Paper and glue
Es regnete in Strömen, die Bäume wurden im starken Wind hin- und hergeschüttelt. Stockholms Straßen waren verlassen. Jeder versteckte sich vor demSturm. Per saß am Klavier in seinem Apartment und seufzte. Für heute hatte er genug von Musik. Er hatte alles aufgeschrieben, was ihm durch den Kopf gegangen war, aber nichts stellte ihn wirklich zufrieden. Jahrelang hate er Lieder über verlorene Liebe, Beziehungsenden, Schmerz und so weiter geschrieben.
Jetzt, da seine eigene Liebe ihn verlassen hatte, konnte er einfach nichts schreiben. Er wollte ein Lied über sie schreiben. Einen schönen Song, um ihr Lebewohl zu sagen..vielleicht, damit sie sich schuldig fühlte, ihn verlassen zu haben..und auch, um etwas Abstand zu gewinnen. Aber nichts fiel ihm ein und die Dinge, die er heute getan hatte, waren unbrauchbare Bemühungen. Er lief durch den Raum, sammelte etwas Geschirr ein und brachte es in die Küche. Dort schaute er aus dem Fenster.
Das Wetter war furchtbar, aber es passte ihm ganz gut, es machte seine Stimmung perfekt. Das Haus war still und als er sich auf die Couch setzte, erschrak ihn sogar das Geräusch des Leders. Gott, in diesem Zustand zu sein, ist nicht gut, dachte er. Irgendwo in seinem Hinterkopf, flüsterte ihm eine leiste Stimme zu, dass alles seine Schuld war. Er wollte diese Gedanken abwenden, indem er den Fernseher einschaltete, aber es half nicht. Die kleine Stimme war immer noch da, erzählte ihm jetzt, wie blöd er war, wie ignorant und stur. Es stimmte. Er wusste, als er sie heiratete, dass Åsa nicht die Liebe seines Lebens war. Doch trotzdem war sie die einzige Frau auf der Welt, bei der er sich sicher fühlte, bei der er er selbst sein konnte. Und er konnte sagten, dass er sie ohne jede Reue oder Schuldgefühlen liebte. Das tat er wirklich. Er liebte sie von dem Moment an, als sie sich das erste Mal trafen, bis jetzt. Er liebte sie immer noch. Sie war immer gut zu ihm gewesen; ihre Beziehung wurde mit den Jahren immer besser. Aber etwas hatte sich in ihm geändert vor einiger Zeit. Er fing an, sich mit seinen Gefühlen für diese andere gewisse Person zu beschäftigen, diese andere Frau, ohne die er nicht leben konnte. Sie wurde wichtiger für ihn als alles andere und er hatte es noch nicht einmal bemerkt. Åsa tat es..Frauen schienen für so was einen siebten Sinn zu haben, dachte Per. Es waren jetzt sechs Monate, seit seine Frau ihm mitgeteilt hatte, dass sie die Scheidung wollte.
Sie hatte sich eines Abends mit ihm hingesetzt. Ein normaler Abend, kein spezieller Tag. Er hatte es nicht kommen sehen, er hatte nichts dergleichen erwartet. Sie hatte bereits mit dem Anwalt gesprochen, als sie ihn damit konfrontierte. Sie sagte, dass sie fühlte, dass sie ihn nicht mehr glücklich machen konnte. Sie hätten sich auseinander gelebt, vielleicht sogar aufgehört sich zu lieben. Sie wäre verletzt, sagte sie, und nun wolle sie ihn verlassen. Es wäre wohl am Einfachsten, wenn jeder seine eigenen Wege ginge. Per stimmte ihr nicht zu; das war mit Sicherheit nicht am Einfachsten. Er sagte ihr, dass sie unrecht hatte, dass er sie immer noch liebte und dass es keine andere Frau in seinem Leben gebe, die so wichtig für ihn wäre wie sie und dass er auch keine andere Frau hatte. Sie wusste, dass er nicht fremdging oder eine Affäre hatte, aber sie sagte, dass sie verhindern wollte, dass es überhaupt erst soweit käme. Ich weiß, dass du auch jemand anders liebst und ich bin nicht länger damit zufrieden, die zweite Wahl zu sein. Ihre Worte hatten ihm Angst gemacht. Was hatte er getan oder gesagt, dass sie so dachte? Hatte er so sehr, seine eigenen Gefühle ignoriert? Per schaltete den Fernseher ab. Es gab nichts zu sehen, nichts zu tun und niemanden zum Reden. Er hätte auch ins Bett gehen können. Es war immer noch früh, noch mehr, da es Freitag Abend war und er das ganze Wochenende für sich alleine hatte. Aber er war deprimiert und verging so sehr vor Selbstmitleid, dass es ihn wütend machte. Also ging er ins Bett, starrte die Decke an, hörte dem Regen zu während sich Dunkelheit in ihm und um ihn herum breit machte. Er hatte wirklich Angst davor, einem weiteren Tag ins Auge zu blicken.
Auf der anderen Seite der Stadt, etwa eine halbe Autostunden von ihm entfernt, hatte die Party gerade erst begonnen. Marie hatte gerade eine neue CD beendet und feierte dies mit den Leuten, die daran gearbeitet hatten. Micke schenkte jedem Champagner ein, während Clarence ein Lied auf dem Klavier spielte. Katarina, die mit Marie auf Tournee als Backgroundsängerin und nun ebenfalls auf dem neuen Album sang, begann, einen alten Soul-Song zu singen. Marie lächelte. Sie war stolz auf sie alle; alle hatten die letzten Monate sehr hart gearbeitet, um das Projekt positiv zu einem Ende zu bringen. Es war hart: jeder war so beschäftigt, dass die Dinge sich verzögerten. Jetzt endlich war die CD fertig. Die Songs waren gemischt, die Bilder für das Cover waren ebenfalls gemacht und in zwei Wochen würde die CD in den Läden stehen.
Marie setzte sich auf die Couch, schlug die Beine übereinander und ließ ihren Blick durch den Raum wandern. Sie konnte es kaum erwarten, ihre Arbeit mit dem Rest der Welt zu teilen. Ihre neuen Songs waren anders als die, die sie vorher geschrieben hatte und sie war neugierig, wie die Fans reagieren würden, sogar ein bisschen nervös. Der Song endete und alle applaudierten Clarence und Katarina. Clarence setzte sich zu Marie auf die Couch. "Du siehst sehr zufrieden aus", sagte er mit einem Lächeln und nippte am Champagner. Sie nickte. "Ich bin es. Jetzt kann ich es kaum erwarten, wie es weitergeht, was die Leute sagen werden, diesmal bedeutet es viel mehr". Sie waren für eine Weile still. "Hast du etwas von Per gehört?", fragte sie ihn und sah nun ernst aus. Clarence schüttelte den Kopf. "Nein, ich denke, es ist schon einige Wochen her, als ich ihn das letzte Mal sah. Ich mache mir langsam Sorgen. Ich hoffe wirklich, dass er ohne Asa klarkommt." Marie seufzte. "Es ist so traurig, dass es so enden musste. Ich dachte, sie wären das perfekteste Paar, das ich jemals gesehen habe. Und ich denke, Per dachte das auch. Und dann, wie aus dem Nichts, sagt sie ihm, dass es vorbei ist. Mich würde ja immer noch interessieren, was in ihr vorging." "Ja, mich auch. Aber ich denke, das werden wir nie herausfinden, das letzte Mal als ich mit ihr sprach, war als Per ausgezogen war und ich im falschen Haus angerufen hatte." Maries Augen wurden groß und sie sah ihn. "Ja, das war eine blöde Situation, ich wusste, dass Per ausziehen wollte und nach Stockholm wollte und er sagte, er würde mich anrufen, wenn er hier wäre. Aber als ich nichts von ihm hörte, rief ich bei ihm an, habe aber leider die falsche Nummer erwischt. Als Åsa dranging, war es natürlich zu spät. Marie kniff den Mund zusammen. Ihr tat es so leid für Per. Sie wollte wissen, was er so machte und wissen, ob es irgendwas gab, um ihm zu helfen.
Sie hatte mit ihm erst einmal seit der Trennung gesprochen. Er hatte sie angerufen, um ihr zu sagen, was passiert war. Die Unterhaltung war kurz und einfach. Er hatte Åsa verlassen, weil sie ihn darum gebeten hatte. Die Scheidung sollte so bald wie möglich durchgezogen werden und dass er eine Weile allein sein wollte. Seitdem kein Wort mehr von ihm. Sie hatte jedoch keine Zeit, um sich um ihn zu sorgen. Das Album hatte einfach all ihre Zeit in Anspruch genommen. Eine Stimme in ihrem Kopf veranlasste sie, sich schuldig zu fühlen. Nach allem war sie doch der Experte, wenn es um Trennungen ging, sie konnte sich also vorstellen, in welchem Zustand er war. Einen Moment lang, dachte sie darüber nach, ihn anzurufen. Aber es war schon nach elf Uhr, ein bisschen zu spät für einen Anruf.
Die Party ging sehr lange und der letzte Gast ging erst nach zwei Uhr. Marie war sehr müde und ging direkt ins Schlafzimmer. Micke folgte ihr ein paar Minuten später, als sie bereits im Bett lag. Ihre Gedanken waren abgedriftet. Zuerst hatte sie über Per und Åsa nachgedacht, doch dann musste sie an ihre eigene Ehe denken. Micke war der absolut beste Ehemann, den man sich wünschen konnte. Er machte sie immer sehr glücklich und ihre Persönlichkeiten passten perfekt zusammen. Aber tief in ihrem Inneren war immer noch dieses kleine unsichere Mädchen, das etwas vermisste, etwas suchte, das nicht da war. Wann war das letzte Mal, dass ihr Herz schneller schlug? Sie fragte sich das, als er ins Bett kam. Er rollte sich zu ihrer Seite; sie wusste, was jetzt passieren würde. Micke hatte ein paar Drinks gehabt und war nun etwas erregt. Sie hatte Recht, er legte einen Arm um sie und begann, ihren Nacken und ihre Schultern zu küssen. "Mmm, du fühlst dich so gut an", flüsterte er in ihr Ohr. Marie schloss ihre Augen und atmete tief ein. "Sorry Liebling, ich bin so müde", er seufzte irritiert, drehte sich weg und machte das Licht aus. Sie wusste, dass er jetzt wütend war. Es war schon so lange her, seit sie das letzte Mal Liebe gemacht hatten. Eigentlich war es sogar schon sehr lange her, als sie überhaupt etwas Leidenschaft teilten.
Marie rief Per am Sonntag Nachmittag an. Sie dachte soviel an ihn, seit sie mit Clarence gesprochen hatte, dass sie einfach wissen musste, was er tat. Der Klang seiner Stimme, als er ans Telefon ging, ließ sie daran zweifeln, ob das wirklich eine gute Idee war. Er klang deprimiert und kränklich. "Wie geht's Dir?", fragte sie schließlich. "Mm, ich denke ok." Stille. "Soll ich heute abend vorbeikommen? Mache dir etwas zu essen, lass uns etwas reden." Sie hörte ihn seufzen. "Ich bin nicht wirklich in der Stimmung für Small Talk und so, tut mir leid." Er antwortete mit flacher Stimme, ohne jegliche Betonung. "Das ist ok. Du musst nicht besonders lustig sein oder so. Ich denke nur, du brauchst ein nettes Essen, etwas Gesellschaft und eine gute Flasche Wein?", versuchte sie ihr Glück erneut. Er konnte nicht anders und musste lächeln. Sie war so bewundernswert und der Gedanke daran, dass sie sich um ihn sorgte, ließ ihn irgendwie behaglich fühlen.
Ein paar Stunden später öffnete Per ihr die Tür. Sie hatte eine große Tasche mit Essen dabei und begrüßte ihn mit einem breiten Lachen und einer warmen Umarmung. "Hallo", sagte er, während er die Tasche in die eine Hand nahm und seinen anderen Arm kurz um sie legte. "Hallo. Oh, du siehst müde aus. Ist es sehr schlimm?", sagte sie und schaute sich im Apartment um. Er hatte aufgeräumt, weil sie kam, aber es war immer noch klar, dass hier irgendetwas vor sich ging. Überall lag Papier, Zettel mit seiner Handschrift lagen überall verteilt und eine Gitarre stand neben der Couch. Sie folgte ihm in die Küche. Er schaute sie aus müden Augen an. "Ja, eigentlich ist es das", sagte er langsam. Sie packten das Essen aus und Per entdeckte zwei Flaschen Wein. Einen Rot- und einen Weißwein. "Zwei? Hast du was vor?", sagte er mit einem lustig-fragenden Blick in seinem Gesicht. Sie kicherte. üDen roten jetzt und den weißen für das Essen", antwortete sie. Per nahm zwei Gläser, öffnete den Wein und schenkte ihnen beiden ein. "Auf die Zukunft", sagte Marie zögerlich, Per nickte und lächelte. Marie machte Essen, während Per ihr zusah und hier und da etwas half. Es war ein einfaches, aber leckeres Essen; Tortilla Wraps gefüllt mit Hühnchen, Soße und Gemüse. Etwas leichten Salat auf der Seite und den Weißwein, um alles zu komplettieren. Sie aßen am kleinen Esstisch und sprachen darüber, wie die Dinge momentan liefen.
Zumeist sprach Marie, was für Per ok war. Er hätte es nicht erwartet, aber dass er sah, wie sie über normale Dinge sprach, tat ihm gut. Er fühlte sich fast normal. Ein etwas unbequemes Gefühl überkam ihn ein paar Mal, da Marie eigentlich die letzte Person war, die er sehen wollte. Jetzt begann er, sich über sie Gedanken zu machen, über ihre Freundschaft. Es schien, als hätten Åsas Worte ihn etwas paranoid gemacht. Immer, wenn sie diese Sachen gesagt hatte, fragte er sich selbst, nachdem er irgendeine Freundin traf, ob es irgendwas an dieser Freundin gab, was Åsa zweifeln ließ. Marie war immer etwas Besonderes, es war immer schon so ein warmes Gefühl in seinem Bauch, wenn sie ihn anlachte, ein spezieller Blick in seinen Augen, wenn sich ihre Blicke trafen. Aber war das nicht schon immer so? Dachte nicht Marie genau das Gleiche über ihn?
