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Fanfiction

Hätte ja sein können
Autor: Bluesue

Als sie erfuhren, dass Marie schwanger war, konnten sie sich kaum fassen, so glücklich waren sie. Ihr ging es auch sehr gut während der Schwangerschaft.

Inez Josefin wurde am 29. April 1993 geboren, ein niedliches Baby, das schon jetzt beiden Eltern ähnlich sah.

Per und Åsa besuchten sie natürlich im Krankenhaus. Es war nicht einfach für Åsa, Marie mit Josefin zu sehen. Sie ging auch vor Per. Er fühlte sich gemein und egoistisch. Er wusste, dass sie sich schon seit einer Weile ein Kind wünschte. Er hatte damit nun gar keine Eile. Er mochte Kinder auch nicht besonders.

Marie legte ihm Josefin in die Arme. Instinktiv hielt er sie richtig und die Gefühle überfielen ihn geradezu. In seinem Gesicht erschien ein weicher, liebevoller Ausdruck. Er streichelte die samtige Wange des Baby's und küsste ihre Fingerchen.

„Hm, ich glaube, ihr beide werdet euch gut verstehen“, meinte Marie ruhig.
Er nickte und schaute unverwandt auf die schlafende Josefin. Marie war so gerührt von Per’s Verhalten. Er fragte sie wie sie sich nach dem Kaiserschnitt fühlte, ob sie ok war. Irgendwann nahm sie seine Hand und drückte einen warmen Kuss hinein. Per wurde richtig verlegen.
„Wofür war das denn?“ wollte er wissen.
„Das weisst Du ganz genau. Du wirst ein hinreissender Vater sein, Per.“

Er fand Åsa zu Hause im Wohnzimmer bei einem Buch. Sie sah zu ihm auf und ihr fiel die Kinnlade runter. Da stand er mit Rosen und Champagner und einem idiotischen Lächeln.

„Was meinst Du, mein Woody-Mäuschen; wollen wir im August heiraten und auch so einen süssen Frosch wie Josefin produzieren?“

Åsa hatte ihn noch nie so umarmt und sie weinte vor Glück dabei. Sie küssten sich wie die Verrückten und schafften es knapp ins Schlafzimmer, wo sie sich dann die ganze Nacht liebten.

Die Hochzeit wurde schlicht und einfach wunderbar. Marie sang wie ein Engel in der Kirche für ihre Freunde. Alles war so gut, fühlte sich so leicht an, so richtig.



Per und Åsa verreisten für ein Wochenende nach Paris und dann gings ab nach Capri wo die Aufnahmen für Crash Boom Bang weitergingen.


Obwohl niemand darüber ein Wort verlor, begann sich ihr Leben zu verändern.

Marie fand Roxette nicht mehr so wichtig. Sie überliess viel mehr Per’s Entscheidung. Er hatte das bis anhin übersehen. Nun merkte er, dass sie völlig in ihrer Familie aufging und auch ihn nicht mehr wirklich brauchte.

Micke hatte Per’s Platz mehr als übernommen, was natürlich auch richtig war. Per war glücklich für sie, aber es tat weh. Irgendwie hatte er geglaubt für sie immer die Nummer 1 zu bleiben.

Er konnte nicht zu ihr hingehen und darüber reden, es war zu unsinnig, dachte er. So zog er sich zurück.

Marie war total beschäftigt als Frau und Mutter. Sie schüttelte ihr Unbehagen und den leisen Schmerz ab, wenn Per sich kühl und unbeteiligt verhielt. Sie erkannte ihren Fehler nicht, wollte ihn nicht erkennen, aus Angst vor den Folgen.



Sie entfremdeten sich immer mehr und die neue CD sprach Bände. Der Zauber war weg und die Leute reagierten darauf. Viel weniger Exemplare wurden verkauft.

Beiden nahmen es ruhig hin und sagten sich, dass man nicht immer solche unwahrscheinlich hohen Zahlen erreichen konnte. Es war nicht wichtig.


Marie und Micke heirateten, aber nur im engsten Kreis, ohne Åsa und Per. Sie fanden es (Marie fand das) besser Privates und Geschäft auseinander zu halten.



Per konnte nicht beschreiben, wie es in ihm aussah, als er realisierte, dass Marie ihn nicht mal mehr zu ihren engsten Freunden zählte. Nur Åsa ahnte, wie sehr diese Tatsache ihn verletzte. Nicht mal zu ihr sagte er etwas, aber ein paar Bilder aus seinem Büro waren plötzlich weg.

Trotz allem beschlossen sie auf eine 2. Welttournee zu gehen mit Crash Boom Bang. Diesmal war es ganz anders, viel relaxter, partymässig. Es gab keine Spannungen, weil keine Nähe da war. Marie und Per hielten sich voneinander fern, ganz automatisch. Auf der Bühne spielten sie die alten Spielchen. The show must go on...

Marie hatte jedoch Recht gehabt, als sie damals über Per’s Beziehung zu Josefin spekuliert hatte. Diese zwei verstanden sich blind. Sie waren verrückt nacheinander. Sie brachte ihn zum Lachen, rief „Pietschie“ sobald sie ihn sichtete und ihm ging es gut mit ihr.

Per und Åsa versuchten schon einige Zeit ein Baby zu bekommen, aber bis jetzt ohne Erfolg.

Nach einer sehr erfolgreichen Tour flogen sie heim, machten Ferien und erholten sich langsam.

