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Fanfiction

Hätte ja sein können
Autor: Bluesue


Als Per zurückkam, sah er die Koffer.
„Hast Du den Flug schon bestellt?“ fragte er.
„Ja, wir fliegen um 2100h.“
„Åsa, ich kann nicht mitfliegen“, begann Per.
„Was ist passiert?“
„Ich hab Marie wiedergesehen, ich glaube sie wohnt hier mit den Kindern.“
„Und?“
„Ich muss mit ihr reden.“
Åsa betrachtete ihren Mann. „Was versuchst Du mir hier zu sagen?“

„Das ich nicht ohne sie sein kann, ich hab's wirklich versucht, wirklich, dass musst Du doch zugeben. Ich war ein guter Ehemann, Du hast nichts vermisst. Aber, jetzt kann ich nicht mehr, ich habe das Gefühl zu sterben, seit ich sie heute gesehen habe. Ich weiss nicht wie ich anders weitermachen könnte. Ich wollte Dich nicht verlassen und muss es nun tun.“

„Das hab ich mir schon gedacht, ich hab euch nämlich auch gesehen. Du sollst wissen, dass ich Dir keine Steine in den Weg lege. Du warst wirklich ein guter Ehemann und ich bereue nichts. Jeder verdient es glücklich zu sein und jetzt geh bitte raus. Komm erst wieder her, wenn ich weg bin.“

Per warf einen letzten Blick auf Åsa und verliess die Suite. Er wanderte ziellos durch die Strassen. Ja, er hatte die richtige Entscheidung getroffen. Auch wenn Marie ihn nicht mehr lieben sollte, er war nun ein freier Mann, er konnte ein neues Leben beginnen ohne Lügen.

Sein Weg brachte ihn irgendwann zu Aquarella. Die Verkäuferin war schon weg, es war dunkel und still in den Räumen. Er hatte sich nie länger aufgehalten. Doch nun musste er etwas wissen. Er öffnete die Schublade mit den Verträgen und suchte nach G.M. Ihm wurde heiss und kalt, als er Gewissheit bekam. G.M. war Marie und die Adresse stand auch dort.

Er lief ins Hotel zurück. Die Suite war leer, bis auf seine eigenen Sachen. Er duschte, zog sich um, stand vor dem Spiegel und fragte sich, ob der junge Kerl mit den leuchtenden, glücklichen Augen darin er selbst war.

Es war spät. Per war sich sicher, dass die Kinder nun im Bett waren. Mit einer Strassenkarte machte er sich auf zu Marie’s Haus. Er fuhr vorsichtig und langsam, obwohl er am liebsten geflogen wäre.


„Mamma, kann ich Dich was fragen?“ Josefin sass neben ihrer Mutter am Swimmingpool.
Marie lächelte sie an. Josefin war so süss, wenn sie ernst wurde. „Immer, Liebling. Was ist denn?“
„Warum bist Du sauer auf P.G.?“ Sie sah wie Marie’s Augen dunkel wurden.
„Ich bin nicht sauer auf ihn, aber er ist nicht mehr mein Freund.“
„Aber er ist traurig und Du auch. Warum könnt ihr euch nicht vertragen? Dann müsstest Du
nachts vielleicht nicht mehr weinen.“
Marie wusste darauf keine Antwort, die Tränen, die seit heute morgen in ihrer Brust sassen, drohten sie zu ersticken. Josefin gab ihr einen Kuss auf die Wange und hopste ins Wasser. Sie fragte nicht weiter.

Spät abends, als die Kinder schliefen und Marie noch einen Teil Bügelwäsche bearbeitet hatte, beschloss sie sich nochmal abzukühlen. Nur mit einem Handtuch trat sie in die Dunkelheit hinaus zum Becken. Das Wasser war warm und erfrischend zugleich. Sie schwamm in ruhigen Zügen, hörte auf das Rascheln der Blätter im Wind und merkte nicht, dass jemand das Grundstück betrat. Per hatte seine Maschine schon am Strassenrand abgestellt, damit die Kinder nicht wach wurden und sie bis an den Toreingang geschoben.
Er lief durchs Tor und vernahm das Plätschern. Er ging ums Haus herum. Er lächelte beim Anblick seiner Liebsten, die mit geschlossenen Augen dahinglitt. Er lehnte sich an einen Baum.

Als sie langsam ausstieg, verschlug es ihm den Atem. Sie hatte nichts an, ihr Körper glitzerte im fahlen Mondschein. Per merkte nicht, wie er fast auf sie zurannte. Er reagierte nur noch.