Nach dem Essen fragte er sie nach ihrem Album, es wäre unhöflich gewesen, das nicht zu tun. Wie Per bereits erwartet hatte, hatte sie etwas Musik für den Fall, dass es ihn interessierte, dabei. Als die CD anfing zu laufen, war Per freudig überrascht. Es klang frisch, neu und immer noch komplett nach Marie und das sagte er ihr. Sie war offensichtlich sehr stolz auf dieses Album und ihre Augen strahlten, als er ihr Komplimente machte. Sie diskutierten über die Lieder, während sie wieder den Rotwein tranken. Marie merkte, wie sie langsam beschwipst wurde. Der Wein tat sein Werk sehr gut. Einer der letzten Songs des Albums war eine dramatische Ballade. Es ging darum, wie es sich anfühlt, alleine zu sein, wenn man es nicht gewöhnt ist, wenn alles um einen herum dunkel wird, wenn man es nicht erwartet und man nicht mehr weiß, wie es passieren konnte, dass man den Halt verloren hat.
Sie waren still, Per hörte das Lied sehr konzentriert an. Er schaute für einen Moment weg, Marie auch. Dann hörte sie ein sanftes Seufzen, oh nein, weinte er? Marie stand nun von ihrem Stuhl auf und setzte sich neben ihn auf die Couch. Sein Kopf war immer noch in die andere Richtung gedreht. Sie legte eine Hand auf seine Schulter und drückte sanft zu. "Sorry", flüsterte er mit tränenerstickter Stimme. Sie streichelte über seinen Rücken. "Du musst dich nicht entschuldigen, es ist ok", sagte sie sanft. Er drehte sich um und sah sie an, die Augen rot und eine Träne floss über seine Wange.
Marie wurde auf einmal schwach. Sie hatte ihn noch nie so gesehen. Sie zog ihn zu sich und er ließ sich widerwillig von ihr umarmen. Nach einem Moment ließ er sich endlich fallen, weinte nun wirklich und hielt sie fest. Ihre Hände strichen über seinen Rücken und sie wiegte ihn etwas hin und her, als ob er ihr Sohn wäre. Es dauerte ein Paar Minuten, bis Per sich beruhigt hatte. Sein Kopf lag immer noch auf ihrer Schulter, ihre Wange auf seinem Haar. Ihre Hand strich immer noch über seinen Rücken.
Die CD stoppte und draußen hatte es aufgehört zu regnen und sie saßen immer noch in kompletter Stille dort. Pers Kopf bewegte sich nun auf und er sah sie an. "Danke." Er sagte es einfach und sanft. Sie lächelte nur und berührte seine Wange für einen Moment mit ihrer Hand. Er nahm ihre Hand in seine und behielt sie auf seiner Wange, dann küsste er die Handfläche. Maries Lächeln gefror. Das war nicht länger das Gefühl einer freundschaftlichen Umarmung, die Art wie Per ihre Hand küsste, ließ ihre Gedanken zu anderen Dingen treiben..merkte, dass sie das verwirrte und sie beendete die Umarmung langsam, aber entschlossen. "Noch ein Glas Wein?", bemerkte Per die plötzliche Veränderung in ihr, aber entschied sich, es für den Moment darauf beruhen zu lassen. Sein Herz schlug immer noch schnell; der Blick in ihren Augen, als er ihre Hand küsste, ängstigte ihn zu Tode.
"Du hast genau das gesungen, was ich gerade fühle", sagte Per und nahm ihr das Glas aus der Hand. "Eigentlich wollte ich dieses Lied überspringen, aber es war zu spät", sie fühlte sich jetzt schuldig dafür, dass er weinte. "Fühlst du dich denn wirklich so, gerade jetzt?", wollte er wissen. "Was? Wie in dem Lied? Uh, also..", sie sah ihn nicht an und suchte nach Worten. üAlso eigentlich tue ich das. Ich habe eine tolle Zeit mit Micke und den Kindern, aber irgendetwas vermisse ich. Ich weiß nicht, was es ist and ich fühle mich blöd dabei, meine Gefühle nach all den Jahren in Frage zu stellen. Ich meine..hmm, ich denke, das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber zu reden." Pers Herzfrequenz war wieder normal geworden. Er hatte verstanden, was passiert war, er hatte eine Art verbotene Linie übertreten zwischen ihm und Marie, eben genau mit dieser kleinen Geste, indem ihre Handfläche küsste. Er war jetzt nervöser, mehr als jemals zuvor wollte er wissen,was als nächstes passieren würde. "Ich denke, ich werde jetzt besser gehen, es ist spät", sagte Marie mit einem Blick auf die Uhr. Sie wusste, dass das albern klang. Es war noch nicht einmal halb zehn.
"Du bist auch verwirrt, stimmt's?", hörte Per sich überrascht selbst reden. Sie sah ihn an, die Augen in Alarmbereitschaft. "Was meinst du? Ich..", begann Marie, aber sie wusste, dass es da keinen Weg mehr raus gab. Er lächelte sie mit einem verwegenen Lächeln an. Sie wurde rot, als sie das sah. "Ja, ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen soll." Das ist verrückt, dachte Per. Er fragte sich, was in ihr gerade vorging. Es war jetzt eine Spannung zwischen ihnen, eine Art Spannung, die sie nie zuvor gefühlt hatten. Er beugte sich vor und nahm ihre Hand in seine. Er streichelte sie, sah sie an, dann führte er sie zu seinem Mund und küsste ihre Handfläche wieder. Marie starrte mit leichtgeöffnetem Mund auf ihre Hand, die Augen immer noch weit geöffnet.
Per küsste ihre Finger sanft mit seinen warmen Lippen. Maries Körper reagierte auf diese einfachen Küsse und sie hatte Angst vor dem, was als Nächstes passieren würde. üIch muss jetzt gehen", sagte sie plötzlich, zog ihre Hand weg und stand auf. Per schaute sie an, während sie ihre Jacke und ihre Tasche holte. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Sollte er sie bitten, zu bleiben? Eigentlich wäre es besser, wenn sie jetzt ginge. Er stand auf und folgte ihr zu Tür. "Marie, ich..". "Ich werde dich morgen anrufen." Sie standen im Türrahmen und schauten sich an. "Ok." Er beugte sich vor und gab ihr schnell einen kleinen Kuss auf die Lippen. Nur das, ein verstohlener Kuss. Ein weiterer Blick in ihre Augen und dann war sie weg.
Ein paar Stunden später lag Marie im Bett, starrte in die Dunkelheit. Sie hatte einen Streit mit Micke wegen einer albernen Sache, die sie bereits wieder vergessen hatte. Es machte keinen Sinn und war nur gut, um die Spannung abzubauen. Jetzt tat es ihr leid, als sie ihn hörte, wie er sich neben ihr ins Bett legte, sehr bedacht, sie nicht aufzuwecken. Ein Seufzer entwich ihr allerdings. "Bist du wach?", flüsterte Micke. "Ja." Er rückte nun näher. "Liebling, es tut mir leid wegen, na du weißt schon", spracht er sanft. "Ich weiß, ich sollte auch Entschuldigung sagen, es war blöd." Sie drehte sich auf den Rücken. "Ich hatte einfach schlechte Laune." Er beugte sich über sie, um sie zu küssen und sie ließ ihn. Als seine Hände unter die Decke wanderten, um sie zu berühren, fühlte sie wieder die Ablehnung in sich hochkommen. Aber diesmal ignorierte sie es.
Es war schon so lange her. Mickes Hand strich sanft über ihren Bauch und tastete sich langsam zu ihren Brüsten vor. Er vertiefte den Kuss, suchte nach ihrer Zunge. Seine Finger spielten mit ihren Brustwarzen, die darauf reagierten. Er seufzte. Seine Hand verließ ihre Brust, um wieder hinunter zu wandern, zum Bauchnabel, bis zu ihrer Hose, die er hinunterzog. Sein Mund fand seinen Weg zu ihren Brüsten. Seine Zunge spielte damit und seine Finger begannen, sich zwischen ihren Beinen zu bewegen. Marie starrte an die dunkle Decke. Alles an was sie denken konnte, war Per. Der Gedanke ängstigte sie, machte sie traurig, unbehaglich und verwirrt auf einmal. Warum war dieser kleine Kuss so besonders? Warum fühlte sie seine Lippen immer noch auf ihren brennen, als sie im Taxi saß? Was tat Micke eigentlich gerade und warum wurde sie nicht erregt, wie sie es gewohnt war? Diese Dinge beschäftigten sie, während Micke damit beschäftigt alles zu tun, damit es ihr gut ging. Sein Kopf kam hoch, um sie zu küssen.
"Oh Baby, du fühlst dich so gut an", flüsterte er, seine Stimme erstickt von Verlangen. Sie lächelte ihn an und zog dann ihre Hose komplett aus. Ihre Hände fanden ihren Weg unter die Decke zu seiner Hüfte, wo sie seinen Penis fand, hart und erregt. Sie drückte sanft zu, streichelte ihn. Micke legte sich auf sie und schob ihre Beine auseinander. Als er in sie eindrang, seufzte sie. Es war tatsächlich schon zu lange her, dachte sie. Micke war so erregt. Sie wusste, dass das nicht lange dauern würde. Seine Hände waren ruhelos, mussten sie überall berühren. Sein Mund verlor sich in ihrem Nacken, während er ihr Dinge zuflüsterte. Sie antwortete darauf. Sagte ihm, dass sie es mochte, sagte, dass es sich gut anfühlte. Doch ihre Augen waren immer noch kalt und starrten in die Dunkelheit.
Am späten Montag abend spielte Per verrückt. Marie hatte noch nicht angerufen und er konnte es kaum erwarten, mit ihr zu sprechen. Seine Gefühle hatten nun komplett ihren Weg verloren. Er hatte keine Ahnung, was er denken sollte, fühlen oder tun. Er dachte, einerseits müsse er sich für den vergangenen Abend entschuldigen. Auf der anderen Seite hatte sie ihn nicht gebeten, aufzuhören. Aber das war verrückt! Sie waren nun seit über 20 Jahren Freunde. Für Per war sie immer diese besondere Person. Sie war immer irgendwo in seinen Gedanken.
Als sie sich das erste Mal trafen, war es um ihn bereits geschehen. Gleich von Beginn an war er verrückt nach ihr. Er träumte von ihr, wachte nachts schweißgebadet und erregt auf, nach ein paar Monaten, vielleicht sogar Jahren, sagte er sich selbst, dass es nichts brachte. Sie würde sich nie in ihn verlieben, immer beschäftigt mit irgendwelchen Freunden, die so anders waren als Per. Sie wurden beste Freunde und Per wusste, dass er aufhören musste, in sie verliebt zu sein, da sonst die Freundschaft nicht klappen würde. Schließlich verliebte er sich in jemand anderen und vergaß seine Gefühle für Marie, er versuchte es zumindest. Alles war ihm nun so klar. Åsas Worte schallten in seinem Kopf: "Ich bin nicht mehr damit zufrieden, die zweite Wahl zu sein." Das war es, was sie sagte.
Åsa wusste es, dachte er. Vielleicht nicht, dass es Marie war, aber sie hatte das Gefühl, dass es jemanden gab, der seine Aufmerksamkeit hatte. Er schaute wieder auf das Telefon. Dann klingelte es, er sprang förmlich auf. Er ging langsam hin, wartete darauf, dass der Anrufbeantworter dran ging. Nach dem Piep wartete er, aber niemand sprach. Dann war da ihre Stimme: "Per, ich bin es..", er nahm sofort ab und stellte den AB aus.
"Ich bin hier." "Oh, hallo", sie klang schüchtern und sprach sanft. "Ich wollte mit dir reden. Aber eigentlich weiß ich gar nicht, was ich sagen soll, also dachte ich, ich rufe dich an und schaue, was dabei herauskommt", jetzt musste sie lachen und er ebenfalls. "Bist du zu Hause?" Marie bestätigte das. "Ja, Micke hat Proben und das Kindermädchen ist hier, also dachte ich, vielleicht.." Per schluckte und nahm einen tiefen Atemzug, bevor er sprach: "Willst du vorbeikommen?" Stille. "Marie?" "Ja, tut mir leid, ja, ich will vorbeikommen, wenn das ok ist." Ein breites Grinsen machte sich auf Pers Gesicht breit. Die kleinen Stimmen in seinem Kopf führten nun Krieg; die eine sagte "ja, ja, ja, sie kommt vorbei, was wird passieren", die andere schrie, dass er das nicht passieren lassen sollte.
Etwa eine Stunde später stand sie wieder vor seiner Tür. Es war schon nach elf Uhr. Per öffnete die Tür, sah sie mit einem süßen Lächeln an. "Hey", sagte er, öffnete die Tür noch weiter. "Hallo", antwortete sie. Sie trug eine einfache, enge schwarze Hose und einen weißen wollenen Pullover. Per konnte nicht anders als auf ihren Hintern zu schauen, als sie an ihm vorbeiging. Oh Gott, wenn er jetzt schon in dieser Stimmung war, was würde dann noch passieren? Marie fühlte sich wirklich gut in diesem Moment. Sie hatte beschlossen, zu ihm zu fahren und ihn wiederzusehen, um herauszufinden, was das alles bedeutete. Sie waren Freunde und nicht mehr, so hatte Marie es immer betrachtet. Aber jetzt schaffte er es, dass sie von ihm träumte. Das war nicht gut. "Also, Wein?", fragte er sie. Als er in die Küche ging, folgten ihm ihre Augen. Er trug ein enges schwarzes Hemd mit weißen Knöpfen, eine enge dunkelblaue Jeans und war barfuß. Sie hatte ein Strahlen in seinen Augen gesehen, als er die Tür geöffnet hatte.
