Fanfiction

Zwischen Sommer und Herbst

Autor: Bluesue

Kapitel 9

Marie verbrachte den Nachmittag im Dahlgren-Attling-Haus, trank Kaffee, Wein und aß gutes Essen. Als sie nach Hause kam, hörte sie ihren Mann und Oscar im ersten Stock arbeiten. Sie zog ihre Schuhe aus und holte eine bequemere Hose aus dem Schrank. "Braucht ihr Hilfe?", fragte sie, als sie reinkam. "Sicher", sagte Micke, reichte ihr einen Schraubenzieher und zeigte was zu machen ist. Oscar unterhielt sie mit einer netten Geschichte. Der Junge hatte eine Phantasie für zwei. Josefin kam von ihrer Ballettstunde zurück und war hungrig. Marie machte ihr eine extra Portion Spaghetti, mit grünen, orangenen und schwarzen Nudeln mit einer Tomatensoße und viel Käse. Der Gurkensalat wurde ebenfalls von allen ohne Murren gegessen und die Ananas zum Nachtisch mochten alle. Die Kinder schliefen schnell ein, nachdem Marie ihnen eine Geschichte vorgelesen und danach das Licht gelöscht hatte.

Marie und Micke trafen sich im Wohnzimmer. "Warum bist du böse auf mich?", fragte Marie unverzüglich. "Vielleicht weil du mich mit Per betrogen hast?", schoss er kalt zurück. "Ok, es tut mir leid, es war nur einmal und es wird nicht wieder passieren", sagte sie total überrascht. "Seltsam..ich kann dir nicht glauben." "Bitte, ich vögel nicht in der Gegend rum" "Seit..naja..diesem Tag in Halmstad..warst du..sagen wir viel wilder im Bett..nicht dass mich das stören würde..aber jetzt weiß ich den Grund." Marie schämte sich. "Woher..?" "Ich hab Åsa getroffen.""Åsa weiß es?", entfuhr es Marie. "Per hat es ihr gebeichtet.""Dieser verdammte Idiot.""Genau und jetzt lassen sie sich scheiden.""Oh mein Gott.""Und ich werde mich von DIR scheiden lassen", sagte Micke. Er erwartete eine bestimmte Reaktion, doch die kam nicht. Sie sah ihn an. "Mach was du willst", antwortete sie und schaltete den Fernseher ein.

Marie und Per blieben auf Distanz, obwohl sie jeden Tag eng zusammen arbeiteten. Per wusste, dass Åsa mit Micke ausging und das gefiel ihm irgendwie. Als die Aufnahmen wieder starteten und Per merkte, dass Micke niemals auftauchte um zuzusehen, ahnte er, dass die Ereignisse wohl auch Maries Ehe überkommen hatten. Sie schien nicht zu ruhig sein, aber auf der anderen Seite war sie eben ruhig, ausgeglichen und sanft. Sie machte ihn verrückt mit sexy Outfits, damit dass sie mit den anderen Musikern flirtete und mit ihrer Stimme, die seine innerste Seele erreichte. Nebenbei war sie sehr nett zu ihm, keine Launen, keine bösen Worte. Manchmal wollte er sie so lange schütteln, bis sie wieder normal wurde.

Marie kämpfte jedoch hart damit, genau so zu sein. Sie wollte nicht wieder schwach werden. Sie wusste, dass seine Wut auf sie nie gewichen war. Micke suchte nach einem Zeichen, dass Per und Marie zusammen waren, aber es war nichts zu sehen. Er sprach mit Asa und sie fragten sich, wie lange es dauern würde, bis sie aufhören würden, sich wie Teenager zu verhalten. Die junge Frau an der Rezeption des Hotels war sehr nervös. Dieser Mr. Gessle war außer sich. "Was meinen sie mit einer Suite? Ich bin sicher, dass sie zwei gebucht haben. Checken sie das nochmal", sagte er wütend. "Hab ich schon. Es tut mir leid, hier, ich kann ihnen die Reservierungs-e-Mail zeigen." Sie legte das Papier vor ihn, gerade als Marie zu ihnen kam. Sie war müde vom Flug, das Wetter war schlecht und das Flugzeug wurde kräftig durchgeschüttelt. Toller Beginn für eine Promotour, dachte sie, immer noch unwohl fühlend.

