beleidigt wegging. Sie wollte nicht wissen, was seine schlechte Laune verursachte.

Der Tag war mit Proben, Interviews, Autogramme geben und Fotos machen völlig ausgebucht. Am Abend waren sie zu einer großen BMG Dinner Party eingeladen. Sie konnten nicht absagen, obwohl sie beide total übermüdet von der Arbeit waren. Also zogen sie sich schnell um und trafen sich in der Halle. Per versuchte, sich nicht wie ein Idiot zu benehmen..denn das taten bereits all die anderen Männer. Aber dann wurde er doch mutig, ging zu Marie, und legte seine Arme um ihre Hüfte in einer sehr eindeutigen Art und Weise. "Lass uns gehen meine Liebe, die Limosine wartet auf uns", sagte er ruhig, als wäre es ohne Bedeutung. Er stellte sich vor, wie er den ganzen Abend lang Männer von Maries Seite vertreiben würde, die wie in ihrem blauen Dress mit Strass, einem freien Rücken und engem Schnitt um die Hüften wie eine Königin aussah. Marie hatte gemischte Gefühle. Seine Hand auf ihrem Körper brachte ihren Körper zum Glühen, seine Arroganz machte sie ganz wild. Sie entschied sich, still zu bleiben. Im Auto ließ er sie los, schenkte ihr keine Beachtung mehr, sondern unterhielt sich mit dem Fahrer. Als sie ankamen seufzte Marie. Der Saal war riesig und Marie ging es sehr gut. Sie tanzte, sie trank, sie redete mit vielen Leuten, flirtete mit Männern. Sie hatte einen wunderschönen Abend.

Per betrachtete sie von Zeit zu Zeit. Marie glühte und wenn er sie auf der Tanzfläche beobachtete, wie sie mit zwei männlichen großen Models tanzte, unterdrückte er das Gefühl, hinzugehen und dort wegzuzerren. Er war eifersüchtig, wahrscheinlich wurde sein Gesicht gerade grün. Aber sein Moment kam erst noch. Marie fand einen kleinen Balkon, auf dem niemand war. Die Aussicht war spektakulär, New York City bei Nacht. Per trat hinter sie, schloss die Tür. Mehr als zwei Leute konnten hier nicht stehen, so klein war es hier. Sein Körper passte genau zu ihrem, er legte seine Hand für eine Sekunde auf ihren Bauch und dann berührte er ihre Brust. Marie bekam einen Schock nach dem anderen. "Ich werde dich kriegen", sagte er sanft zu ihr, während er ihre Brüste mit den Daumen streichelte. "Denke nicht, dass du entkommen kannst. Es wird nicht jetzt sein, oder morgen, oder übermorgen, aber es wird passieren. Und weißt du noch was? Du wirst es wollen, so sehr wie du es wolltest, als wir es auf diesem Teppich zusammen machten." Er lutschte an ihrem Ohrläppchen, dann an ihrem Nacken und seine Zunge zog sanft eine Linie bis zum anderen Ohr. Seine Finger waren immer noch auf ihrer Brust, streichelten sie. Marie konnte spüren, wie sich seine Erregung gegen ihren Rücken drückte. Sie war total feucht. Per verschwand so schnell wie er gekommen war, verließ sie in einem Zustand der Begierde, den sie noch nie erlebt hatte. Sie fuhren in getrennten Wagen zurück zum Hotel. Der Rest der Tour fand in einer höflichen, aber eisigen Atmosphäre statt, die sie beide hassten.

Kapitel 8

Micke fragte sich, ob Per und Marie einen Streit hatten, da sie nur widerwillig Abschied voneinander nahmen und sie sich sofort in seine Arme stürzte. "Hej darling", säuselte sie. "Ich habe dich vermisst", antwortete Micke und sie küssten sich leidenschaftlich. "Ekelhaft"; kommentierte Josefin und zog an der Jacke ihrer Mutter Ihre Eltern lachten. Oscar, der Per umarmt hatte, wollte seine Mama nun auch begrüßen. Marie trug ihn zu ihrem Mercedes. Marie grinste, als sie nach Hause fuhren. Sie fühlte sich nun wieder sicher. Nur fiel ihr auf, dass Åsa gar nicht am Flughafen war. In der Nacht konnte sie nicht schlafen. Was, wenn sie das nicht schaffen würde? Was wenn Per tat, was er ihr versprach zu tun? Sie bekam weiche Knie sobald sie nur daran dachte. Ihr Gesicht wurde heiß, ihr Herz begann schneller zu schlagen. Nein, nein, nein nicht noch einmal.