Oh, es ging soviel vor in ihr. Sie wusste nicht, wo sie beginnen sollte, was sie sagen sollte. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, hierher zu kommen, dachte sie. Per schenkte ihnen etwas Rotwein ein und reichte ihr das Glas. "Ich liebe deine Cd wirklich", sagte Per. Marie wusste nicht, was er meinte, aber dann erinnerte sie sich an die CD, die sie gestern mitgebracht hatte. "Du hast sie vergessen, ich habe sie mir ein paar Mal angehört. Du hast deinen Stil ein bisschen verändert, aber es hört sich wirklich gut an." Sie dankte ihm mit einem Lächeln. "Wegen diesem Song..." Sie wusste sofort, welchen er meinte. Den Song, der ihn zum Weinen brachte. "Ich mache mir Sorgen um dich, wenn ich ihn höre." Marie presste die Lippen zusammen und schaute ihn nicht an. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte.
Das Lied sprach nur die Wahrheit. Sie fühlte sich alleine, gefangen, Dunkelheit, einsam, nicht geliebt, noch schlimmer, ihre Ehe und ihr Leben waren langweilig und uninteressant für sie geworden. "Weißt du, du bist nicht alleine. Ich werde immer da sein, wenn du mich brauchst, so wie du gestern für mich da warst." Pers Stimme klang etwas zittrig, als er das sagte. Er war es nicht gewohnt, so etwas zu sagen. Sie schaute ihn an, mit traurigen und fragenden Augen.
Er saß auf der Couch, sie auf dem großen Stuhl neben der Couch. Er streckte seine Hand aus und berührte ihre Hand, die auf ihrem Schoß lag. "Danke," sagte sie. "Es ist seltsam, jetzt tröstest du mich, wo ich doch eigentlich herkam, um für dich da zu sein", stellte sie schmunzelnd fest. "Ja? Wir sind hier, um uns gegenseitig zu helfen, oder?" Sie nickte. Marie entschuldigte sich und ging auf die Toilette. Sie musste diesen Moment einfach unterbrechen. Im Bad sah sie sich selbst im Spiegel an. Sie sah Augenringe, sie hatte die letzten Nächte nicht viel geschlafen. Sie trug heute nur wenig Make-Up, was sie alt aussehen ließ.
Als sie zurückkam hatte Per leichte Hintergrundmusik eingeschaltet und ihr Glas wieder aufgefüllt. Als sie sich wieder in den Stuhl setzen wollte, klopfte er mit seiner Hand auf die Couch neben ihn. Seine Augen strahlten sanft und er lächelte sie an. Sie fühlte sich warm, als sie sich neben ihn auf die Couch setzte und er einen Arm um sie legte. Irgendwie passierte es, dass Maries Kopf auf seiner Brust lag, sein Arm lag auf ihrer Schulter, sein Kopf auf ihrem. Sie hörten Musik und unterhielten sich leise. Sie sprachen über die Vergangenheit, ihre Vergangenheit: "weißt du noch, als wir.." Per fiel eine alberne Situation während der letzten Tour ein und Marie kicherte.
Sie hob ihren Kopf, um ihn anzusehen. Er erwiderte ihren Blick, sah lebendig und intensiv aus. Genau so beugte er sich vor und seine Lippen berührten ihre sanft. Und noch mal. Sie sagten nichts, starrten sich einen Moment lang nur an. Marie fühlte, wie ihre Lippen brannten. Sie realisierte nicht, was gerade passierte. Sie wusste nur, dass sie mehr wollte. Sie rückte näher zu ihm, suchte seine Lippen und sie küssten sich wieder. Seine Lippen waren sanft und warm, sie fühlte sich, als würde sie ertrinken. Seine Zunge strich langsam über ihre Lippen, dann öffnete sie sie. Ein kurzes Seufzen entwich ihm, als der Kuss intensiver wurde, sie schmeckte so gut. Er ignorierte die Alarmglocken in seinem Kopf, die ihm sagten, dass das lächerlich war und dass sie doch nur Freunde waren.
Maries Hände schlangen sich um seinen Nacken, um ihn noch näher zu sich zu ziehen und er legte seine Hände auf ihre Hüfte. Er spielte mit ihrem Mund, sie hätte nie gedacht, dass er so ein guter Küsser ist. Per beendete den Kuss plötzlich und sie gewannen etwas Distanz. "Marie, was passiert hier?", sagte er, mit einem unsicheren Blick. Sie kicherte. "Wir haben uns geküsst", antwortete sie und beide mussten darüber lachen. Sie berührte sein Gesicht, ihr Daumen berührte seine Lippen. Er beugte sich vor und küsste sie auf den Hals, genau unter ihrem Ohr. Sein Atem auf ihrer Haut brachte sie zum Zittern. Es fühlte sich so gut an, von ihm berührt zu werden. Er drückte sie sanft auf die Couch, bedeckte ihren Körper mit seinem. Maries Körper erbebte. Sein Gewicht auf sich zu fühlen, ließ sie nur noch mehr von ihm wollen.
Während er ihren Nacken küsste, fuhr er mit einer Hand über ihren Pullover zu ihrer Hüfte. Mit einer kreisenden Bewegung berührte er ihren Hintern und drückte sanft zu. Sie musste kichern. Es war nicht nur sehr erregend, von Per so berührt zu werden, sondern auch lustig. Mit ihren Händen fuhr sie durch sein Haar, während sie den sanften Rhythmus seiner Küsse auf ihrer Haut genoss und ungeduldig darauf wartete, was seine Hand als nächstes tun würde. Er seufzte sanft. Die warme Luft aus seinem Mund brachte ihr wieder Gänsehaut.
Seine Hand bewegte sich von ihrem kleinen Hintern hinauf unter ihren Pullover und der Seide, die sie unten drunter trug. Ihre Haut war heiß, ihr Bauch zuckte zusammen, wenn er ihn berührte. Oh Gott, ihre Haut war so weich. Und sie ließ ihn weitermachen, seine Fingerspitzen fanden ihren Weg zu ihrem BH. Sein Kopf lag immer noch in ihrem Nacken, als er eine Hand auf ihre Brust legte. Er hörte, wie sie schwer atmete, ihr Herz schlug so schnell wie seines. "Ich will dich, Marie", flüsterte er sanft in ihr Ohr. Seine Stimme war tief und klang erregt, genau wie ihre, als sie antwortete. "Ja", seufzte sie. Sie konnte nichts sonst sagen, war auf die Hand unter ihrem Pullover konzentriert. Seine Finger schoben den BH weg und fanden ihre harten Brustwarzen, die er massierte. Das machte sie nur noch mehr an, ihr ganzer Körper spannte sich an und sehnte sich nach ihm.
Sie half ihm dabei, den Pullover und das Top auszuziehen und entledigte sich auch ihres BHs. Per hatte sie schon nackt gesehen, aber nie so nah und nie mit solch Verlangen in ihren Augen. Ihre Brustwarzen waren hart und ihre Haut schien zu zittern, wenn er ihre Brüste berührte.
Er senkte seinen Kopf, um ihre Brüste zu küssen und begann, mit ihren Brustwarzen zu spielen. Marie hatte ihre Augen geschlossen und den Mund ein wenig geöffnet. Sie drehte nahezu durch, als er eine Brustwarze in seinen Mund nahm und mit seiner Zunge berührte. Diese Stelle war wirklich eine ihrer sensibelsten und ihr Körper bewegte sich unter ihm.
Sein Kopf kam nun hoch zu ihrem Ohr. „Lass uns ins Schlafzimmer gehen“, flüsterte er. Sie standen langsam auf. Er legte seine Arm von hinten um sie, küsste ihre Schulter. Halb küssend, versuchend sich gegenseitig festzuhalten, liefen sie zum Schlafzimmer. Marie lachte, als er sie auf das Bett drückte. Er krabbelte auf sie, sein Gesicht über ihrem. Ihre Hände begannen, sein Shirt aufzuknöpfen; es war nun Zeit, auch etwas von ihm zu sehen. Er sah ihr dabei zu und zog dann sein Shirt aus. Ihre Hände wanderten über seine Brust. Er war gebräunt und trainiert, doch vor allem fühlte sich seine Haut extrem heiß an. Sie zog ihn an sich, musste ihn fühlen. Sie verloren sich erneut in einem aufregenden Kuss.
Er bedeckte ihren Körper mit seinem und sie spreizte ihre Beine für ihn. Dann merkte sie, wie sich ihre Hüften trafen. Er war hart und sie drückte ihre Hüften gegen ihn, um ihn noch mehr zu erregen. Per stöhnte leise, als er das merkte. Als Reaktion darauf, drückte er sich und seine Erregung gegen sie. Er unterbrach den Kuss und wendete sich wieder ihren Brüsten zu. Er zog sanft an den Brustwarzen, spielte mit ihnen, lutschte daran. Ihre Hände fuhren durch sein Haar und über seine Schultern, oh, er machte sie so heiß. Sie seufzte, als sein Kopf über ihrem Bauch hing und er begann, ihren Bauchnabel zu küssen, bis er schließlich ihre Hose erreichte. Er öffnete sie und zog sie aus. Jetzt sah er einen winzigen weißen durchsichtigen Tanga, der an ihr so sexy aussah. Es war fast eine Schande, ihn auszuziehen. Ihre Hände erledigten das aber wie von selbst und sie zog ihn runter. Er streichelte ihre Oberschenkel, küsste sie und legte seinen Kopf auf sie. Er schaute hoch und sah, dass sie ihn ansah, verlangend und wartend und sie biss sich auf die Lippen. Seine Hand strich über ihren inneren Oberschenkel, bis hin zu ihrer intimsten Stelle. Er fühlte, dass sie heiß und feucht war, fertig für ihn. Sie drückte ihre Hüften nach oben, spornte ihn an, weiterzumachen.
Marie stöhnte laut auf, als er mit einem Finger in sie eindrang. Er fügte einen zweiten hinzu und begann, mit seiner Zunge zu suchen. „Oh!“, dieses Geräusch versicherte ihm, dass er den richtigen Punkt gefunden hatte und er fuhr damit fort, sie zu entdecken. Ihr Körper bebte, ihr Bauch bewegte sich auf und ab und sie rief seinen Namen. Dann hörte er auf und küsste ihren warmen, weichen Bauch. Als er ihren Mund küsste, atmete sie schnell. Ihre Hände begannen, seine Hose schnell zu öffnen. Sie lagen einen Augenblick nebeneinander im Bett. Marie küsste ihn und spielte mit seiner Brust. Ihre Hand wanderte nach unten zu seinem Penis und sie fing an, ihn zu massieren und sanft zuzudrücken. Er seufzte erneut. Er musste seine Augen offen halten, um zu glauben, dass das alles wirklich passierte.
„Ich will dich…bitte..“, flüsterte sie zwischen heißen Küssen. Seine Hände strichen über ihren Körper. Er packte ihre Hüfte und zog sie zu sich. Langsam und vorsichtig drang er in sie ein, beobachtete ihr Gesicht. Sie lächelte ihn an und das war alles, woran er denken konnte.
Sie machten Liebe, wie sie beide es noch nie getan hatten. Ihr süßer Rhythmus schien ewig zu dauern. Sie konnten nicht genug voneinander bekommen. Sie flüsterte zarte Worte in sein Ohr, was ihn manchmal zum Lachen brachte und seine Konzentration unterbrach. Es fühlte sich so gut an, sie in seinen Armen zu haben. Per wusste nun, was er all die Zeit vermisst hatte.
Er bewegte sich langsam in ihr, er wollte nicht, dass es auch nur irgendwann aufhörte. Er küsste ihre Lippen, ihre Gesicht, ihren Hals. „Oh Per…du machst mich verrückt..dieser Rhythmus“, stöhnte sie. Er lächelte und ließ plötzlich von ihr ab.
Sie öffnete ihr Augen, um zu sehen, was er tat. Sein Kopf hing zwischen ihren Beinen und seine Zunge spielte wieder mit ihr. „Oh ja“, sagte Marie, während er das tat. Er war entschlossen, ein Ziel zu erreichen, was nicht sehr lange dauerte. Er sah, wie sich ihr Bauch und ihre Hüften auf und ab bewegten, ihr Gesicht konzentriert und ihr Körper zitternd. Ihr Rücken drückte sich nach oben, als sie kam und sie ließ diesem Gefühl mit einem kleinen Schrei freien Lauf.
Er wartete einen Moment, bis sie sich beruhigt hatte und nahm sie dann wieder in seine Arme. Sie hielt ihren Atem an und zog ihn auf sich. Er war sehr stolz und strahlte über das ganze Gesicht. Nun drang er wieder in sie ein, sie war heiß und feucht von den Gefühlen, die seine Zunge ausgelöst hatte. Sie schlang ihre Beine um ihn, was ihm erlaubte, noch tiefer in sie einzudringen. Er begrub seinen Kopf in ihrem Nacken, merkte wie es über ihn kam. Es dauerte nur ein noch ein paar Stöße, bis er kam, flüsterte ihren Namen und erlöste sich tief in ihr.
Sie lagen sich einen Moment lang in den Armen. Per küsste langsam ihren Nacken, atmete sie ein, fühlte ihr weiches Haar an seiner Nase. Sie ließ die Umarmung noch enger werden. „Ich muss bald gehen“, sagte sie sanft. Er seufzte. „Mmh, ich weiß. Wie fühlst Du Dich?” Sie drehte sich um, um ihn anzusehen. “Ich weiß es nicht, gut, zufrieden.” Sie antwortete mit einem Lächeln.
Etwa eine halbe Stunde später musste Marie gehen. Sie hatten nicht viel gesprochen, beide waren in ihren Gedanken verloren. Marie hatte schnell geduscht, Per stand im Türrahmen, Marie im Flur. Sie starrten sich an, beide warteten darauf, dass der andere sprach. „Also..“, beendete Marie die Stille. „Ja“, sagte er albern. Jetzt musste Marie kichern, mit einem verwegenen Blick in ihrem Gesicht. „Ich werde dich später anrufen, ok?“, versprach sie. Er nickte, lächelte ebenfalls. Dies war eine alberne Situation. Er fühlte sich, als würde sich von seiner ersten Freundin verabschieden, mit der Gefahr, dass die Mutter um die Ecke kam. Er war nervös, Schmetterlinge flogen in seinem Bauch herum und er fühlte sich mehr als jemals zuvor lebendig. Er war verliebt.