Die Plattenfirma drängte zu einem Best-Of Album. Per schrieb ein paar Bonus-Tracks für die Fans.

Fast keine Promotion wurde für diese CD gemacht und doch ging sie gut weg. Alle Hits waren drauf und die neuen Lieder fanden Anklang.

Ende 95 begann Marie wieder Lieder für ihr fünftes Solo-Album rauszusuchen. Micke wurde ihr Produzent. Sie arbeiteten das erste Mal zusammen und trotz Bedenken verstanden sie sich auch hier und liebten es gemeinsam etwas zu erschaffen.

Per seinerseits rief Gyllene Tider wieder ins Leben. Eine EP erschien mit dem Megahit Gå och fiska. Dieses Lied gewann sogar einen Grammis. Sie machten eine Tour namens Återtaget in Schweden. Es war das Ereignis des Jahres. Alle redeten von den genialen Konzerten.


Marie wurde mitten in den Aufnahmen für ihr Album wieder schwanger. Sie freuten sich so sehr wie damals über Josefin. Marie schwärmte Micke von 5 Kindern vor, woraufhin er nur grinsend die Augen verdrehte. Josefin war ziemlich neugierig, als Marie’s Bauch anwuchs. Als ihr Marie dann erklärte, dass das Baby schon hören konnte, sang Josefin ihm Lieder und erzählte Geschichten. Sie war ein liebes, wenn auch wildes Kind.

Die Beziehung zwischen Marie und Per hatte fast aufgehört zu existieren. Geschäftliches wurde durch Beimes und Diman geregelt. Für Roxette war überhaupt nichts geplant.

Per rief Marie an, als der Termin für den Auftritt im Brottet in Halmstad feststand. Er fragte sie, ob sie nicht Lust hatte für ein Lied dabei zu sein. Warum ihm das in den Sinn gekommen war, wusste er nicht mehr. Er hatte einfach zum Hörer gegriffen. Als sie dran war, Überraschung in der Stimme und Freude, verlor er etwas von seiner steifen Haltung. Sie sagte einfach zu, ohne wenn und aber.

Sie kam alleine, einen Abend vorher. Er holte sie vom Flughafen ab. Nur ganz wenig Leute waren in der Maschine.

Marie fing an zu lächeln, sobald sie ihn sah und fühlte sich plötzlich ganz glücklich. Er grinste sie an und sie begrüssten sich. Er nahm ihr Gepäck ab und sie gingen zu seinem Auto.

Sie fuhren zu Marie’s Haus in Frösakull. Kaum war die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen, drückten sie sich und die Umarmung wurde ganz eng.

Per versteckte sein Gesicht an ihrem Hals, atmete ihren Duft ein. Marie war durcheinander. Sie hatte nie daran gedacht, dass sie sich noch SO fühlen würde in seinen Armen.

Sie liebte Micke sehr und jetzt erweckte Per’s Berührung Sehnsucht in ihr, Sehnsucht nach ihm, Sehnsucht.........

Sie spürte etwas Nasses auf ihrer Haut. Ohne zu denken, umfasste sie sein Gesicht.
„He, was ist denn? Wieso weinst Du?“ wisperte sie, mit einem Blick, dessen Ausdrucks sie sich nicht bewusst war und der Per noch mehr erschütterte.
„Ich weiss es nicht“, murmelte er kaum hörbar, „entschuldige, ja?“
„Bitte, sprich mit mir, Schatz.“ Sie küsste ihn auf den Mund, mehr um ihn zu trösten, als aus Verlangen. Per zuckte zurück.
„Marie, nicht!“ Er keuchte fast, machte einen unsicheren Schritt zurück, konnte nicht weggucken. Ihre Augen drangen in sein Innerstes ein. Seine Kehle war wie zugeschnürt.
„Sag jetzt was!“insistierte sie und fasste wieder nach seiner Hand.
„Also gut“, meinte er und putzte sich verlegen die Nase. Dann schaute er sie ernst an.
„Warum hast du aufgehört meine Freundin zu sein?“ fragte er und Marie seufzte.

Der Moment der Wahrheit war gekommen. Das war ihr in der Sekunde klar geworden, als sie in seinen Armen lag. Ihr Puls raste, es kostete sie viel, ihm ihre tief vergrabenen Gefühle zu offenbaren.
„Bereust Du es gefragt zu haben?“ wollte sie als sie zuende geredet hatte wissen.
„Nein, überhaupt nicht. Ich versteh' Dich doch, aber so kann es nicht weitergehen. Ich brauche Dich, wir brauchen uns, unsere Freundschaft.“
„Ok, lass es uns versuchen“, antwortete Marie.

Per blieb bei Marie in dieser Nacht und sie redeten bis in den Morgen, holten auf.

Natürlich sagte Per Åsa Bescheid. Sie war nur zu froh über ihre Versöhnung. Sie wusste, dass es Per jetzt besser ging. Er hatte wirklich unter Marie’s Verlust gelitten.

Per wachte auf. Irgendwer hatte ihn in den Hintern getreten. Da, schon wieder. Marie lag hinter ihm auf der Couch. Sie waren in ihren Kleidern eingeschlafen, erschöpft, aber selig.

In der klaren Sommernacht beobachtete er ihren sanft gerundeten Bauch. Er sah den kleinen Fuss. Beruhigend streichelte er die Wölbung. Marie öffnete die Augen, nicht wirklich wach.

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