Die nächsten zwei Wochen verliefen entspannt, sie besuchte Freunde und kaufte neue Möbel für Oscars Zimmer. Micke ging ans Telefon, als die Möbelfirma anrief und sagte, dass nun alles da war. Er mietete einen kleinen Bus und fuhr los um die Möbel zu holen. Dort traf er Åsa. Sie sah nicht gut aus. "Hej", begrüßte er sie, und umarmte sie. "Hej", murmelte sie. "Was ist los?", fragte er. Sie seufzte: "Also weißt du es noch gar nicht, wie?" "Was wissen?" Micke war verwirrt. "Per und ich lassen uns scheiden." "Oh, das tut mir leid. Warum? Ihr saht immer so glücklich aus. Hat er jemand anders kennengelernt?" An diesem Punkt brach Åsa in hysterisches Gelächter das zu wütendem Weinen wurde. Jetzt war Micke wirklich besorgt. Er führte sie zu seinem Auto, drückte sie fast hinein, kletterte hinter ihr in den Bus. "Sprich mit mir", befahl er. "Ich kann nicht", jammerte sie. Micke umarmte sie erneut, streichelte über ihr Haar. "Natürlich kannst du, ich bin dein Freund", machte er ihr Mut "Per liebt Marie", sagte sie schließlich in seine Schulter hinein. "Was hat das damit zu tun, dass ihr euch scheiden lassen wollt?" "Er LIEBT sie." "Was?" Åsa sah ihn nun an. "Ja, sie...oh Gott...ich sollte nicht mit dir reden..." "Erzähl weiter, ich muss es wissen." "Da war etwas zwischen ihnen in der Nacht vor dem Konzert in Halmstad diesen Sommer." "Und was?" "Schalte deine Phantasie ein", forderte sie mit heiserer Stimme.

Micke riss seine Augen auf "Du meinst, sie..." Åsa nickte und dann bedeckte sie ihr Gesicht mit den Händen. "Er hat es mir gebeichtet und als ich ihn darum bat, Roxette aufzugeben, so dass wir unsere Ehe retten können, sagte er nein...deshalb lassen wir uns scheiden...nicht dass ich ihm das nicht vergeben könnte, aber er will weiter mit ihr arbeiten..ich meine..ich bin nicht doof." "Marie hat davon NIE etwas erzählt, Ich denke nicht mal, dass sie Per momentan sehr mag und ich bin sicher, dass sie nichts davon weiß, dass Per und du euch scheiden lasst, das hätte sie mir erzählt." "Mach dir eines klar Micke: Marie hängt da mit drin, Per hat sie schließlich nicht vergewaltigt." Plötzlich verstand er Maries verändertes Verhalten im Bett. Åsa sah wie er wütend wurde. "Sie, sie..", er brachte die Worte einfach nicht raus. "Micke, beruhige dich, du brauchst einen kühlen Kopf. Wir sind alle nur Menschen." Er lachte kurz auf und brachte auch Åsa zum Lachen an. "Wie stehen wir nun da?", sagte er. Sie nickte, außer Atem vor Lachen. "Es mag verrückt klingen, da diese Geschichte keine 30 Minuten hinter mir liegt, aber ich denke, wenn das alles hinter uns liegt, dann werde ich dich um ein Rendezvous bitten", sagte Micke Åsa starrte ihn an. "Bitte?" "Du siehst gut aus, frisch, und ich habe dich immer bewundert." "Mikael", es war das erste Mal, dass sie ihn mit seinem vollen Namen ansprach. "Antworte mir jetzt nicht, ich werde dich anrufen, wenn...naja, du weißt schon." Sie verließ das Auto ohne ein weiteres Wort. Auf dem Weg zu ihrem Jeep fing sie an zu grinsen. Es gab eine neue Richtung für sie.

