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Hätte ja sein können Autor: Bluesue Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 Micke raste heim, konzentrierte sich tapfer auf die Strasse und liess ganz laut Radio laufen. Angekommen musste er unter die Dusche. Das strömende Wasser beruhigte ihn. Was war da eben abgelaufen? Heute morgen noch hatte er mit seiner Frau zärtlich Liebe gemacht. Marie hatte sich glücklich an ihn gekuschelt danach und ihm gesagt, wie sehr sie ihn liebe. Halt, dass hatte sie ja auch im Gespräch mit Per gesagt, dass sie ihn, Micke liebte. Er verstand nichts, aber auch gar nichts.
Als Micke sich eben hingelegt hatte kam Marie ins Schlafzimmer. Sie erblickte ihren Mann und ein freches Grinsen stahl sich in ihr Gesicht. Sie zog sich so schnell aus, dass er kaum gucken konnte. Mit einem Ruck war die Decke vom Bett und schon warf sie sich auf Micke. Er konnte gar nicht anders als sich von ihr verführen zu lassen und von fehlender Leidenschaft ihrerseits hatte er noch nie was gemerkt. Momentan vergass er seine heimliche Beobachtung und genoss seine Frau von ganzem Herzen.
Marie hatte nicht geplant mit ihrem Best-Of-Album zu touren, jedoch hatte sie nicht mit dem Protest der Fans gerechnet. Via Internet entstand eine Initiative sie zu einer Reihe Live-Auftritten zu animieren. Sie war so gerührt und erstaunt, wie viele E-Mails sie bekam. Schlussendlich brachten sie diese auch zu einem positiven Entscheid in diesem Sommer einen Monat durch Schweden zu reisen.
Per hatte Ferienpläne mit seiner Familie, hatte Marie jedoch zugesagt, sie bei ihrem Halmstadauftritt zu unterstützen.
Die Tour wurde mehr als ein Erfolg. Sie war eine Liebeserklärung der Fans an Marie und sie verstand es auch so. Sie bekam einen wahrhaftigen Seelenaufschwung dadurch.
Als Per sein Versprechen erfüllte und im Brottet auf die Bühne kam, flippten die Leute völlig aus vor Freude. Marie und Per sahen sich an und ihr Blick sprach Bände.
Bei der After-Show-Party blieb Micke an Marie’s Seite. Sie unterhielten sich mit den Eheleuten Attling-Dahlgren und später auch mit Åsa und Per. Marie wunderte sich über ihren Mann. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Micke irgendwas mitbekommen hatte zwischen ihr und Per.
Sie rief Per am nächsten Tag per Handy an, als sie allein zum Schloss in Sölvesborg fuhr. Micke war mit den Kindern noch im Hotel.
Per war in seinem Auto, als das Telephon klingelte. „Hi, ich bin’s. Wo bist Du denn?“ „Hallo, mein Schatz. Ich fahr' grad nach Stockholm. Und Du?“ Sie lächelte in den Hörer, er war so süss zu ihr. „Ich komme soeben in Sölvesborg an. Du, hör mal, fandst Du nicht auch das Micke sich komisch benommen hat gestern abend?“ „Mhm, er klebte förmlich an Dir...Wie kann er was bemerkt haben?“ „Vielleicht hab ich im Schlaf geredet?“ „Oh, das könnte mir auch passieren. Wirst Du ihn fragen?“ „Nein. Schau, ich hab ihn keine Sekunde vernachlässigt. Er kann gar nicht zweifeln an unserer Liebe.“ Per blieb einen Moment ganz still und schluckte. „Und wenn er Dich fragt? Was wirst Du sagen?“ „Kommt darauf an, was er fragt.....Oh Per. Ich kriege Angst. Ich will ihm doch nicht wehtun, genauso wenig wie Du Åsa.“ „Das weiss ich doch.“ „Ich fühl mich so mies. Ich vermisse Dich und darf nicht. Manchmal denke ich schon daran mit Roxette aufzuhören....“ „Ich auch und ich glaube das es dazu kommen wird, Marie.“ „Es ist der einzige Ausweg.“ Per hörte wie ihre Stimme zitterte und wusste, dass sie kurz davor war zu weinen. Ihm tat selber der Hals weh von dem Kloss der drin sass. „Wie werden wir das überleben?“ flüsterte er. „Das müssen wir, das müssen wir einfach.“ Sie sagten 20x mal tschüss und konnten nicht auflegen. Schliesslich kam Per in eine unbenetzte Zone und fiel raus.
Marie schluchzte auf und Per fuhr in eine Rastzone. Er fühlte sich schrecklich und brauchte ziemlich lange, bis er weiterfahren könnte.
Nach Ende der Tour nahm Familie Bolyos Ferien in Thailand. Sie verbrachten wundervolle, ruhige Wochen. Micke war völlig normal zu Marie und so beruhigte sie sich etwas.
Zurück in Stockholm wurde fleissig weitergearbeitet. Im Februar gab es verschiedene Schnuppergigs, d.h. sie traten in diversen Clubs auf, um zu sehen, wie das Publikum reagierte. Mhm, sie wurden bejubelt und die Fans machten ihnen diese Konzerte zur Party.
Promotion war nun ganz anders, doch das merkten nur Marie und Per selber. Sie spielten gute Freunde, versuchten nicht zu viel Zeit miteinander zu verbringen, beschäftigten sich mit ihren Familien. Für Marie war es schlimm, als Micke mit Josefin zurück nach Schweden flog. Als sie vom Airport zurück ins Hotel kam, wartete Per auf sie.
