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Fanfiction

Hätte ja sein können
Autor: Bluesue

„Küss mich“, flüsterte Marie. Sie brauchte ihn so sehr, dass ihr alles wehtat und Per ging es genau gleich.

Sie standen ganz lang da, an die Tür gelehnt, hielten einander fest und küssten sich.






Irgendwann hob Per Marie auf seine Arme und trug sie ins Schlafzimmer rüber. Immer noch
voll bekleidet lagen sie sich gegenüber. Jetzt konnten sie einander ansehen, lächeln, sich im Gesicht berühren und noch mehr Küsse tauschen.

„Willst Du wirklich mit mir schlafen?“ fragte Per nach einem besonders langen, aufwühlenden Kuss. Marie lachte leise, rieb ihre Nase an seinem Hals.
„Bitte, ja“, antwortete sie. Damit setzte sie sich hin und knöpfte ihre Bluse auf. Per knipste das Nachttischlämpchen an.
„Ich will Dich sehen“, murmelte er und sie streckte ihm die Zunge raus. Als sie den Büstenhalter auch gleich abstreifen wollte, hielt er sie auf. Grinsend machte er das selbst, aber bloss bis sein Blick auf ihre nackten Brüste fiel. Plötzlich wurde es sehr warm im Zimmer.
„Per!?“ Marie fühlte sich wunderbar, sexy und begehrt. Er öffnete ihre Lederhosen, die eng sassen.
„Du hast so schöne Haut und Du riechst gut. Ich glaub ich würde Deinen Duft unter 1000 Frauen finden können.“ Er verteilte hastige Bussis, hier und da kitzelte er sie mit der Zunge. Und schliesslich trug sie nur ihren Slip und er war noch immer angezogen.
„Ziehst Du Dich nicht aus?“ fragte sie und starrte ihn ziemlich gierig an. Per hatte einen unanständigen Gedanken. Er schüttelte den Kopf. Marie rückte an den anderen Bettrand, weit weg von ihm. Mit den Zeigfingern schob sie ihr Höschen runter. Per biss sich auf die Lippen um nicht laut zu keuchen.
„Wirklich nicht?“ lockte sie ihn weiter und wunderte sich, dass sie nicht aufs Laken tropfte. Dann ging alles sehr schnell. Per hatte seine eleganten Anzughosen förmlich runtergerissen und dann griffen seine Hände nach Marie’s Füssen. Sie schlitterte über den glatten Seidenbezug.
„Hab Dich“, sagte Per mit unsteter Stimme. Marie wimmerte und Per hielt sich nicht mehr zurück. Seine Kleider rieben rauh über ihren Körper. Ihr Innerstes war erfüllt mit seiner Männlichkeit und Stärke. Er wollte in ihr ertrinken. Sie antwortete auf seine Sehnsüchte, wie sie es immer getan hatte. Er machte sich nichts mehr vor. Das hier war es, wonach es ihn verlangte und nur das. Keine andere Frau liess ihn so empfinden wie Marie.
„Ich liebe Dich“, hörte er sie sagen. Er küsste sie sanft.
„Und ich liebe Dich noch mehr.“

Was hier mit ihnen passierte war nicht von dieser Welt. Befriedigung war nur ein Teil davon, das Zusammenkommen, die Unzertrennlichkeit, wenn auch nur temporär, ihrer Körper und das was ihre Seelen sprachen zählte tausendfach.

Sie brauchten eine lange Weile um wieder zur Ruhe zu kommen, auch weil sie sich nicht loslassen konnten. In den Armen des anderen zu sein war zu wichtig.

„Brauchst Du auch was zu trinken?“ fragte Per. Marie drehte den Kopf damit sie ihn ansehen konnte. „Was haben wir da?“ „Lass uns gucken.“ Nackt und Hand in Hand schlenderten sie in den Salon rüber. „Klasse Champagner“, meinte Marie. Er lächelte sie an. „Feiern wir.“
Sie lächelte zurück. „Feiern wir.“

Sie nahmen die Flasche mit ins Bett. Per fand noch eine Schachtel Schokolade hinten im Kühlschrank. Klar spielten sie damit rum und auch mit dem Champagner. Sie wurden aber nicht betrunken, höchstens von ihren Gefühlen. Sie wollten nicht schlafen, jede Sekunde nutzen und wurden früh morgens doch von Müdigkeit übermannt.

Marie lächelte schon, bevor sie richtig erwachte. Sie schnupperte an Pers warmer Haut und öffnete die Augen. Er blinzelte. „Guten Morgen“, flüsterte Marie, küsste seine Wange.
„Guten Morgen selber“, antwortete er und lud sie mit seinem verschlafenen Blick ein...

Die gemeinsame Dusche wurde zu einem neuen Liebesfest. Beide dachten ohne es auszusprechen, dass eigentlich jeder Tag so anfangen sollte.


Das Frühstück nahmen sie in Marie’s Suite ein, damit niemand merken sollte, dass sie bloss ein Bett gebraucht hatten. Wie Kinder tobten sie durch die Zimmer, rangelten miteinander und hätten sich fast nochmal geliebt. Room Service machte ihnen aber einen Strick durch die Rechnung.



Der Flug nach Hause verging rasch und in Stille. Marie und Per sassen in verschiedenen Reihen, aber sie dachten bloss aneinander und ihre Sehnsucht sich wieder zu berühren.