Kapitel 9

Marie verbrachte den Nachmittag im Dahlgren-Attling-Haus, trank Kaffee, Wein und aß gutes Essen. Als sie nach Hause kam, hörte sie ihren Mann und Oscar im ersten Stock arbeiten. Sie zog ihre Schuhe aus und holte eine bequemere Hose aus dem Schrank. "Braucht ihr Hilfe?", fragte sie, als sie reinkam. "Sicher", sagte Micke, reichte ihr einen Schraubenzieher und zeigte was zu machen ist. Oscar unterhielt sie mit einer netten Geschichte. Der Junge hatte eine Phantasie für zwei. Josefin kam von ihrer Ballettstunde zurück und war hungrig. Marie machte ihr eine extra Portion Spaghetti, mit grünen, orangenen und schwarzen Nudeln mit einer Tomatensoße und viel Käse. Der Gurkensalat wurde ebenfalls von allen ohne Murren gegessen und die Ananas zum Nachtisch mochten alle. Die Kinder schliefen schnell ein, nachdem Marie ihnen eine Geschichte vorgelesen und danach das Licht gelöscht hatte.

Marie und Micke trafen sich im Wohnzimmer. "Warum bist du böse auf mich?", fragte Marie unverzüglich. "Vielleicht weil du mich mit Per betrogen hast?", schoss er kalt zurück. "Ok, es tut mir leid, es war nur einmal und es wird nicht wieder passieren", sagte sie total überrascht. "Seltsam..ich kann dir nicht glauben." "Bitte, ich vögel nicht in der Gegend rum" "Seit..naja..diesem Tag in Halmstad..warst du..sagen wir viel wilder im Bett..nicht dass mich das stören würde..aber jetzt weiß ich den Grund." Marie schämte sich. "Woher..?" "Ich hab Åsa getroffen.""Åsa weiß es?", entfuhr es Marie. "Per hat es ihr gebeichtet.""Dieser verdammte Idiot.""Genau und jetzt lassen sie sich scheiden.""Oh mein Gott.""Und ich werde mich von DIR scheiden lassen", sagte Micke. Er erwartete eine bestimmte Reaktion, doch die kam nicht. Sie sah ihn an. "Mach was du willst", antwortete sie und schaltete den Fernseher ein.

Marie und Per blieben auf Distanz, obwohl sie jeden Tag eng zusammen arbeiteten. Per wusste, dass Åsa mit Micke ausging und das gefiel ihm irgendwie. Als die Aufnahmen wieder starteten und Per merkte, dass Micke niemals auftauchte um zuzusehen, ahnte er, dass die Ereignisse wohl auch Maries Ehe überkommen hatten. Sie schien nicht zu ruhig sein, aber auf der anderen Seite war sie eben ruhig, ausgeglichen und sanft. Sie machte ihn verrückt mit sexy Outfits, damit dass sie mit den anderen Musikern flirtete und mit ihrer Stimme, die seine innerste Seele erreichte. Nebenbei war sie sehr nett zu ihm, keine Launen, keine bösen Worte. Manchmal wollte er sie so lange schütteln, bis sie wieder normal wurde.

Marie kämpfte jedoch hart damit, genau so zu sein. Sie wollte nicht wieder schwach werden. Sie wusste, dass seine Wut auf sie nie gewichen war. Micke suchte nach einem Zeichen, dass Per und Marie zusammen waren, aber es war nichts zu sehen. Er sprach mit Asa und sie fragten sich, wie lange es dauern würde, bis sie aufhören würden, sich wie Teenager zu verhalten. Die junge Frau an der Rezeption des Hotels war sehr nervös. Dieser Mr. Gessle war außer sich. "Was meinen sie mit einer Suite? Ich bin sicher, dass sie zwei gebucht haben. Checken sie das nochmal", sagte er wütend. "Hab ich schon. Es tut mir leid, hier, ich kann ihnen die Reservierungs-e-Mail zeigen." Sie legte das Papier vor ihn, gerade als Marie zu ihnen kam. Sie war müde vom Flug, das Wetter war schlecht und das Flugzeug wurde kräftig durchgeschüttelt. Toller Beginn für eine Promotour, dachte sie, immer noch unwohl fühlend.

"Probleme?", fragte sie. Per blickte kurz zu ihr. "Elin hat für uns eine Suite reserviert und das ganze Hotel ist ausgebucht. Keine Chance ein zweites Zimmer zu bekommen. Willst du auf der Couch schlafen?" Die Rezeptionistin stand den Tränen nahe. "Bitte, holen sie nicht den Manager, sie wird mich feuern, und ich brauche das Geld, ich bin nur eine arme Studentin.", flüsterte sie. Per war nicht immun gegen ihre Darbietung. Er lachte sie an. "Es ist nicht ihr Fehler, ok? Natürlich werde ich nicht den Manager rufen, und nun geben sie mir die Schlüssel." "Hier, bitte schön! Ich liebe ihre Musik", sagte sie dann. "Haben sie morgen abend schon was vor?", fragte Per. "Nein, wieso?" "Schreiben sie ihren Namen und ihr Nummer auf. Unser Manager wird sie morgen anrufen und sie in die Show lassen, wenn sie wollen." Das Gesicht des Mädchens hellte sich auf: "Ja, bitte." Per ging zum Aufzug, ohne darauf zu achten, ob Marie ihm folgte. Sie tat es, still. Es war das erste Mal, dass sie alleine waren, seit der Nacht in New York City.