„Hej. Haben wir einen Termin?“ fragte sie betont fröhlich. „Nein. Åsa ist shoppen gegangen und mir ist langweilig. Gabriel ist mit deinem Kindermädchen und Oscar weg, die haben einen Spielplatz gefunden.“ „Oh, ich glaub, ich nehme ein Bad, so lange noch Ruhe ist.“
Sie ging an ihm vorbei in den Lift und er lief hinter ihr her. Er sagte keinen Ton mehr und Marie musste nicht fragen, was er jetzt im Sinn hatte.
„Zieh Dich aus“, flüsterte er und schloss die Badezimmertür zu. Sie hätte jetzt ja protestieren können und so tun, als würde er sie zu etwas zwingen, ihre Verletzlichkeit ausnutzen. Stattdessen tat sie genau was er wollte. Er sah ihr zu, berührte sie nicht ein einziges Mal, sein Blick genügte völlig, dass sie zitterte und kaum stehen konnte vor Verlangen. Als sie nackt war, begann Per sich die Kleider abzustreifen. Beide atmeten richtig schwer und in dem fensterlosen Raum wurde es schnell heiss. Marie stöhnte auf, als er vor ihr stand, mit dem unübersehbaren Zeichen seiner Erregung. Sie machte einen Schritt, im gleichen Moment wie Per und sie prallten zusammen, stolperten und landeten auf dem weichen Teppich. Irgendwie drehten sie sich so, dass er über ihr lag, schliesslich auf ihr. Sie küssten sich, als wenn es die letzte Handlung auf dieser Erde wäre. „Ich liebe Dich“, murmelte Per. „Mmmmmmmh“, antwortete Marie. Seine Hände umschlossen ihren Kopf und sie sahen sich an. Er nahm sie ganz langsam, machte die Augen zu, wieder auf, beobachtete seine Liebste. Sie war wunderschön und sie gehörte ihm allein. Marie wusste was er dachte und erinnerte sich an ihre allererste Nacht und dass sie so damals schon empfunden hatte.
Danach sprachen sie ein ernstes Wort miteinander. Sie verbaten sich gegenseitig jegliche Intimitäten und private Gespräche. Und sie beschlossen Roxette aufzulösen.
Åsa merkte zum ersten Mal, dass etwas mit Per nicht stimmte. Er hatte Alpträume, aus denen er schweissgebadet, atemlos und depressiv erwachte. Sie wartete Wochen, bevor sie den Mut fand, ihn nach dem Grund zu fragen.
„Per?“ Er sass im Bett, Hand auf der Brust. „Entschuldige, ich hab Dich geweckt.....“ „Dir geht’s so schlecht, Schatz. Was ist denn zwischen Marie und Dir passiert? Sie fühlt sich doch auch total mies.“ Einen Knoten im Bauch, wandte Per sich Åsa zu. „Ich kann es Dir nicht sagen. Ich muss das allein durchstehen. Es wird besser, sobald Roxette sich getrennt haben.“ „Was?“ Sie starrte ihn in der Dunkelheit an. „Komm, es hat 15 Jahre gehalten, jetzt reicht es.“ „Warum kannst Du mir nicht sagen, was genau vorgefallen ist? Vertraust Du mir nicht mehr?“ „Sei nicht blöd, natürlich vertrau ich Dir. Bitte mach es mir nicht noch schwieriger. Es hat alles nichts mit Dir zu tun. Ich brauche Deine Stärke und Deine Liebe.“ Er legte sich wieder hin und Åsa schaute ihn an. „Weiss Marie schon von Deinen Trennungsplänen?“ Per nickte. „Sie weiss es.“ „Okay, ich werd nicht weiterfragen, aber ich hab ein wirklich schlechtes Gefühl bei der Sache.“ „Ich weiss, es wird vorbeigehen, versprochen.“
Während der Promotion-Pause blieb Marie mit ihrer Familie daheim. Micke spürte unabstreitbar, dass seine Frau innerlich verkümmerte. Er wusste, woran das lag. Gegen sein sonst so ausgeglichenes Naturell war er jetzt oft ungerecht zu ihr, fuhr sie an und schlief nur noch widerwillig mit ihr. Eines Abends, als die Kinder im Bett waren, suchte Marie eine Aussprache. Ihr war klar, dass Micke im Bilde war, aber sie wollte es von ihm hören.
Er hatte Tränen in den Augen. „Du liebst mich, daran zweifle ich nicht, aber Du liebst auch einen anderen. Was immer Per und Dich davon abhielt ein Paar zu sein; Fakt ist, dass ihr jetzt nicht zusammen seid, weil ihr mit anderen Menschen, mir und Åsa, verheiratet seid und Kinder habt. Für mich reicht das nicht, obwohl ich Dich auch liebe.“
Marie fing an zu weinen. „Ich will Dich nicht verlieren, Micke! Roxette wird aufgelöst. Per und ich haben entschlossen, einander nach dem letzten Promotiontrip nicht wiederzusehen.“ „Glaubst Du im Ernst, dass dies etwas ändern wird? Komm zur Besinnung, Marie. Wann wurde Dir klar, dass Du ihn innig liebst? Das war nicht erst, als ich euch zusammen im Studio beim Kuscheln beobachtete.....“
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