"Probleme?", fragte sie. Per blickte kurz zu ihr. "Elin hat für uns eine Suite reserviert und das ganze Hotel ist ausgebucht. Keine Chance ein zweites Zimmer zu bekommen. Willst du auf der Couch schlafen?" Die Rezeptionistin stand den Tränen nahe. "Bitte, holen sie nicht den Manager, sie wird mich feuern, und ich brauche das Geld, ich bin nur eine arme Studentin.", flüsterte sie. Per war nicht immun gegen ihre Darbietung. Er lachte sie an. "Es ist nicht ihr Fehler, ok? Natürlich werde ich nicht den Manager rufen, und nun geben sie mir die Schlüssel." "Hier, bitte schön! Ich liebe ihre Musik", sagte sie dann. "Haben sie morgen abend schon was vor?", fragte Per. "Nein, wieso?" "Schreiben sie ihren Namen und ihr Nummer auf. Unser Manager wird sie morgen anrufen und sie in die Show lassen, wenn sie wollen." Das Gesicht des Mädchens hellte sich auf: "Ja, bitte." Per ging zum Aufzug, ohne darauf zu achten, ob Marie ihm folgte. Sie tat es, still. Es war das erste Mal, dass sie alleine waren, seit der Nacht in New York City.

Marie nahm sich ihre Bettsachen von dem großen Bett und brachte es zu der Couch. "Ist es ok, wenn ich gleich schlafen gehe?", fragte sie. Per nickte und verließ den Raum. Er setzte sich aufs Bett, zog seine Schuhe aus. Marie, ihren Kulturbeutel unter dem Arm, lief hinter ihm ins Badezimmer. "Ich werde nicht lange brauchen", murmelte sie. Als sie raus kam, spürte Per dass sie noch nicht ganz trocken war. Sie hatte ihren Pyjama an. Er enthüllte nichts, aber er wusste, was darunter war. Dies würde eine harte Nacht werden. Marie nahm eine Schlaftablette und war fast sofort eingeschlafen. Sie musste fit sein am nächsten Tag.

Per war auch schnell eingeschlafen und wurde vom Weckdienst wach. Er horchte, ob Marie bereits wach war, aber konnte nichts hören. Er nahm eine Dusche und zog sich an. Dann ging er ins Wohnzimmer. Sie schlief, die Decke hochgezogen bis zum Hals. Er lehnte sich zu ihr runter, berührte ihre Schulter. "Marie, es ist Zeit, du musst aufstehen", flüsterte er. Sie bewegte sich, aber hielt ihre Augen geschlossen. Per streichelte ihre Wange: "Honey, ich habe Frühstück bestellt." "Hmm", murmelte sie. Per zog langsam die Decke weg. Sie schauderte. Unbewusst streckte sie ihre Arme aus, um Pers Hals. Sie kuschelte sich an ihn. Sie blieben so, was ihnen wie eine Ewigkeit vorkam, bewegten sich nicht. DieTür klingelte und sie lösten ihre Umarmung, Marie setzte sich auf. "Was?" Per sprintete zur Tür. "Kaffee, nehme ich an", sagte und öffnete dem Kellner. Im Bad, in das sie schnell geflohen war, fragte sie sich, was sie schon wieder getan hatte. Sie hätte keine Schlaftablette nehmen sollen, sie war ganz benommen davon.

Per hatte die Suite verlassen, als er zurückkam, war sie angezogen und geschminkt. Sie setzte sich an den Tisch und frühstückte. Las die Zeitung und wollte sich selbst glauben machen, dass das alles nur ein Traum war. Dimman holte sie ab und sie sprachen darüber, wie sie den Abend gestalten wollten, in welchem Restaurant sie essen wollten und ob noch Zeit war für Shopping. Schneller als gedacht kam der Abend, und damit auch die Show. Der Soundcheck war ok, keine Probleme, die Ausrüstung funktionierte glänzend. Champagner floss in Strömen, das Buffet war riesig, und das neue Album spielte im Hintergrund. Es gab einen großen runden Tisch an dem alle saßen, plauderten, lachten und nochmal die Show Revue passieren ließen. Sie saßen nebeneinander, ihre Knie berührten sich. Schließlich hatte Marie ihre Hand unter dem Tisch. Per hatte darauf gewartet. Er lag seine eigene Hand auf ihre, legte seine Finger zwischen ihre. Er hörte, wie sie den Atem anhielt. Sie trank etwas aus dem Glas, aber ließ seine Hand nicht los.