Marie nahm sich ihre Bettsachen von dem großen Bett und brachte es zu der Couch. "Ist es ok, wenn ich gleich schlafen gehe?", fragte sie. Per nickte und verließ den Raum. Er setzte sich aufs Bett, zog seine Schuhe aus. Marie, ihren Kulturbeutel unter dem Arm, lief hinter ihm ins Badezimmer. "Ich werde nicht lange brauchen", murmelte sie. Als sie raus kam, spürte Per dass sie noch nicht ganz trocken war. Sie hatte ihren Pyjama an. Er enthüllte nichts, aber er wusste, was darunter war. Dies würde eine harte Nacht werden. Marie nahm eine Schlaftablette und war fast sofort eingeschlafen. Sie musste fit sein am nächsten Tag.

Per war auch schnell eingeschlafen und wurde vom Weckdienst wach. Er horchte, ob Marie bereits wach war, aber konnte nichts hören. Er nahm eine Dusche und zog sich an. Dann ging er ins Wohnzimmer. Sie schlief, die Decke hochgezogen bis zum Hals. Er lehnte sich zu ihr runter, berührte ihre Schulter. "Marie, es ist Zeit, du musst aufstehen", flüsterte er. Sie bewegte sich, aber hielt ihre Augen geschlossen. Per streichelte ihre Wange: "Honey, ich habe Frühstück bestellt." "Hmm", murmelte sie. Per zog langsam die Decke weg. Sie schauderte. Unbewusst streckte sie ihre Arme aus, um Pers Hals. Sie kuschelte sich an ihn. Sie blieben so, was ihnen wie eine Ewigkeit vorkam, bewegten sich nicht. DieTür klingelte und sie lösten ihre Umarmung, Marie setzte sich auf. "Was?" Per sprintete zur Tür. "Kaffee, nehme ich an", sagte und öffnete dem Kellner. Im Bad, in das sie schnell geflohen war, fragte sie sich, was sie schon wieder getan hatte. Sie hätte keine Schlaftablette nehmen sollen, sie war ganz benommen davon.

Per hatte die Suite verlassen, als er zurückkam, war sie angezogen und geschminkt. Sie setzte sich an den Tisch und frühstückte. Las die Zeitung und wollte sich selbst glauben machen, dass das alles nur ein Traum war. Dimman holte sie ab und sie sprachen darüber, wie sie den Abend gestalten wollten, in welchem Restaurant sie essen wollten und ob noch Zeit war für Shopping. Schneller als gedacht kam der Abend, und damit auch die Show. Der Soundcheck war ok, keine Probleme, die Ausrüstung funktionierte glänzend. Champagner floss in Strömen, das Buffet war riesig, und das neue Album spielte im Hintergrund. Es gab einen großen runden Tisch an dem alle saßen, plauderten, lachten und nochmal die Show Revue passieren ließen. Sie saßen nebeneinander, ihre Knie berührten sich. Schließlich hatte Marie ihre Hand unter dem Tisch. Per hatte darauf gewartet. Er lag seine eigene Hand auf ihre, legte seine Finger zwischen ihre. Er hörte, wie sie den Atem anhielt. Sie trank etwas aus dem Glas, aber ließ seine Hand nicht los.

Es war eine lange Nacht, fast 2 Uhr in der Nacht, bis jeder in seinem Zimmer war.. "Gute Nacht", sagte Marie als sie aus dem Badezimmer kam. "Gute Nacht", antwortete Per, stand auf, nahm sie in die Arme. Er umarmte sie fest, gab ihr einen zärtlichen Kuss und verschwand im Bad. Dieses Mal hatte sie keine Tablette genommen. Sie lag auf der Couch, starrte in die Dunkelheit, hörte auf seine Geräusche, das Klicken als das Licht ausging. Sie stellte sich vor, wie er aussah, wenn er schlief, süß wie ein kleiner Junge. Per stand auf und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Dann lag er sich wieder ins Bett. Für einen Moment dachte Marie daran, die Tür wieder zu schließen, aber sie dachte, dass das sehr albern wäre. Beide schliefen mit dem Gedanken aneinander ein.