Micke, Åsa und die Kinder warteten auf dem Flughafen in Arlanda. Schuldgefühle und schlechtes Gewissen setzten ein. Die Familie ging vor, wie auch immer sie darunter zu leiden hatten. Die Entscheidungen waren alle getroffen und sie hatten sich daran zu halten.


Die Plattenfirma war in finanziellen Schwierigkeiten und der Warner-Konzern kaufte sie Ende 99 auf. Niemand wusste, was nun geschehen würde.

Roxette hatten schon unter dem schlechten Management gelitten. Die Verkaufszahlen waren dementsprechend lausig. Promotion gab es kaum welche und MTV verbannte sie fast vom Bildschirm, nachdem sie noch bei Joyride jede Single rauf und runter gespielt hatten. So eine Ungerechtigkeit.

Der grösste Hit wurde „Stars“, ein Technostück. Die Fans blieben ihnen trotzdem ziemlich treu. Marie und Per waren entschlossen weiterzumachen.

Im November gingen sie zurück ins Studio. Per war so eifrig das neue Album auf den Weg zu bringen. Er hatte so viele Ideen und Marie auch.

Im Dezember 1999 begann Marie eine Best-Of-CD zusammen zu stellen, für die sie 2 neue Bonus-Lieder schrieb. „Äntligen“, wie die CD und „Det som var nu“. Gleichzeitig fielen ihr auch ein paar englische Songs ein.

Per mochte ihre Stücke und er ermunterte sie ständig. Er wollte sie unterstützen und tat es mit Freude. Ihre Komplimente über seine Sachen und so wie sie sie brachte, mit diesem bewundernden Blick, liessen ihn manchmal in Schweiss ausbrechen.

Am 27. März 2000 fand die Release-Party statt und zwar im Cirkus in Stockholm. Marie trat zu aller Freude live auf. Sie war einfach eine klasse Sängerin.



Per, Åsa und Gabriel waren dort, Eva und Evfa, Patrik Isaksson und natürlich Micke und die Kinder. Josefin und Oscar sahen ihre Eltern das erste Mal richtig auf der Bühne zusammen. Sie applaudierten ihnen kräftig, nur um nach dem Konzert mit den anderen Kindern abzuzuwitschern, Kuchen essen und Limo trinken.

Die Aufnahmen gingen weiter. Sie nahmen hauptsächlich im Atlantis-Studio auf, das in Stockholm liegt. Der Komfort daheim zu sein war gross.

Hier konnten sie lange Nächte zusammen verbringen. Sie arbeiteten näher und besser zusammen als jemals zuvor. Klar gab es Meinungsverschiedenheiten, doch sie hatten wirklich gelernt aufeinander zu hören. Manche Songs waren von eindrücklicher Tiefe und Sinnlichkeit. Sie entsprachen dem, was Marie und Per nicht ausleben durften.


Am letzten Abend, bevor Marie auf ihre Sommertour gehen würde, kam Micke ins Studio, um seine Frau zu holen. Es war eine warme Sommernacht. Klar hatte er einen Schlüssel. Gemurmel vom Innenraum. Er hörte Per und Marie’s Stimmen.

„Ich bin so stolz auf Dich“, sagte Per gerade.
„Und ich auf Dich“, antwortete Marie und gähnte.

Micke lächelte und beschloss sie ein bisschen zu erschrecken. Statt dessen wurde er erschreckt, als er die beiden entdeckte..

Sie sassen am Mischpult. Er sah nur ihre Rücken, aber Marie’s Kopf ruhte auf Per’s Schulter. Per hatte seinen Arm um Marie geschlungen und hielt sie an sich gedrückt.

„Wann hab ich Dir das letzte Mal gesagt, dass ich Dich liebe?“ fragte er jetzt leise.
Marie lachte sanft. „Gestern, bevor ich aus dem Auto ausgestiegen bin, Du Blödmann.“
„Ich weiss, es wird immer schlimmer, Marie.“
„Was sollen wir denn machen?“
„Frag nicht. Es gibt keine Lösung.“
„Das seh' ich auch so. Ich bin so froh habe ich Micke.“
„Diese Worte hätte man jetzt missverstehen können“, meinte Per.
„Ich liebe ihn. Manchmal denke ich, ohne ihn hätte ich es nicht geschafft.“
„Er hat Dich vor mir gerettet.“ Sie runzelte die Stirn.
„Quatsch, er hat mich vor mir selbst gerettet. Er zeigte mir, wie ich Selbstbewusstsein kriege und mich nicht mehr fürchte.“
„Dann verrate mir doch bitte mal, warum Du MICH liebst, Marie? Dazu besteht gar kein Grund.“
Sie mochte es nicht, wenn er so schlecht über sich redete.
„Liebe braucht doch keinen Grund, dass weisst Du doch. Komm, lass uns hier fertig werden. Es ist nutzlos weiterzureden.“ Einen Moment lang fand sein Mund ihren Hals und dann liess er sie los.

Marie drückte auf den Go-Button und als die Musik anging, atmete sie zittrig aus. Per sah das mit einer Mischung aus Begehren und Frust.

Micke war total durcheinander. Er dreht wieder um und verliess das Studio. Von draussen rief er Marie an, um ihr zu sagen, dass er nicht mehr fahren mochte. Da das manchmal vorkam, dachte sich Marie nichts dabei.

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