Marie lehnte sich vor und küsste ihn. Das warme Gefühl seiner Lippen ließen ihr Herz schon wieder schneller schlagen. Als sie den Kuss beenden wollte, nahm er ihr Gesicht in seine Hände, um sie nicht gehen zu lassen. Er küsste sie noch intensiver und voll von Leidenschaft. Dann ließen sie voneinander ab und er sah zu, wie Marie zu der Treppe ging, dann stand er im Flur, bis er die Tür unten ins Schloss fallen hörte.
Im Taxi auf dem Weg nach Hause lehnte sich Marie mit geschlossenen Augen zurück. Ein breites Lächeln machte sich auf ihren Lippen breit. Sie konnte nicht aufhören, an ihn zu denken, sein Lächeln, sein Mund, die sanften braunen Augen, die noch dunkler wurden, wenn er erregt war. Sie fragte sich, warum sie all das nicht schon vorher bemerkt hatte. Warum jetzt? Innerhalb von ein paar Stunden, hatte er ihre Welt komplett verändert. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie sich an den Sex erinnerte. Sie hatte schon fast wieder vergessen, wie schön es sein konnte.
Zur gleichen Zeit saß Per auf seiner Couch. Er hielt ein Glas Wein in seiner Hand und hatte die gleichen Gedanken. Er war neugierig, was die plötzliche Veränderung in ihrer Beziehung bewirkt hatte. Und wie es weitergehen würde. Waren sie jetzt ein Paar? Was war mit Micke? Er musste an so vieles denken. Er ging ins Bett, morgen war auch noch ein Tag, um sich Gedanken darüber zu machen und Pläne zu schmieden.
Es dauerte eine Weile, bis Marie wieder bei Sinnen war. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, sah sie Micke schlafend neben sich liegen. Sie wurde traurig. Was hatte sie getan? Sie hatte mit ihrem besten Freund geschlafen. Sie hatte ihren Ehemann betrogen, der immer gut zu ihr war, sie nie anlog und sich immer um sie gekümmert hatte. Aber dann kam das warme Gefühl zurück; sie war verliebt. Es gab keine Möglichkeit, das zu ignorieren. Sie fühlte mehr für Per, als sie jemals zuvor für jemanden gefühlt hatte, eingeschlossen Micke. Langsam und vorsichtig, um Micke nicht zu wecken, stand sie auf und ging auf Zehenspitzen aus dem Schlafzimmer. Es war noch sehr früh und dunkel draußen. Sie machte sich eine Tasse Tee und setzte sich in ihrem Pyjama auf die Couch. Gedanken schnellten durch ihren Kopf. Was jetzt? Was jetzt Marie?
Eine Woche später
Es war Freitag abend und ein sehr spezieller. Die offizielle Release Party für Maries neues Album. EMI hatte sie im Café Opera im Zentrum von Stockholm organisiert und Marie würde auch ein paar ihrer Songs auf der Bühne singe. Jede Menge Presse, Freunde und Kollegen wurden eingeladen. Marie war nervös. Sie hatte zwei Tage zuvor mit Per telefoniert, das erste Mal nach DER Nacht. Sie waren albern gewesen, kicherten und säuselten süße Dinge durch den Hörer. Das ernsthafte Gespräch, das Marie geplant hatte, als sie seine Nummer gewählt hatte, fand nicht statt. Und jetzt würden sie sich auf der Party wieder sehen.
Die Gäste betraten das Café während Marie in ihrer Garderobe saß. Sie machte sich fertig für den Auftritt. Sie trug eine leichte, enge Jeans und ein weißes Top und ihr Make-Up war einfach. Sie mochte, was sie im Spiegel sah. Sie hörte ein kurzes Klopfen an der Tür und Micke betrat den Raum. „Hallo, bist du fertig?“, fragte er, als er zu ihr ging. Er stand hinter ihr, legte seine Hände auf ihre Schulter und schaute sie im Spiegel an. Sie nickte und lächelte, während ein Anflug von schlechtem Gewissen sie durchströmte. Sie fühlte sich sehr schlecht, nachdem was zwischen Per und ihr gewesen war. Sie bedauerte nicht, dass es passiert war, es war zu gut gewesen, um es zu bereuen, aber sie fühlte sich wegen Micke trotzdem schlecht. Sie hoffte, dass ihr Verhalten ihm gegenüber sich nicht geändert hatte und er nichts merken würde. „Hey, bist du ok?“, fragte er. Marie seufzte. “Ja, es geht mir gut, ich bin nur..ein wenig nervös, denke ich.” Er legte seinen Arm um ihre Schultern und küsste ihre Wange. „Du wirst großartig sein, mach dir keine Sorgen“, flüsterte er und verließ dann den Raum. Als er die Tür schloss, begrub Marie ihren Kopf in ihren Händen und stieß einen tiefen Seufzer aus. Ja, sie war nervös, aber nicht wegen des Auftritts, auch nicht wegen der Präsentation der CD, sie war nervös, weil sie Per wiedersah und das Schuldgefühl gegenüber Micke brachte sie förmlich um.
Ein paar Momente später stand Marie da, wo sie sich am besten fühlte, auf der Bühne. Sie sang fünf Lieder mit ihrer Band; zwei alte Hits und drei von dem neuen Album. Promo poster vom Album und der Single hingen an der Wand hinter ihr und die Presse war überall. Sie fühlte sich wohl auf der Bühne und hatte eine tolle Zeit mit der Band und bekam eine wunderbare Resonanz aus dem Publikum. Das letzte Lied, das sie sang, war die traurige Ballade, die Per zum Weinen gebracht hatte. Es stand auf der Liste als nächste Single. Sie sang es und dachte an ihn, ihre Augen suchten ihn im Publikum, bis sie ihn fanden. Er stand in einer Ecke fast am anderen Ende des Raumes mit einigen Leuten von EMI. Er starrte sie an, sein Blick brannte sich in sie. Aus seinen Augen leuchtete ein greller Schein. Sie konnte das sogar aus dieser Entfernung sehen. Sie konnte nicht anders und musste ihn ansehen, in diese Augen schauen.
Clarence war ebenfalls im Publikum und stand nur ein paar Meter weg von Per. Er bemerkte ihren Blickaustausch. Er sah, wie sie sich anstarrten und wusste sofort Bescheid. Das war kein gewöhnlicher Blick, natürlich waren sie schon immer ein spezielles Paar gewesen und natürlich war ihre Freundschaft anders als andere gewesen, aber trotzdem, das war total neu für ihn und es machte ihn sehr nervös. Irgendwas ging hier vor sich zwischen ihnen, das musste es sein. Er lachte und kicherte, als ihm diese Idee kam. Nee, das konnte nicht sein, nicht Per und Marie…zusammen..das würden sie nicht. Würden sie?
„Entschuldige, Per!“, Marie Dimberg wedelte mit ihrer Hand vor seinem Gesicht. Jetzt sah er sie an, mit einem fragenden Blick in ihrem Gesicht. „Was?“ „Ob du noch einen Drink willst“, fragte sie, das dritte Mal schon. “Ja, bitte”, antwortete er abwesend und gab ihr sein Glas. Ihm war klar, dass er vorsichtig sein musste. Er wollte nicht, dass irgendjemand etwas von seinen Gefühlen für Marie erfuhr, vor allem nicht Dimberg. Als er ins Publikum sah, schaute er Clarence in die Augen. Per lächelte und nickte ihm zu. Clarence’ Blick jedoch war ernst und neugierig, er machte eine Geste, die sagte: „was ist los?“, als ob etwas nicht in Ordnung wäre. Per wurde rot..Mist, vielleicht war er doch nicht so gut darin, seine Gefühle für Marie zu verbergen.
Später
Marie saß in ihrer Garderobe. Sie hatte das weiße Top gegen eine leichte Bluse getauscht und entfernte ihr Bühnen- Make-up. Micke lief im Backstagebereich umher. Er war frustiert und wollte mit Marie sprechen. Er stand vor ihrer Tür, aber er wusste, nicht wie er anfangen sollte. Er hatte dieses unbeschreibbare Gefühl, dass irgendwas verdammt falsch lief. Sie war die ganze Woche schon nervös gewesen, ihre Gedanken schienen kilometerweit weg zu sein und während des Auftritts hatte sie ihn nicht einmal angesehen. Er hatte nicht die leiseste Idee, was er falsch gemacht hatte. Obwohl sie beide sich momentan gegenseitig das Leben schwer machten. Er dachte oft daran, dass sie vielleicht zu sehr aufeinander hingen, zusammen arbeiten, zusammen leben und die gleichen Freunde haben, lässt einem doch nur sehr wenig Zeit für einen selbst und er wusste, dass Marie das brauchte, er brauchte es ja auch. Durch ihr merkwürdiges Verhalten wurde er nervös. Was ging in ihr vor?
Marie war fast fertig und sie hatte Lust auf Party. Der Auftritt erhellte ihre Stimmung etwas. Dann klopfte es an der Tür. Sie seufzte. Würde das Micke sein? Sie hatte gesehen, wie er schaute, als sie die Bühne verließ. Er sah verwirrt und verletzt aus, genau so wie er es musste. „Komm rein“, sagte sie laut und stand auf, bereit zu gehen. Sie beugte sich über den Tisch, um sich noch einmal im Spiegel zu betrachten. „Ich bin fertig. Hast du zu Hause angerufen?“, sagte Marie. Micke hatte gesagt, dass er das Kindermädchen anrufen wollte, bevor die Party begann. Oscar hatte etwas Fieber und sie machten sich Sorgen um ihn.
„Ehm“, hörte sie hinter sich. Das war nicht Mickes Stimme und sie drehte sich sofort um. Per stand in der Tür, schaute sie an und hatte seine Hände auf dem Rücken. Sein Lächeln wurde noch breiter als er sah, wie Marie rot wurde. „Hallo“, sagte sie und ging langsam auf ihn zu. „Hi. Du warst wundervoll.” Jetzt da sie alleine waren, wurde Per etwas schüchtern und wusste nicht wirklich, was er tun sollte. Alles, was er sah, waren ihre Augen, ihre wundervollen hypnotisierenden Augen. Sie kamen sich näher und plötzlich stand sie direkt vor ihm. „Es ist schön, dich zu sehen“, sagte sie leise und stellte sich auf die Zehenspitzen um ihn zu küssen, ein kleiner Kuss auf seine Lippen. Sie schlossen ihre Augen für einen kleinen Moment, als sich ihre Lippen berührten.
Marie seufzte und lächelte ihn an. Sie küsste ihn noch einmal, diesmal etwas länger. „Ich habe dich vermisst“, sagte er und legte sanft einen Arm um ihre Schulter, um sie daran zu hindern, wegzugehen. Denn legte sie ihre Arme um seinen Hals und umarmte ihn fest. Er roch so gut. Auch er fühlte sich gut.
Per wurde etwas nervös, als er ihren Blick sah. “Lass uns gehen, sie warten alle auf dich“, sagte er und drehte sich zur Tür. Marie war aber schneller an der Tür, als er sie öffnen konnte. Sie stand direkt davor und versperrte ihm den Weg. „Nein, ich will noch nicht zu der Party gehen“, sagte sie langsam und leise. Der Blick in ihren Augen war verwegen und sie biss sich kurz auf ihre Unterlippe. Er kam näher und nahm ihr Gesicht in seine Hände. „Du solltest mich nicht herausfordern“,flüsterte er, dann küsste er sie. Erst sanft, aber als er merkte, dass sich ihre Lippen öffneten, bekam er Lust auf mehr.
„Oh du..“, stöhnte er zwischen heißen Küssen. Er drückte sie nun grob gegen die Tür, presste seine Hüften gegen ihre. Marie atmete schwer, als sie merkte, wie sich etwas Hartes gegen ihren Bauch drückte. Es klopfte an der Tür. Per und Marie sprangen nahezu meterweit auseinander. Sie konnten gerade noch rechtzeitig von der Tür weggehen. Clarence kam herein, mit einem riesigen Strauß Blumen. „Hallo, ich..oh..sorry“, alle drei standen dort, sahen sich mit großen Augen an und wurden während eines Moments der Stille rot. „Du warst großartig“, sagte Clarence zu Marie und gab ihr die Blumen. Sie lächelte schüchtern und murmelte ein „danke“. „Nun, dann lasst uns was trinken gehen“, sagte Per etwas zu enthusiastisch und verließ fluchtartig den Raum.
„Hab ich bei etwas gestört“, fragte Clarence als Per gegangen war. Marie versuchte zu lächeln und vorzutäuschen, dass alles ok war, aber er kannte sie einfach zu gut. „Willst du es mir erzählen?“, fragte er, als sie ihm nicht antwortete. Marie seufzte. „Es gibt ein..Problem..zwischen Per und mir…und, wir müssen es lösen. Es kann niemand sonst…und es..ist sehr hart“, stotterte sie und wusste gar nicht, was sie da eigentlich erzählte. „Marie, hör zu“, Clarence legte eine Hand auf ihre Schulter. „Ich habe euch beide während der Show sehr genau beobachtet. Irgendetwas geht da vor sich. Ich werde meinen Verdacht nicht aussprechen, weil es einfach zu lächerlich ist. Aber wenn ich es sehen kann , wer dann noch? Mh? Und wer noch wird es herausfinden und wird mit anderen Leuten darüber sprechen? Sie war still, starrte auf den Boden. Er hatte genau das gesagt, wovor sie am meisten Angst hatte. “Ich hoffe, ihr werdet dieses „Problem“ sehr bald lösen“, sagte er liebevoll.