Am nächsten Morgen brach die Hektik aus, der Computer war ausgefallen, niemand wurde geweckt, und alle waren zu spät. Per und Marie zogen sich in aller Eile an, teilten sich das Bad zum Waschen und Zähne putzen. Marie hatte Pers Koffer gepackt und dann rannten sie die Treppe hinunter um in den Shuttle Bus zum Flughafen zu steigen um den Flug zurück nach Stockholm zu bekommen. Marie lachte immer noch, als sie in ihren Sitz im Flugzeug fiel. Per keuchte, aber trotzdem rannte auch er vorher zum Flugzeug. Er grinste sie an. "Das war nett", sagte sie. "Und ich bin fast so schnell wie du", ächzte er. Sie tätschelte sein Knie: "Absolut. Es zahlt sich aus, das Fitnessstudio zu besuchen." "Ja, Muskeln überall dort wo sie hingehören". Darüber hatten sie nie gesprochen. Marie nickte und steckte ihre Nase in ein Magazin, dass sie mitgebracht hatte. "Bitte lies nicht, ich will mit dir plaudern", bat Per. Sie wurde rot. "Worüber?" "Zum Beispiel wie süß du am Morgen aussiehst." "Per.""Und dass du deine Nase kräuselst, wenn du schläfst." "Du hast mich beobachtet." "Nur ein paar Sekunden. Warum hast du mir nichts von dir und Micke erzählt?" "Ich denke aus demselben Grund, aus dem du mir nichts von dir und Åsa erzählt hast." "und der wäre", konterte Per. "Du willst nicht, dass ich weiß, was für einen Einfluss dieser Fehltritt auf dein Leben hatte", Marie klang schnippisch. "Exakt." "Noch etwas?" "Ich habe immer noch nicht mein Versprechen eingelöst..nein, antwortete nicht, denke einfach an unser kleines Intermezzo in New York. Ich habe keine Beschwerden von dir darüber gehört. Oder?" Marie schlug auf seinen Schoß: "Halt die Klappe."Einen". "Einen was?""Für jeden Schlag, den du mir gibst, biete ich dir einen Orgasmus an. Und jedes Mal wenn du meinen sexy Körper haust, werde ich dir einen mehr schenken." Per schürzte seine Lippen. Sie sah aus, als wollte sie einen Boxkampf starten. Und dann lachte sie. "Du bist so lustig", sagte sie und widmete sich wieder ihre Zeitung. Er konnte nicht wissen, dass sie nur vorgab zu lesen, da sie die Seiten ganz normal umblätterte. Alles woran sie dachte, war Per, wie er ihren Körper in Exstase versetzte und zwar in jeder erdenklichen verwegenen Art und Weise.

Kapitel 10

Marie summte vor sich hin, als sie ihr Haus verließ. Micke hatte zuvor die Kinder abgeholt, und sie informiert, dass er mit ihnen zu Åsa und Gabriel fuhr. Sie würden die Nacht in seiner neuen Bleibe verbringen und er würde sie am nächsten Abend zurückbringen. Es war perfekt. Marie konnte ihren kleinen Plan also durchführen Sie wählte eine Nummer. "Was willst du", fragte eine unhöfliche Stimme. "Hi. Würde es dir was ausmachen zu schauen ob du meinen Pyjama eingesteckt hast?" "Warte." Sie hörte ihn rascheln und dann ein dumpfes Geräusch, als etwas hinfiel. "Nein, er ist nicht in meinem Koffer. Ruf das Hotel an, vermutlich ist er dort." "Danke Sweetie", antwortete sie. Sie grinste. Er war also zu Hause.