Es war eine lange Nacht, fast 2 Uhr in der Nacht, bis jeder in seinem Zimmer war.. "Gute Nacht", sagte Marie als sie aus dem Badezimmer kam. "Gute Nacht", antwortete Per, stand auf, nahm sie in die Arme. Er umarmte sie fest, gab ihr einen zärtlichen Kuss und verschwand im Bad. Dieses Mal hatte sie keine Tablette genommen. Sie lag auf der Couch, starrte in die Dunkelheit, hörte auf seine Geräusche, das Klicken als das Licht ausging. Sie stellte sich vor, wie er aussah, wenn er schlief, süß wie ein kleiner Junge. Per stand auf und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Dann lag er sich wieder ins Bett. Für einen Moment dachte Marie daran, die Tür wieder zu schließen, aber sie dachte, dass das sehr albern wäre. Beide schliefen mit dem Gedanken aneinander ein.

Am nächsten Morgen brach die Hektik aus, der Computer war ausgefallen, niemand wurde geweckt, und alle waren zu spät. Per und Marie zogen sich in aller Eile an, teilten sich das Bad zum Waschen und Zähne putzen. Marie hatte Pers Koffer gepackt und dann rannten sie die Treppe hinunter um in den Shuttle Bus zum Flughafen zu steigen um den Flug zurück nach Stockholm zu bekommen. Marie lachte immer noch, als sie in ihren Sitz im Flugzeug fiel. Per keuchte, aber trotzdem rannte auch er vorher zum Flugzeug. Er grinste sie an. "Das war nett", sagte sie. "Und ich bin fast so schnell wie du", ächzte er. Sie tätschelte sein Knie: "Absolut. Es zahlt sich aus, das Fitnessstudio zu besuchen." "Ja, Muskeln überall dort wo sie hingehören". Darüber hatten sie nie gesprochen. Marie nickte und steckte ihre Nase in ein Magazin, dass sie mitgebracht hatte. "Bitte lies nicht, ich will mit dir plaudern", bat Per. Sie wurde rot. "Worüber?" "Zum Beispiel wie süß du am Morgen aussiehst." "Per.""Und dass du deine Nase kräuselst, wenn du schläfst." "Du hast mich beobachtet." "Nur ein paar Sekunden. Warum hast du mir nichts von dir und Micke erzählt?" "Ich denke aus demselben Grund, aus dem du mir nichts von dir und Åsa erzählt hast." "und der wäre", konterte Per. "Du willst nicht, dass ich weiß, was für einen Einfluss dieser Fehltritt auf dein Leben hatte", Marie klang schnippisch. "Exakt." "Noch etwas?" "Ich habe immer noch nicht mein Versprechen eingelöst..nein, antwortete nicht, denke einfach an unser kleines Intermezzo in New York. Ich habe keine Beschwerden von dir darüber gehört. Oder?" Marie schlug auf seinen Schoß: "Halt die Klappe."Einen". "Einen was?""Für jeden Schlag, den du mir gibst, biete ich dir einen Orgasmus an. Und jedes Mal wenn du meinen sexy Körper haust, werde ich dir einen mehr schenken." Per schürzte seine Lippen. Sie sah aus, als wollte sie einen Boxkampf starten. Und dann lachte sie. "Du bist so lustig", sagte sie und widmete sich wieder ihre Zeitung. Er konnte nicht wissen, dass sie nur vorgab zu lesen, da sie die Seiten ganz normal umblätterte. Alles woran sie dachte, war Per, wie er ihren Körper in Exstase versetzte und zwar in jeder erdenklichen verwegenen Art und Weise.