Auf der Party wurde Marie von vielen Freunden, Familie und der Presse begrüßt. Sogar ein paar Fans hatten es ins Café Opera geschafft. Sie posierte, gab Autogramme und plauderte und schaffte es zwischendurch, die Bar zu erreichen. Sie brauchte einen Drink und sie brauchte ihn dringend. Per war nicht in Sichtweite. Eigentlich hoffte sie sogar, dass er gegangen war, so dass sie sich nicht mehr mit dem „Problem“ beschäftigen musste. Auf der anderen Seite konnte sie es kaum erwarten, ihn wiederzusehen…und ihn zu fühlen…und ihn zu schmecken…und ihn diese verdorbenen Wörter sagen hören.
„Ich denke, wir müssenreden.“ Marie verschluckte sich fast an ihrem Wein. Sie hatte den Kontakt zu Micke in der Menge bereits verloren, aber jetzt stand er direkt neben ihr, während sie trank. Noch mehr von diesen Überraschungen würden sie sicher noch zu einem Herzinfarkt bringen. Sie nickte und gab somit Antwort. „Ich denke auch, aber nicht hier.“ Er blieb kalt. “Warum nicht? Ich will wissen, warum du dich so seltsam verhältst und ich denke nicht, dass das warten kann”, forderte er. Marie seufzte und schaute zu Boden. „Du hast recht, etwas stimmt nicht, aber ich weiß wirklich nicht, wie ich dir das sagen soll, ausgerechnet jetzt.“ Sie wurde rot und sie fühlte sich wie ein Schulmädchen vor dem Lehrer, das wusste, dass es etwas getan hatte, was es nicht sollte. „Marie“, Micke nahm eine ihrer Hände in seine. Sie schaute in seine Augen und seine Unsicherheit und sein Schmerz schienen durch.
Sie beendeten das Gespräch an diesem Abend aber nicht mehr. Sie standen dort, hielten Händchen und tauschten schmerzerfüllte Blicke aus, als ein paar Kollegen rüber kamen und mit ihnen ein Gespräch begannen.
Marie war froh, dass sie Micke so ausweichen konnte, zumindest für diesen Abend. Micke hatte ebenfalls beschlossen, es ruhen zu lassen. Aber ihre Reaktion machte ihm Angst. Also war tatsächlich etwas anders. Sehr anders, wenn es ihr so schwer fiel, darüber zu reden.
Die Party war fast zu Ende, die ersten Stunden des neuen Tages waren schon verstrichen. Fast alle Gäste waren gegangen und einige Freunde hatten Micke mitgenommen. Er war zu betrunken, um selbst nach Hause zu kommen oder auf Marie zu warten. Sie war in der Garderobe, packte ihre letzten Sachen zusammen und verabschiedete sich von ein paar engen Freunden. Als sie aus der Tür gingen, hörte sie sie mit jemandem im Flur sprechen. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie seine Stimme erkannte. Es war Per. Sie hatten sich auf der Party nicht alleine gesehen, spielten das dynamische Duo den ganzen Abend lang, immer umgeben von anderen Leuten. Er schloss die Tür hinter sich, als er hereinkam.
„Hallo. Bist du fertig?“, sagte er. Marie war etwas unsicher auf den Füßen, als sie sich zu ihm rumdrehte. Der Alkohol hatte ihr mehr zugesetzt, als sie es gedacht hatte. Sie lehnte sich gegen den Tisch und sagte nichts. Ihre Gedanken reagierten nicht auf die kleine Stimme in ihrem Hinterkopf, die ihr sagte, dass der Abstand zwischen ihr und Per von Sekunde zu Sekunde kleiner wurde. Er ging zu ihr, sprach auch nicht, dachte nicht mal mehr. Nach ein paar Gläsern Wein war er auf Wasser umgestiegen. Er fühlte sich nicht sicher genug, um betrunken zu werden, hatte Angst davor, was er tun oder sagen würde. Jetzt stand er vor der schönen Frau, die ihn in der ganzen letzten Woche in seinen Träumen verfolgt hatte. Und er fühlte sich betrunken, sogar ohne Alkohol.
Es musste nicht gesprochen werden. Er legte seine Hand auf ihre Wange und küsste sie. Sie lehnte sich gegen ihn, brauchte seine Berührung mehr als sonst etwas. Sie teilten langsame, warme, tiefe Küsse, als ob es nur das gäbe, was wichtig wäre. Keine Eile, keine Gedanken an andere Menschen. Überhaupt keine Gedanken. Nur die langsame Bewegung ihrer Münder. Solange, bis Per kein Luft mehr bekam, Er ließ sie los und atmete einen Moment lang tief ein und aus. Marie hüpfte auf den Tisch und zog ihn zu sich, zwischen ihre Beine. Einen Arm legte sie um ihn, ihre andere Hand fuhr durch seine Haare. „Wie konnte das alles passieren? Ich hab mich total verloren“, sagte Marie verträumt und mit weicher Stimme. Per lächelte.
„Ich weiß es nicht, aber es ist mir auch egal“, er nahm sie in seine Arme und hielt sie einen Moment lang fest. Dann schaute er sie wieder an. „Mal was anderes. Was machen wir jetzt? Wird das..wird das etwas?”, seine Stimme war sanft und er hatte einen unsicheren Blick. Marie seufzte. „Gerade jetzt kann ich nur daran denken, was ich vermisst habe, all diese Jahre, die an uns vorbeigezogen sind. Micke und ich haben nicht die beste Zeit. Es wird Zeit für mich, ein paar Entscheidungen zu treffen.“ Per war überrascht, sie so ernst reden zu hören und dass sie so klar wurde. Sicher war sie etwas betrunken und er hatte erwartet, dass sie das Thema „und nun?“ ignorieren würde.
Sie standen noch ein paar Minuten da, in Stille, hielten sich fest. Dann ließ Per sie los und als er sprach, klang seine Stimme seltsam und entrückt. „Wir sollten jetzt nach Hause gehen, die Leute fragen sich bestimmt, warum wir noch hier sind.“ Also gingen sie. Vor dem Café tauschten sie noch einen Blick aus, bevor jeder in ein anderes Taxi stieg.
Wochen später
Marie saß auf de Couch. Sie trug alte Jeans, einen dicken wollenen Pullover und zwei paar Socken. Es war nicht kalt im Haus, aber Marie fror von innen. Eine entsetzliche Kälte, die sich erschaudern ließ und zweifeln und sie ängstigte. Es war nur ein Licht im Wohnzimmer und die Teekanne war so gut wie leer. Sie hatte schon den ganzen Abend auf der Couch gesessen, Buch und Teekanne in Reichweite. Es war fast Mitternacht und jetzt hörte sie, wie sich die Haustür leise öffnete und wieder schloss. Micke war gekommen. Er war am Morgen gegangen, ihr Abschiedskuss war eher kühl und unpersönlich und Marie wurde es seitdem nicht mehr warm. Micke hatte eine lange Fahrt in die Stadt, wo er Proben hatte, einen Auftritt und eine Party mit seiner Band. Jetzt war er zurück und Maries Herz schlug schneller, als sie ihn hörte.
Am Abend zuvor hatten sie einen Streit gehabt. Micke sagte, dass sie zu viele Fragen stellte und sich benahm wie eine paranoide Hausfrau. Als er das sagte, explodierte sie. Die wütende Spannung zwischen ihnen hatte sich schon seit der Release Party aufgebaut, versteckt unter dem Deckmantel einer glücklichen Ehe wuchs es heran und an diesem Morgen hatte Marie einen Ausbruch wie noch nie zuvor.
"Hallo", sagte eine Stimme hinter ihr. Er stand im Türrahmen. Sie drehte sich um und schaute in seine Augen. Er sah müde aus. Er ging durch den Raum und setzte sich neben sie. "Ich habe den ganzen Abend an dich gedacht", er sprach ohne Einleitung, ohne Augenkontakt, er fing einfach an zu reden. "Und ich muss dir etwas sagen: ich bin froh, dass wir diesen Streit hatten." Marie sah ihn, als ob er nicht er selbst wäre. Sie wollte zuhören und verstehen, was er sagte und darüber reden, was passiert war, aber sie wusste nicht, worauf er hinaus wollte.
"Ok", sagte sie langsam.
“Du hattest recht, als du sagtest, du hast manchmal Zweifel, warum du hier biest. Ich fühle genauso wie du. Manchmal vergesse ich auch, warum ich hier bin, in diesem Haus, dieser Stadt, mit dir. Dann seh ich die Kinder und..und dann weiß ich es. Aber..“, er stoppte plötzlich. Er hatte sie immer noch nicht angesehen und schien mehr mit sich selbst zu reden. Als er nicht weitersprach, unterbrach Marie die Stille. „Micke, was versuchst du zu sagen?”, sagte sie und wartete. Er suchte nach Worten und wollte sprechen, aber tat es nicht. Marie seufzte ein paar Mal tief, versuchte, die Tränen wegzuatmen, die sich in ihren Augen ansammelten. Es würde heute nacht zu Ende gehen, sie fühlte es. Das war das Ende.
„Ich denke, ich werde mich von dir trennen.“ Da. Er hatte es gesagt. Der Knoten in seinem Bauch entspannte sich und er wagte es, seinen Kopf zu drehen und sah sie an. Sie saß in der Ecke der Couch, die Beine hochgezogen und ihre Arme um die Beine geschlungen. Ihr Kinn lag auf ihren Knien und sie starrte ihn an. Sie biss sich auf die Unterlippe und hatte Tränen in ihren Augen. „Ich vermisse uns“, flüsterte sie. Er streckte seine Hand zu ihr und legte sie auf ihre. Sie schauten sich an und er nickte langsam. „Ich auch. Aber du weißt auch, dass das nie zurückkommen wird. Wir haben uns auseinandergelebt, lieben uns nicht mehr, Marie.”
Es dauerte etwas, bis Marie klar wurde, was er gesagt hatte. Er hatte bestätigt, dass ihre Ehe am Ende war und dass es keinen Sinn hatte, es nochmal zu probieren. Sie blieb noch sehr lange auf der Couch sitzen und weinte, bis sie einschlief.
Es ist nicht fair. Warum passieren die Dinge nie in der richtigen Reihenfolge, dachte Marie, als sie in der Badewanne lag, einige Stunden später. Micke war früh gegangen. Er sagte ihr, dass er zu einem Freund ginge und dort eine Weile schlafen würde. Sie nickte nur, hörte aber nicht wirklich zu. Das einzige, worüber sie nachdenken konnte, war der Gedanke daran, was sie verloren hatte. Und das war nicht Micke, nein, sie hatte Micke schon einige Zeit zuvor verloren. Aber jetzt hatte sie jemand anderen verloren: Per.
Nur ein paar Tage nach der Release Party hatte Micke ein romantisches Wochenende für sich und Marie organisiert. Sie verbrachten drei Tage alleine auf einer tropischen Insel, hatten nichts zu tun außer in der Sonne zu liegen und in den Wellen des blauen Meeres rumzulaufen. Es war fantastisch, romantisch und ruhig. Marie dachte viel nach und traf ihre Entscheidung direkt nach der Heimkehr. Sie würde bei Micke bleiben. Dieses Wochenende bewies, dass sie zusammen gehörten, die Sache mit Per war nur ein Seitensprung, sie sagte ihm das ein paar Tage nachdem sie zurück war.
Sie hatte ihn in ihr Haus eingeladen eines Nachmittags, direkt nach dem Wochenende mit Micke. Die Kinder waren in der Schule und Micke war nicht da, also hatte sie das Haus für sich. Per hatte Blumen mitgebracht und umarmte sie schon an der Haustür. Sie drückte ihn liebevoll weg, als er ihre Wange küsste. Sie hatten einen kleinen Small Talk, während er ihr ins Wohnzimmer folgte. „Wo ist der Rest der Familie?“, fragte er. Sie sagte ihm, dass alle weg wären und dass sie das Haus für sich hätte. Er nickte zustimmend. Marie brachte die Blumen in die Küche und kam zurück mit zwei Tassen Kaffee. Sie war nervös und hatte total vergessen, was sie sagen wollte. Als sie die Tassen abstellte, stand er plötzlich vor ihr.
„Ich hatte gehofft, dass du alleine bist“, flüsterte er. Er beugte seinen Kopf und küsste sie. Sie reagierte auf die Küsse, es war unmöglich zu widerstehen..als er sie näher an sich zog und den Kuss intensivierte, versuchte sie, ihn wegzudrücken. „Per…Per, ich..“, versuchte sie zu sagen, aber seine Zunge in ihrem Mund ließen sie nicht sprechen. Er führte sie zur Couch. Innerhalb von ein paar Minuten lag er auf ihre und seine Hände waren bereits unter ihrem Shirt. Sie keuchte, das war nicht das, was sie vorgehabt hatte, aber es fühlte sich so gut an, er war so hungrig auf sie und dass war es, warum sie ihn so unbedingt spüren wollte.
Endlich sprach sie, als er damit beschäftigt war, ihren Hals zu küssen. „Per, bitte, hör auf..“, sagte sie sanft. Er schaute sie mit einem überraschten Blick an. „Was?“, sagte er, jetzt mit normaler Tonlage anstatt mit säuselnder Stimme. „Wir müssen reden“, erklärte sie. Also setzten sie sich hin und nach ein paar Schlucken Kaffee, legte sie los wie ein Wasserfall, versuchte zu erklären, wie wichtig es war, dass sie eine Entscheidung traf, dass sie eine getroffen hatte und dass es eine harte Entscheidung war, etwas, dass das Leben vieler Menschen beeinflussen würde, dass sie darüber Tag und Nacht nachgedacht hätte und dass sie.. „Ich verstehe“, unterbrach er sie. „Du hast dich entschieden und ich bin nicht Teil deines Plans?“ Sie sah ihn nicht an, nickte nur langsam.