Sie fuhr in die Stadt und parkte etwa 100m von seinem Haus entfernt. Es war zwar kalt, das Stück zu laufen, aber sie joggte und kam schnell an. Sie klingelte. "Hallo", immer noch unfreundlich. "Ich bins. Kann ich hochkommen?" "Verdammt, dein beknackter Pyjama ist nicht hier." "Ich weiß, ich bin nicht taub. Muss ich jetzt hier stehen und weiter frieren?" Ohne weitere Worte betätigte er den Buzzer und ließ sie rein. Er stand im Türrahmen und sein sicheres Auftreten wurde innerhalb von drei Sekunden zur Verwunderung. Marie trug High Heels, einen langen Wollmantel und ihr Pyjamaoberteil. "Hi nochmal", sagte sie. Per ging zur Seite, so dass sie eintreten konnte. Sie hing ihren Mantel an die Garderobe und streifte ihre Schuhe ab. Seine Augen hingen an ihren nackten, sexy Beinen. Ihm wurde bewusst, dass er noch kein Wort gesagt hatte. "Darf ich dir was zu trinken anbieten?" "Später", antwortete Marie. Sie fing an, die schwarze Satinpyjamajacke aufzuknöpfen. Per versteckte seine Hände in seinen Taschen und schaute zu. "Was tust du?", fragte er, als sie vor ihm stand, nur noch in einem hautfarbenen BH und einem schwarzen String-Tanga. "Noch nichts", stellte sie fest und schritt auf ihn zu. "Du schuldest MIR was." Ihre Augen verschmolzen mit seinen, ihre Lippen luden ihn förmlich ein. Per wollte sich auf sie stürzen und sie gleich auf der Stelle nehmen, aber er konnte sich zusammenreißen. Zunächst kamen die Küsse. Lang, ruhig, tief, feucht. Marie hatte ihren Vorsatz verloren. Sie wollte ihn so sehr. Sie war schon feucht und heiß. Sie berührte seine Erektion durch seine Hose und hörte ihn sanft in ihren Nacken aufstöhnen. Sie rieb ihn bis zur totalen Steifheit. Er schob sie weg, aber hielt sie fest, als sie die Balance verlor. Mit seiner freien Hand öffnete er seinen Reißverschluss, während Marie weitermachte. Er kam in ihrer Hand, in dem Moment, als sie die Hose ausgezogen hatten. Sie lachte und küsste ihn. "Gott, du bist der süßeste Kerl überhaupt."

Er setzte sich auf die Couch. "Das ist mir nicht passiert, seit ich ein Teenager war." Marie kletterte auf seinen Schoß. "Ich fühle mich geehrt." Sie streichelte ihn überall, verlangte nach mehr Küssen und bald war er wieder bereit und voller Begierde. Er nahm ihren BH ab und nahm ihre Brüste in seinen Händen und dann in seinen Mund. Erregt durch ihr Aufstöhnen suchte er nach ihrem wärmsten Ort. Seine Finger verschwanden und diesmal explodierte Marie. Per nutzte diese Minuten als sie auf ihm lag um ihren Slip auszuziehen. Er knetete ihren kleinen Hintern. "Die süßesten Arschbacken", flüsterte er in ihr Ohr und hob sie auf ihn drauf. Marie schloss ihre Augen und biss sich auf die Lippen. Er küsste ihre Nase, zog sie zu sich und küsste sie leidenschaftlich. Sie flüsterte seinen Namen. "Das ist wirklich gut", sagte Per. "Ja", antwortete sie. Sie taten es in Zeitlupe. In Maries Kopf sang es, ein Rhythmus, der so alt war und noch nie so schön wie jetzt. "Willst du nun einen wirklichen Ritt?", fragte er plötzlich. Sie umklammerte ihn fester und das war alles was er brauchte. Sie schrie auf und zerkratzte seine Arme und Schultern. Sie hatte blaue Flecken, weil er sie so fest hielt, bis sie beide zusammen kamen.

Sie waren zufrieden..für den Moment..lagen in seinem Bett, bedeckt von zwei dünnen Decken und hielten sich fest, in der Dunkelheit. "Ich war so verrückt nach dir", sagte Per in die Stille. "Ich weiß, jetzt nicht mehr?" "Nein, DU wolltest MICH." "Unendlich." "Er rückte näher, suchte ihren Mund. "Und ich werde nirgendwo hingehen." "Was meinst du?", fragte sie. "In dem Song gehe ich, aber ich tu es nicht. Ich bin hier und ich werde bleiben.""Es ist dein Haus", stellte Marie klar. Per seufzte. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust. "Aber ich verstehe, was du sagen willst", beendete sie den Gedanken. Er spielte mit ihrem Haar, das immer so weich war. "Du könntest einen neuen Song schreiben, weißt du...über den Kerl, den du nie mehr verlieren wirst, egal was passiert."Marie lachte: "Das könnte man arrangieren."