Marie schauderte. Das Wasser in der Wanne war kalt geworden. Mit einem Seufzen stand sie auf und nahm sich ein Handtuch. Gute Arbeit, Marie, wirklich sehr gut, dachte sie. Es brauchte etwas Talent, sein Leben in nur zwei Wochen komplett zu zerstören. Und das Leben anderer Menschen auch noch..
Sie saß auf dem Bett, cremte sich ein und ein Gedanke ging ihr durch den Kopf. Sollte sie? Nein, sie konnt e unmöglich Per anrufen und ihm das erzählen. Keine Chance. Das würde sie wirklich aussehen lassen wie ein schlechter Verlierer.
Zur gleichen Zeit im südlicheren Teil des Landes, saß Per im Aufnahmestudio mit einer akustischen Gitarre in der Hand. Er war nach Halmstad geflohen, als Marie ihm die Neuigkeiten erzählt hatte. Er brauchte Abstand von allem, von der Dunkelheit, dem kalten Stockholm und wollte herzliche, nette Menschen treffen.
Er spielte die gleiche Melodie immer und immer wieder, während Mats zuhörte. „Und das soll mit diesem Text gehen?“, sagte Mats, schaute auf das Papier in seiner Hand. Per nickte. Mats schüttelte mit dem Kopf.
“Du schaffst es immer noch, mich zu überraschen, Per Gessle. Das wird die ganze erste Reihe zum Weinen bringen, weißt du..“ Mats war nicht begeistert. Dieses Lied war wirklich zum Weinen und er war neugierig, was die Geschichte dahinter war. Aber Per sagte ihm nichts. Gab ihm nur den Text und spielte die Akkorde, die er in seinem Kopf hatte.
Musik zu machen war gut für Per. Er verbrachte viel Zeit mit Mats, schrieb und nahm Material auf. Auf einmal passierte etwas, auf einmal hatte er seine Kreativität wieder. Die Tage verstrichen schnell, die Nächte waren lang und sie feierten viel Parties. Per versuchte, sich selbst in harter Arbeit zu verlieren und Spaß zu haben mit Freunden. Es funktionierte aber nicht. Marie bestimmte immer noch seine Gedanken, die Erinnerung an ihre Unterhaltung hielt ihn nachts wach. Er wollte sie kontaktieren und hatte das Telefon mehr als einmal in der Hand., aber wählte nie ihre Nummer. Er hatte nichts zu sagen, es hatte keinen Sinn, diese Unterhaltung wieder aufleben zu lassen. Sie wäre froh darüber gewesen..
Wenn er nur gewusst hätte, was in Stockholm vor sich ging. Wenn er nur gewusst hätte, dass Marie sich nach ihm sehnte, ihre Nächte mit Lesen, Schreiben oder einfach die Decke anstarren verbrachte. Etwas musste passieren, aber keiner von beiden tat etwas, eine dritte Person musste die Lösung herbeiführen. Es schien so, als ob Clarence in dieser Geschichte eine bestimmte Rolle spielen sollte. Er wusste das, als er Per in Halmstad traf.
Per Mats und Clarence und einige andere Freunde trafen sich zum Mittagessen in ihrem Lieblingsrestaurant in der Stadt. Per und Mats hatten Clarence eingeladen, ein paar Tage vorbeizukommen und sich die neuen Demos anzuhören. Nachdem sie eine Weile daran gearbeitet hatten, wollten sie eine dritte Meinung hören.
“Bedeutet das, dass die Roxette-demos zurückgestellt sind? Oder planst du nicht, sie bald rauszubringen?“, fragte Clarence Üer. Er war neugierig, weil alles so schnell ging. Per war gerade erst zwei oder drei Wochen in Halmstad und er hatte schon eine Menge Leute in den Prozess des Schreibens und Aufnehmens einbezogen. Vor der Veröffentlichung von Maries Soloalbum, hatte Per einige Demos für Roxette aufgenommen, vielleicht für ein neues Album, dass innerhalb eines Jahres erscheinen hätte können. Es war einfach Zeit dafür, das letzte Album lag schon etwas zurück. Per seufzte.
„Ich habe noch nicht darüber nachgedacht“, war seine einfache Antwort, eine glatte Lüge. Er hatte darüber nachgedacht, auch wenn sie nur dazu benutzt werden könnten, Marie anzurufen. „Aber du willst ein Album mit diesen Songs veröffentlichen, oder?“, fuhr Clarence fort. Per nickte nur. Clarence war sicher, dass irgendwas nicht stimmte. Es musste etwas mit Marie zu tun haben, beide hatten sich seltsam verhalten auf der Release Party.
Es dauerte ein paar Tage, bis Clarence herausgefunden hatte, was los war. Am letzten Abend, der Tag bevor er abreiste, sprach Per endlich. Sie saßen in seinem Büro im Hotel Tylösand und nach mehr als einer Flasche Rotwein, ließ er endlich locker. Er stolperte zu Clarence, um ihm noch ein Glas einzuschenken. Sie sprachen über Frauen und Clarence erzählte Per von seiner neuen Freundin. Er war stolz darauf, so eine junge, süße Frau gefunden zu haben und alle seine Freunde wären eifersüchtig. Das Beste daran wäre, dass er sie wirklich liebte, er wusste nur nicht, ob sie das Gleiche für ihn empfand.
“Frauen, Frauen, man kann ihnen nicht vertrauen, mein Freund”, nuschelte Per. „Vertraue ihnen nie. Weißt du, ich habe mich vor einer Weile verliebt.“ Clarence war baff. Erstens war er nicht so betrunken wie Per und zweitens machte ihn dieses Geständnis nur noch nüchterner. Per, verliebt? Das klang absurd. Seit seiner Scheidung von Åsa hatte er deutlich gemacht, dass er keine Frau mehr will und während der letzten Parties sah Per nicht so aus, als ob ihn auch nur irgendeine Frau interessieren würde. „Du hast dich verliebt? Und ist sie denn in dich verliebt?“, fragte Clarence. Per setzte sich auf einen der Stühle. „Ah, ich weiß nicht. Sie sagte, sie wäre, aber jetzt hat sich mich fallen lassen. Ich weiß jetzt Clarence, dass man einer Frau nicht vertrauen kann, sogar wenn sie dein Freund ist.“ Es war einen Moment still im Raum. Clarence etwas geschockt von dem, was Per sagte. Natürlich war er betrunken, aber sein Gehirn funktionierte noch normal. Und ist es nicht so, dass Betrunkene normalerweise die Wahrheit sprechen?
Per sagte danach nichts mehr, obwohl Clarence ihm einige Fragen stellte. Es beschäftigte ihn aber und er dachte immer noch darüber nach, als er in Stockholm am nächsten Morgen ankam. Als der Taxifahrer ihn fragte, wohin er will, gab er ihm nicht seine Adresse…
Per wachte am späten Morgen auf, nachdem Clarence in Stockholm gelandet war. Er hatte einen schrecklichen Kater und in seinem Zimmer sah es furchtbar aus. Er stöhnte laut, als er zum Bad torkelte. Nie wieder Alkohol! Er drehte die Dusche auf und schaute in den Spiegel, wartete darauf, dass das Wasser warm wurde. Er sah grauenvoll aus. Es war ein seltsamer Abend gewesen, er erinnerte sich nur nach an Bruchteile. Clarence war wirklich hartnäckig gewesen in seinem Gespräch über Frauen. Per bekam auf einmal Angst; hatte er Marie erwähnt? Mist, er konnte sich nicht erinnern. Oh, er hoffte, dass er sie nicht erwähnt hatte, oder was passiert war, aber er erinnerte sich, dass er sagte, dass man Frauen nicht vertrauen könne. Und dass er verliebt sei. Er ließ das heiße Wasser über seinen Körper laufen. War er verliebt? Er war nicht sicher. War es normal, an jemanden so sehr zu denken und nicht verliebt zu sein? Oder war es nur Lust? Wenn er an Marie dachte, reagierte sein Körper sofort darauf. Ja, er fühlte viel für sie. Viel mehr und ganz anders als für irgendwen sonst.
„Und jetzt habe ich beschlossen, dich zu besuchen. Ich will nicht in deinem persönlichen Kram rumwühlen, aber ich konnte es nicht länger aushalten, es tut mir leid.“ Clarence stellte seinen Kaffee ab und schaute auf seine Hände. Er fühlte sich etwas schuldig, in Maries Privatleben wie ein Eindringling einzubrechen. Hierher zu kommen ohne Anmeldung, sie mit ihrem Liebesleben zu konfrontieren. Marie saß ihm gegenüber auf der Couch. Sie trug einen weiten Pullover, kein Make-Up und hatte ihr Haar nicht gemacht. Eigentlich sah sie schlecht aus, saß in der Ecke, nippte an ihrem Kaffee. Jetzt schaute auch sie auf ihre Hände. „Ok, dann werde ich dir jetzt erzählen, was passiert ist, aber bitte, wenn Micke das jemals rauskriegt…“, sagte sie mit flehendem Blick. Clarence sagte ihr schnell, dass ihr Geheimnis bei ihm sicher ist.
Und so erzählte Marie ihm die ganze Geschichte, wie es plötzlich passierte, dass sie und Per im Bett landeten und wie sie ihn später zurückwies. Und das Micke sich nun getrennt habe. Clarence war baff, Marie hatte niemandem gesagt, dass sie sich scheiden ließ. Marie dachte, dass es noch genug Zeit wäre, die Presse zu informieren, wenn die Sache dann tatsächlich passierte. Es würde lange dauern und umso länger sie es vor Per verheimlichen könnte, deso besser. „Marie, wie um alles in der Welt..du und Per?, seufzte Clarence. „Es gibt nichts, was ich weniger erwartet hätte als das. Hast du Per erzählt, dass du und Micke euch trennt?“, fragte er. Marie schüttelte mit dem Kopf. „Ich weiß nicht, wie..ich, ich will einfach alles vergessen. Es ist schmerzvoll genug. Und Per und ich zusammen, na komm, denkst du wirklich, das klappt?“, ihre Augen sahen fragend aus. Er fragte sich, ob sie das wirklich interessierte. „Ich weiß nicht, ich fühle nicht, was du fühlst“, sagte er. „Aber ich glaube, dass du deinem Herzen folgen musst, vertraue deinen Gefühlen. Manchmal haben sie recht, weißt du.“ Dann stand er auf. „Ich werde jetzt nach Hause fahren, ich bin müde, die Woche war anstrengend Gessle hatte Party-Laune und er war nicht zu stoppen.“ Marie nickte und brachte ihn zur Tür. Clarence wollte noch nicht aufgeben, nicht jetzt. „Vielleicht solltest du dich mit ihm treffen, im Süden“, schlug er vor. Sie starrte ihn an. „Aber wenn du schon denkst, dass es seltsam ist, was werden dann erst andere Leute denken?“, fragte sie sanft, schaute auf den Boden. Das Taxi war nun da. Clarence griff Marie an dem Arm und küsste ihre Wange. „Seit wann interessiert es dich, was andere Leute denken?“, war sein letzter Kommentar. Er ging, lächelte und winkte ihr zu.
In der Nacht starrte Marie wieder die Decke an. Sie hörte die Uhr ticken. Es war drei Uhr morgens. Sie seufzte und drehte sich um. Clarence’ Worte schallten in ihrem Kopf: „seit wann interessiert es dich, was andere Leute denken..“..“du musst deinem Herzen folgen..“ „manchmal haben die Gefühle recht, weißt du..“ Sie fragte sich, ob Per auch an sie dachte.
Im Süden schlief Per tief und fest. Seine Stirn war mit Schweiß bedeckt und so auch seine Brust. Er zog an der Decke und drehte sich wild im Bett. „Ja, das ist es..“, flüsterte er. In seinem Traum hob Marie ihre Hüften, um von ihm geliebt zu werden. Er nahm sie langsam und genoss den Blick auf ihrem Gesicht, wenn er wieder und wieder in sie eindrang…dann plötzliche sah er sich selbst am Zaun stehen in seinem Haus in Södermalm. Es regnete, aber er hatte einen Regenmantel an. Marie stand auch dort und sie schrie. Per konnte nicht hören, was sie sagte, er verstand gar nichts. Sie war wütend und schrie und weinte.
“Niemals! Niemals!”, schrie sie. Etwas hinderte ihn daran, zu sprechen. Er versuchte es, aber er brachte keine Geräusche raus und das machte ihn wahnsinning. Er wurde panisch, als sie sich umdrehte und weglief.
“Nein, Marie, nein”, brachte er schließlich raus. Was ein Schrei sein sollte, war nur ein Flüstern und sie hörte es nicht. Sie lief weg. Per setzte sich in seinem Bett auf und ihm wurde sofort klar, dass das nur ein Traum war. Er keuchte und es dauerte etwas, bis er seinen Atem unter Kontrolle hatte. Er lag eine Hand auf seine Brust, sein Herz donnerte und er war total verschwitzt. Er legte sich wieder hin und starrte in die Dunkelheit. Die Nacht war erst zur Hälfte vorbei, doch er war hellwach. Das muss aufhören, dachte er. Er sagte sich selbst, dass er etwas Abstand brauchte. Er musste sie vergessen. Sie hatte „nein“ gesagt und er sollte das respektieren. Trotzdem, er wollte mit ihr reden. Musste ihre Stimme hören. Er brauchte noch eine Abfuhr. Und noch eine. Vielleicht würde sein Herz dann aufgeben..
Später in der Woche, Montag morgen. Nicht wie jeder Tag, dachte Marie. Sie musste den Tatsachen heute ins Gesicht blicken; ein Meeting mit ihrem Anwalt. Sie stand früh auf, zusammen mit den Kindern und winkte dem Auto hinterher, als das Kindermädchen sie zur Schule brachte. Etwas später nahm sie ein Taxi in die Stadt. Als sie das Büro des Anwalts erreichte, war sie erstaunt und wollte am liebsten stumm schreien. Die Presse war dort.
„Oh guter Gott“, seufzte sie. „Gibt es einen anderen Eingang in das Gebäude?“, fragte der Taxifahrer sie. „Nein, ich befürchte nicht, aber danke.“ Sie bezahlte ihn und stieg aus. Der Regen fiel vom Himmel, passte perfekt zu ihrer Stimmung. Sie öffnete den Regenschirm als sie ausstieg und ging zur Eingangstür. Sofort kamen die Reporter auf sie zu, schossen sogar Bilder. „Marie! Stimmt es, dass heute über ihre Scheidung gesprochen wird?“, fragte einer. „Marie! Marie! Hier! Lassen sie sich scheiden?”, fragte ein junger Journalist von Expressen. Sie würde seine hohe, aggressiv-machende Stimme überall erkennen. Ihr Gesichtsausdruck war schmerzvoll und starrte zu Boden, versuchte die Tür zu erreichen. „Entschuldigung, lassen sie mich durch, bitte, wir haben nichts zu sagen“, das war die Stimme von Maries Anwalt. Er drückte sich nach vorn, an sieben Reportern vorbei, bis er bei ihr war, griff ihren Arm und zog sie zur Tür. Als sie endlich drin waren, schloss er die Tür mit einem Schlag und Marie lehnte sich gegen die Wand. Sie fluchte laut. „Es tut mir leid, ich hatte sie nicht bemerkt“, seufzte Lennart Gustavsson. Er ging zu Marie und sie umarmten sich kurz. “Einen Kaffee?”, fragte er. Sie nickte und sah auf einmal sehr müde aus.
Sie saßen im Büro, tranken Kaffee. Seine Assistentin kam mit ein paar Papieren und sagte, dass die Reporter immer noch da wären. „Ich bat sie, zu gehen, aber sie hören nicht. Einer von ihren sagte, dass sie von einer verlässlichen Quelle informiert worden wären und dass sie die Wahrheit von Marie selbst hören wollen.“ Sie blickte zu Marie und fügte hinzu: „Es tut mir leid“, Marie schüttelte den Kopf.
“Nun, vielleicht sollten wir dann was sagen, ich weiß nicht, kann ich mal telefonieren?”, fragte sie Lennart. Er gab ihr das Telefon und sie wählte Marie Dimbergs Nummer. Sie sagte ihr, was passiert war. Mit Dimberg diskutierte Marie, was sie tun sollte. Sie war clever genug, mit der Presse umzugehen, aber sie war nicht sicher, ob sie jetzt schon was sagen sollte oder nicht.
90 Minuten später waren die Dinge geklärt und Marie wollte das Büro verlassen. Lennarts Assistentin hatte ein Taxi gerufen und als es vor dem Haus hielt, waren die Reporter zurück. Marie schaute aus dem Fenster und deutete auf sie. „Nun, so siehts aus. Ich werde nichts sagen, auch wenn ich gerne wissen würde, wer die Quelle ist”, sagte sie. „Wissen sie, Expressen hat immer irgendeine Quelle“, sagte Lennart, wollte sie beruhigen. Sie sah immer noch traurig aus. „Mmh, ich denke nicht, dass sie sich das ausgedacht haben“, murmelte sie.
“Denken sie, es war Micke?”, las er ihre Gedanken. Sie antwortete nicht, sah nur weg. Es war einen Moment lang still. „Ich gehe jetzt besser, hoffe, dass ich bald von ihnen höre.“ Sie verabschiedeten sich und gingen zur Tür. Er ging mit ihr zum Taxi und geleitete sie sicher durch Meute.
Dienstag, Per ist in seinem Studio. Mats war einkaufen und als er zurückkam, schmiss er Per eine Zeitung vor das Gesicht. „Wusstest du davon“, fragte er. Per schaute auf die Zeitung. Es war Expressen. „Marie lässt sich scheiden“ stand auf dem Titelblatt. Direkt unten drunter war ein Bild von Marie im Regen, wie sie aus dem Taxi stieg und sehr ärgerlich aussah. Pers Herz schlug schneller. „Mmh?“ “Ehm..was?”. Per sah ihn nicht an. “Wusstest du das?”, fragte Mats noch einmal. “Nein, nein, ich wusste es nicht, aber hey, denkst du, dass das stimmt?”, sagte Per langsam. Mats zuckte mit den Schultern. „Nun, sie sprechen von einer zuverlässigen Quellen, die Marie sehr nahe steht, also neige ich dazu, es zu glauben“, antwortete er. Per sagte nichts weiter. Er war geschockt und überrascht, wollte wissen, ob das stimmte oder nicht.
Später am Abend fuhr Per durch Halmstad. Er war ein paar Mal an der Straße zu seinem Haus vorbei gefahren, er war gedankenverloren. Gedanken über Marie und den Artikel..Gedanken über das letzte Mal, als sie miteinander redeten. Es schien schon Jahre her zu sein. Er drückte ein paar Knöpfe auf seinem Handy und fand ihre Nummer..es war schon nach elf und ein normaler Dienstag abend..würde er? Nein, besser nicht.
Die Zeitungen ließen Marie nicht in Ruhe. Micke lebe schon seit Wochen nicht mehr dort und die Reporter hatten das mitbekommen. Sie sprach mit ihm nicht mehr, nachdem die Scheidung zur Gerichtssache wurde. Keiner von beiden war da. Die Sache war klar und die Anwälte mussten nichts weiter tun, als Unterschriften von beiden auszutauschen, welche sie zuvor mitgegeben hatten. Marie hatte sich in ihrem Haus versteckt und Marie Dimberg hatte eine Pressemitteilung herausgegeben, die die Scheidung bekannt gab. Die Zeitungen waren am nächsten Tag voll davon und die internationale Presse übernahm die Artikel am nächsten Tag.
In der Zwischenzeit war der Sommer angebrochen. Stockholm war überfüllt und Marie fühlte sich nicht wohl. Sie dachte daran, mit dem Kindermädchen und den Kindern wegzufahren. Ihr Sommerhaus im Süden zog sie dabei nicht in Betracht. Viel zu nah an Halmstad…und Per. Sie wusste, dass er den ganzen Sommer dort verbrachte. Am Ende fuhren sie nach Südfrankreich im frühen Juni. Sie hatte Zeit, zu entspannen, spielte mit den Kindern, hatte lange Gespräche mit dem Kindermädchen. Sie hatte sogar wieder Lust zu arbeiten, aber sie hatte keine Malsachen dabei. Micke rief hier und da an, um nach den Kindern zu fragen. Er hatte eine neue Wohnung in Stockholm gefunden, nicht weit von Marie und den Kindern entfernt. Die Kinder freuten sich schon, nach Hause zu kommen und die Wohnung ihres Vaters zu sehen.
Wie Marie erwartete hatte, verbrachte Per den Sommer in Halmstad. Obwohl es ein schöner Sommer war, war Pers Stimmung nicht viel anders als im Winter, als Åsa ihn verlassen hatte. Zur gleichen Zeit wurde ein Sommerfestival in Halmstad organisiert. Die Bands spielten überall, Clubs, bars und draußen. Hotel Tylösand war ein Teil davon, die Eröffnungsfeier sollte dort stattfinden. Per hatte die Jungs von Gyllene Tider getroffen, sie wollten einen überraschenden Auftritt machen, erst würden sie nur als Gäste erscheinen und sich dann für den Auftritt fertig machen. Das Hotel hatte eine sogenannte „Cover-Band“ gebucht, die Gyllene-Tider-Songs spielen wollte. Während des Auftritts wollten dann die echten Gyllene-Tider-Jungs auf die Bühne kommen und weiterspielen.
Die Einladung zur Feier lag ganz oben auf dem Stapel mit Post, die Marie erwartete, als sie aus Frankreich wiederkam. Es sollte eine nette Party werden, der Dresscode war „schwarze Fliege“ und die meisten schwedischen Künstler würden hinkommen, wie Dimberg Marie später am Telefon erklärte. Sie kamen überein, zusammen hinzugehen und Marie buchte eine Suite im Hotel..der einfachste Weg und das beste Hotel in der Gegend. Trotzdem hatte sie gemischte Gefühle. Sie wusste, dass sie Per sehen würde und das machte sie nervös. Sie hatten seit diesem Abend in ihrem Haus nie wieder gesprochen, als sie ihm eine Abfuhr gegeben hatte. Und sie fühlte sich schuldig, dass sie nie angerufen hatte, um hallo zusagen oder ihm persönlich von ihrer Scheidung zu erzählen.
Micke und die Kinder brachten marie zum Flughafen. Zwischen ihr und Micke war alles geklärt. Es war gut, dass sie sich eine Weile nicht gesehen hatten.
Marie ging es während des Fluges ganz gut. Aber als das Taxi sie am Hotel absetzte, war ihre Nervosität wieder dan. Sie dachte, sie würde direkt auf ihn zu laufen, aber das passierte nicht. Sie checkte ein und saß in ihrem Zimmer, las Zeitungen, bis Dimberg sie anrief. Sie wartete auf sie unten. Dimberg war schon in Halmstad und sie wollten Mittagessen gehen. Als Marie in die Lobby kam, traf sie ein Schock. Dimberg sprach mit Per. Er stand neben ihr und sie sprachen mit einem anderen Künstler. Marie brauchte einen Moment, um sich zu beruhigen. Gott, warum machte ihr das so viel aus?! Mist, sie wollte ihn nicht vor anderen Leuten treffen, und dann wieder: worüber machte sie sich Sorgen? Er war schon so lange ihr Freund gewesen, warum konnte sie sich in seiner Gegenwart nicht normal verhalten? Die drei unterhielten sich und Marie machte sich Mut und ging zu ihnen. Das war wahrscheinlich auch besser so, denn mit ihm alleine zu sein, wäre ihr noch weniger recht gewesen. Sie ging auf sie zu und versuchte, Per nicht anzusehen. Sie konnte seine Präsenz aber nicht ignorieren, er trug ein enges Shirt und eine Jeans, die an ihm sehr sexy aussah.
Per bemerkt Marie bevor die anderen zwei es taten. Er sah sie auf sich zukommen und wurde erregt. Mist! Da war sie. Er hatte gewusst, dass sie runterkam, aber das machte den Schock nicht besser. Er streckte sich, als ob er größer wirken wollte und schaute direkt in ihre Augen. Sie sah erholt aus, frisch, gebräunt und schön. Ihr Haar war schön und sie trug weiß. Einen langen, weiten Rock, der sie romantisch erscheinen ließ. Ein leichtes pinkes Top und eine Jeansjacke unter dem Arm. „Hallo“, sagte sie. Sie wurde von Dimberg und der dritten Person mit einer Umarmung begrüßt und dann war Per dran. Die anderen zwei setzten ihre Unterhaltung fort, so dass sie die seltsame und unpersönliche Begrüßung der zwei Freunde nicht sahen. Per lächelte Marie schüchtern an, was sie ermutigte. Es gab also keine Feindschaft, dachte sie. „Hallo Per, wie geht’s dir?”, fragte sie. “Gut, danke und du?”, sagte er und ging einen Schritt auf sie zu. Sie umarmten sich und es fühlte sich merkwürdig an. Merkwürdig, aber gut. Maries Nase berührte seinen Nacken und sie atmete ihn ein…mhh. Ein leichtes, frisches Aftershave, der Geruch eines frischen Hemdes und vielleicht ein bißchen Schweiß, sie wusste es nicht. Als sie sich losließen und sich ihre Augen wieder trafen, wurden beide rot.
„Es ist schön, dich zu sehen. Ist eine Weile her“, stammelte Per, der zwei Sachen auf einmal sagen wollte. Marie nickte nur. Ihr Herz schlug schnell und ihr Hals war trocken. Dimberg rettete sie. „Sollen wir gehen? Ansonsten geben sie den Tisch weg, komm. Bis später Per”.
Der Rest des Tages war für Per sehr anstrengend. Er sprach mit der Presse und bereitete den Abend vor. Die beiden Maries gingen in die Stadt zum Mittagessen. Natürlich musste sich Marie von Dimberg Klatschgeschichten anhören, da sie ja in der Zwischenzeit nicht da war.
Am Abend
Soziale Kontakte, rumlaufen, sehen und gesehen werden. Das waren die wichtigsten Themen des Abends. In der Zwischenzeit hatte man Spaß und machte Party.
Per war gestresst. Er lief herum und hatte zu viele Sachen im Kopf und er hatte keine Ahnung, was er als Erstes tun sollte. Er trug jetzt einen Anzug, wie auch die anderen Gyllene-Tider-Mitglieder. Ihr Überraschungsauftritt war in einer Stunde. Geschockt nahm er auf einmal eine bekannte Stimme hinter ihm wahr. „Ist er hier? Oh, keine Sorge, ich sehe ihn, danke.“ Das war Marie. Er wusste, dass sie zu ihm kam und er wartete bis zum letzten Moment, ehe er sich umdrehte.
“Hallo”, sagte er, sehr kurz. Er schaute sie an und hatte Schwierigkeiten, nicht zu seufzen. Sie sah wundervoll aus. Sie trug ein silbernes, kurzes Cocktailkleid, strahlte durch und durch. Hohe Absätze, offene Schuhe und eine silberne Juwelenkette machten das Auftreten perfekt. Sie sah ihn an und redete mit ihm, aber er vergaß, zuzuhören. Er starrte in ihren strahlenden Augen. Alles an ihr strahlte. „Hörst du mir zu?“, der ärgerliche Ton in ihrer Stimme brachte in zurück in die Wirklichkeit. „Ehm, tut mir leid“, stotterte er und wurde rot. „Warum kommst du nicht mit mir raus und wir trinken etwas zusammen?“, fragte sie erneut. „Ich ich kann nicht, ich muss hier Dinge erledigen. Ich werde gleich da sein, ok?“ Sie schaute weg. “Wenn du mich nicht mehr sehen willst, dann verstehe ich das”, sagte sie sanft, schaute ihn immer noch nicht an. „Nein nein, ich meine, ich..“ Er beugte sich vor und flüsterte in ihr Ohr: „Ich muss hierbleiben, weil wir gleich auftreten werden. Aber das ist ein Geheimnis, also psst.“, dann schaute er sie wieder an und lachte.
Marie schaute ihn nun auch an und lächelte zurück. Sie fühlte, wie sich die Spannung zwischen ihren Schultern löste. War es, weil er das sagte oder wie er es sagte..er hatte in ihr Ohr geflüstert. Und das Gefühl seiner Nähe blieb noch eine ganze Weile bei ihr, sogar noch als sie wieder im Club war.
Der Auftritt war ein Riesenerfolg, wie die Jungs gehofft, aber nicht erwartet hatten. Der ganze Club sang die Lieder mit.
Nach dem kurzen Auftritt von Gyllene Tider lief Marie durch den Club und Leif’s Lounge und hoffte, Per zu finden. Sie sprach mit vielen Leuten und hatte ein paar Drinks. Aber Per war nicht zu finden. Am Ende beschloss sie, es aufzugeben. Sie war müde und die Party wurde langweilig.
Nachdem sie sich von Freunden und Kollegen verabschiedet hatte, stand Marie alleine im Aufzug. Im zweiten Stock hielt der Aufzug an und Per stieg ein. Maries Herz setzte kurz aus, als sie ihn sah. Er hatte seine Kleidung gewechselt, trug wieder eine Jeans und ein weißes Shirt. Sein Haar war feucht, als käme er gerade aus der Dusche. Das dünne Shirt war nicht komplett zugeknöpft, ein feiner Geruch von Duschgel erreichte Marie als Erstes. Per sah sie nicht gleich. Er drückte einen Knopf, erster Stock, und drehte sich dann um, um die andere Person im Aufzug mit einem freundlichen Nicken zu begrüßen.
“Oh! Hi!”, sagte er und lächelte verlegen. Marie konnte nichts sagen, sie starrte ihn nur an. Er sah gut aus, umwerfend. „Keine Party mehr?“, fragte er sie, während sich die Türen schlossen und der Aufzug nach oben fuhr. „Nein, ich habe dich gesucht.“ „Oh ja, tut mir leid. Ich habe geduscht und dann klingelte das Telefon und…das dauerte etwas.“
Marie konnte seinen Anblick fast nicht ertragen, er sah so gut aus. Sie erwischte ihn, wie er ihre Beine ansah und ging herüber zur Aufzugwand des kleinen Aufzugs.
“Per, ich..”, begann sie, aber stoppte dann. Sie hatte keine Ahnung, was sie sagen sollte. Seine dunklen braunen Augen trafen ihre und er schaute sie fragend an. „Geht’s dir gut?“, fragte er besorgt und kam näher. „Du siehst etwas fiebrig aus.“ Marie kicherte und schaute weg. Er hielt seinen Handrücken gegen ihre Wange. „Oder ist es vielleicht nur der Wein?“
”Du bist es.” Der Ton in ihrer Stimme erschreckte ihn. Ihre Stimme war leise und etwas heiser. Und sie flüsterte. “Marie, wieviel Wein hast du getrunken?”, fragte er. Der Aufzug hielt an, im vierten Stock wo Marie wohnte. Aber sie stieg nicht aus. Sie standen dort, starrten sich an, bis sich die Türen wieder schlossen und der Aufzug sich wieder bewegte. Nun fuhr er runter, da Per ja den Knopf für den ersten Stock gedrückt hatte.
“Ich bin nicht betrunken”, antwortete sie. Sie kam näher und stand nun vor ihm. „Ich habe dich vermisst.“ Per konnte seine eigenen Worte nicht verstehen. Was sagte er da? Warum sagte er das? Er hatte sich doch selbst ein Versprechen abgerungen und konnte es nicht einhalten. Marie antwortete nicht, lehnte sich nur vor und küsste ihn. Ihre Lippen waren feucht und ihr Mund war heiß, ihre Zunge fand ihren Weg in seinen Mund. „Mmh“. Per hatte nicht viel Zeit, über die Situation nachzudenken, oder Marie davon abzuhalten, selbst wenn er es wollte. Er fühlte ihre Hände auf seiner Brust, streichelte sie und Flammen der Erregung durchströmten ihn.
“Oh Marie…” , stöhnte er. Sie drückte ihren Körper gegen seinen, küsste ihn, als ob es sonst nichts auf der Welt gäbe. Pers Hände wurden nun aktiv, er legte sie beide auf ihren Hintern und drückte sanft zu. Als sie mit einem Stöhnen reagierte, drückte er etwas fester.
‘PING!’, der Aufzug hatte den ersten Stock erreicht und die Türen öffneten sich langsam. Geschockt ließen die beiden voneinander ab und starrten in den leeren Flur. Keiner da. Sie standen sich gegenüber, beide im dunklen Licht des Aufzugs. Sie starrten sich an. Per streckte seine Hand aus und drückte die 5. Der oberste Stock, wo er seine eigene Suite hatte. Kaum waren die Türen geschlossen, war er wieder bei ihr. Seine Lippen spielten sanft mit ihren. Er wollte das tun, seit er sie am Morgen gesehen hatte, nachdem er von ihrer Umarmung total mitgenommen war. Sie umarmte ihn fest. „Wo gehen wir hin?”, flüsterte sie. Er küsste sie noch einmal, ehe er antwortete. „In mein Zimmer“, sagte er mit tiefer Stimme, die Marie erschaudern ließ. Er beugte sich vor, um sie zu küssen, als das gleiche „Ping!“ wieder ertönte. Sie waren oben angekommen.
Per nahm ihre Hand und führte sie zu seiner Suite. Es gab eine Art Wohnzimmer mit zwei großen, weichen Sofas und einem kleinen Tisch dazwischen. Im anderen Teil stand ein riesiges Bett. Nachdem Per Marie hereingeführt hatte und die Tür geschlossen hatte, stand er hinter ihr und küsste ihre nackten Schultern. Seine Hände streichelten ihre Arme und er fühlte, dass sie Gänsehaut hatte. Er kitzelte ihren Nacken mit seinen Lippen und Marie legte ihren Kopf auf seine Brust, genoss seine Zärtlichkeiten. Ihr Herz schlug schnell und jeder ihrer Muskeln war angespannt, als sie seine Zunge auf ihrer Haut spürte. „Du riechst so gut“, seufzte er. Eine seiner Hände bewegte sich von ihrem Arm zu ihrem Bauch, dann hoch zu einer ihrer Brüste. All seine Berührungen waren liebevoll, langsam und weich. Marie fühlte sich heiß. Sie wollte, dass alles etwas schneller geht. Sie drückte ihren Hintern gegen ihn und schlang seine Arme fester um sich.
Sie verweilten einen Moment in dieser Umarmung. Marie konnte spüren, wie sich seine Erregung gegen ihren Hintern presste und sie drückte sich noch mehr dagegen. Er stöhnte leise in ihr Ohr. Seine Hände wanderten auf ihren Rücken, um ihr langsam den Reißverschluss ihres Kleides aufzuziehen, er zog es aus und warf es auf den Boden. Seine weichen Hände gingen nun denselben Weg wie schon zuvor: zuerst streichelte er ihre Schultern, massierte sie leicht. Dann über ihre Arme und wieder hoch, über die Schulter zum Rücken. Er berührte ihre Taille nur mit den Fingerspitzen, kitzelte sie fast, bis er ihren Bauch berührte.
Marie drehte sich um und schaute ihn das erste Mal an, seit sie den Raum betreten hatten. „Per..“, sie wollte irgendetwas sagen, etwas das Sinn hatte. Aber sie war verloren, ihr fiel nichts ein. Er küsste sie einfach, es brauchte keine Worte. Sie öffnete sein Shirt, zog es schnell weg und drückte sich gegen seine nackte Brust. Das Gleiche tat sie mit seinen Jeans und bald war er nackt, die Kleidung überall auf dem Boden verteilt. Sie verwöhnte seinen Körper, berührte ihn überall und küsste ihn. Er keuchte, als sie ihn zwischen seinen Beinen berührte.
Während sie ihn streichelte, zog er ihren BH aus und nahm ihre Brüste in seine Hände, massierte sie sanft. Sie ließ nun von ihm ab und ging durch den Raum zum Bett. Er folgte ihr langsam, sah ihr dabei zu, wie sie sich hinlegte. Er hatte am Morgen das Bett nicht gemacht, es war unordentlich und sie konnte seinen Geruch auf dem Laken riechen. Per krabbelte über das Bett zu ihr und küsste sie erneut. Er hätte sie die ganze Nacht lang küssen können. Marie konnte das Gefühl seiner Erregung, die gegen ihren Oberschenkel drückte, nicht ignorieren und sie rutschte etwas näher an ihn ran. Sie wollte ihn so dringend. Sie wollte, dass er sie anfasst. Mit ihren Händen strich sie über seine Brust, bis hoch zu seinem Gesicht. Sie konnte sein Kinn tasten und seine Wangen und dann sein Haar. Er stöhnte sanft, als ihre Hände durch sein Haar fuhren und daran zogen. Er streichelte ihren Bauch und Marie konnte sich nicht beherrschen. Sie drückte seine Hand weiter runter, spreizte ihre Beine und bewegte ihre Hüften. Per verstand die Botschaft und grinste, unterbrach den Kuss. Er betrachtete ihr Gesicht, als er sehr langsam seine Hand weiter hinunter wandern ließ. Er streichelte ihre Schenkel und schaute ihr in die Augen, als seine Finger immer mehr von ihr entdeckten, immer näher und näher kamen.
“Mmh..”, Marie stöhnte auf, als er mit einem Finger in sie eindrang. Immer tiefer, tiefer, ihr Körper verkrampfte sich. Maries Kopf drehte sich von der einen Seite auf die andere, als Per an ihrem warmen, weichen Fleisch rieb. Sein Gesicht kam ihrem näher und er küsste ihre Wange. Sie waren rot, ihr Mund leicht geöffnet und sie keuchte. „Per“, atmete sie seinen Namen erneut. Er reagierte mit weiterem Kreisen an ihrer intimsten Stelle. „Oh! Oh..”, ihr Bauch bebte und er wurde etwas langsamer. „Liebling, du bist so schön“, flüsterte er in ihr Ohr. „So schön..mmh..“, seine tiefe Stimme vibrierte in ihrem Ohr. Er nahm ihr Ohrläppchen zwischen seine Lippen und saugte daran, während seine Finger ihre Bewegung weiter unten fortführten. Er bemerkte eine Veränderung in Marie..ihre Schenkel zitterten zwischen seinen Händen, drückte ihn näher zu ihr.
“Ja..ja..”, flüsterte sie kaum hörbar. Per konzentrierte sich auf diesen einen speziellen Punkt, den er jetzt entdeckt hatte und bewegte seine Finger im gleichen Rhythmus. Sie griff seinen Arm, den Mund weit geöffnet mit einem stummen Schrei. Ihr Rücken hob sich vom Bett ab und sie hielt ihren Atem an, zitterte.
Per lag auf dem Bett neben einer keuchenden, zitternden Marie. Jetzt nahm er seine Hand zwischen ihren Beinen weg, küsste und streichelte ihr Gesicht. Marie drehte sich um, um seinen Mund zu küssen und sie tauschten lange, tiefe Küsse aus. Seine Hand wanderte über ihre Hüfte zu ihrem Hintern und sie drehte sich noch weiter zu ihm, wusste jetzt wieder, dass er da war, seine Erregung drückte sich gegen sie. Sie hob ein Bein an und schlang es um seine Hüfte, drehte sich um und setzte sich auf ihn, drückte ihn auf das Bett runter. Per musste schmunzeln, als sie ihre Hüften auf ihm bewegte und feuchte Punkte auf seinem Bauch hinterließ. Sie wurde nun langsamer und fühlte ihn dann zwischen ihren Beinen.
“Mmh”, stöhnte sie und saß nun aufrecht, bewegte immer noch ihre Hüften. Zuerst nahm sie nur einen kleinen Teil von ihm in sich auf, bewegte sich nach oben und wieder nach unten. Per begann zu keuchen, seine Hände hasteten über ihre Beine. Er bewegte seine Hüften in ihrem Rhythmus, versuchte tiefer in sie einzudringen. Marie grinste und lehnte sich nach vorne. Für einen Moment lag sie still da und konnte in seine Augen sehen. Zärtlich küsste sie seine Lippen und ließ ihre Zunge darüber gleiten. „Mmh“, keuchte er, „du fühlst dich so gut an, Marie.“ Sie fühlte, wie sich seine Hüften unter ihr bewegten und seine Beine zitterten ein wenig. Er schlang seine Arme um sie und drehte sie um, so dass er nun auf ihr lag. Sie grinste erst, aber dann drang er hart und tief in sie ein. „Oh“, entfuhr es Marie, durch die es wie ein Schock fuhr. „Bist du ok?“, fragte er zwischen zwei Atemzügen. „Ja, mach weiter“, flüsterte sie zurück. „Langsamer?“ „Nein, härter, ich mag es, wenn du..oh!“ Marie konnte den Satz nicht beenden, da Per erneut fest zustieß. Sie drängte ihn, noch schneller und härter zu werden, hatte ihre Händen auf seinem Hintern. Sie reagierte auf all seine Bewegungen mit einem Seufzen oder einem Stöhnen und flüsterte Dinge in sein Ohr. Per wurde fast verrückt, das war zuviel. Er wurde schneller, wie sie es wollte und nahm sie hart.
„Oh Gott, du machst mich wahnsinnig“; flüsterte er ihr zu. Für einen Moment wurde er still, küsste nur eine weiche Stelle an ihrem Hals. Sie verblieben in dieser Umarmung, die Beine verschlungen und streichelten sich sanft. Per hob seinen Kopf an und schaute sie an. „Ich..ich will etwas sagne, aber ich weiß nicht was.“ “Kann ich hier schlafen?” „Natürlich.“
[Note: Ich weiß nicht, wie ich diese Geschichte beenden soll, also hört sie hier auf. Tut mir leid, es führt jetzt einfach nirgendwo mehr hin, ich hab irgendwo das Gefühl dafür verloren. Eigentlich ist die Geschichte hier zu Ende...und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.]