Marie wirbelte herum, als sie die Schritte hörte. Der Schrei erstarb ihr auf den Lippen, als sie Per erkannte. Bevor sie etwas sagen konnte, hatte er sie schon in den Armen, küsste sie. Ihre Beine knickten ein, sie klammerte sich an ihn. Er stöhnte vor Glück. Er erwachte zum Leben, ihm ging es gut. Endlich war er wieder bei Marie.

Furcht, Schock und Begehren vermischten sich in ihr. Alle Sinne waren auf Per konzentriert. Sämtliche schmerzhaften Spannungen in ihr lösten sich. Per war hier, bei ihr und sie konnte seine Erleichterung, sein Fallenlassen in sie spüren.

Seine Hände und sein Mund berührten sie, als wenn er sich versichern wollte, dass sie noch ganz war, dass es ihr wohl war. Sie machte dasselbe mit ihm. Sie schmeckten sich, schnupperten aneinander, mussten ein bisschen lachen, um sofort wieder ernst zu werden.

Marie fing an ihn auszuziehen, ungeschickt in der Hast seine Haut an ihrer zu fühlen. Er half ihr. Sie unterbrachen den Prozess immer wieder um sich zu küssen, festzuhalten, einfach nur selig über die Gegenwart des anderen.

Ihn so nackt vor sich zu sehen, liess Marie, wie vorher Per, die Kontrolle verlieren. Sie führte ihn zur Liege.
„Hier?“ Das war sein erstes Wort, er brachte das kaum hervor.
„Ja, komm her. Setz Dich!“ Sie kletterte auf ihn, fasste ihn an und er keuchte.
„Bist Du verrückt geworden?“
„Mhm. Gott, was hab ich Dich vermisst.“ Sie küsste ihn inbrünstig und bemächtigte sich seiner mit einem sinnlichen Lächeln.
Per merkte sofort, dass etwas anders war. Er hatte ein bisschen Angst ihr wehzutun.
„Du bist so eng“, flüsterte er und legte seine Hände auf ihre Brüste.
„Du weisst doch wieso“, antworte sie, sah ihn verliebt an.
Er nickte und ihm wurde noch wärmer. Sie hatte wirklich nur auf ihn gewartet, hatte keinen anderen Mann gewollt.


Er hob sie von sich runter. „So geht das nicht, wir machen das Teil kaputt.....wenn wir, äh, leidenschaftlicher werden...“ Marie kicherte. Er legte sie auf die weiche Unterlage, kniete sich an den Boden zwischen ihre Schenkel. „Und jetzt kriegst du Schürfwunden an den Knien“, murmelte sie.

„Das ist egal.“ Danach waren keine Worte mehr möglich. Marie’s Position war derart berauschend für sie beide. Per küsste ihre Füsse, ihre Beine, die hochsensiblen Innenseiten. Marie protestierte leise und er beugte sich zu ihr, küsste ihren Mund, ihre Kehle, endlich ihre fast schmerzenden Brüste. Als er seine Hand leicht und sanft auf ihre Weiblichkeit legte, merkte er, dass sie fast geschrien hätte. Sie deckte ihre Augen mit dem Arm zu. Er streichelte sie und sie warf den Kopf hin und her. Er musste sie jetzt erhören. Er umfasste ihre Hüften, sah sie wieder an. Er hätte schwören können, dass ihre Pupillen in der Dunkelheit schienen. Sie machte ein kleines Geräusch, als er sie nahm, krallte ihre Nägel in seine Arme. Es war schwer für ihn langsam zu bleiben und als ihr noch ein Stöhnen entschlüpfte, vergass er es. Marie hielt sich selbst den Mund zu. Sie hörte Per lachen, fühlte ihn stärker werden, seine Finger gruben sich in ihren schmalen Po. Das reichte vollkommen aus, damit sie sofort zum Höhepunkt kam. Natürlich riss sie ihn mit. Jetzt stöhnte er unkontrolliert, legte seinen Kopf auf ihre Brüste.

Sie fuhr gedankenverloren durch sein Haar. Er sah zu ihr auf.
„Weisst Du warum ich hier bin?“ fragte er.
„Nein, nicht wirklich.“
„Weil ich Åsa verlassen habe.“
Marie setzte sich. „Wie?“
„Dich wiederzusehen heute morgen, hat mir endlich meinen Verstand zurückgegeben. Plötzlich bin ich wie aufgewacht. Aus mit der Lügerei, mit dem Schmerz, den Träumen von Dir. Ein für alle Mal. Wenn Du mich noch willst, ich meine ganz willst. Du kannst mich haben, ich möchte zu Dir gehören.“
„Du gehörst doch zu mir, mein Schatz. Es ist alles in Ordnung.“
„Heute morgen dachte ich das nicht, nein. Ich wollte sterben, als Du mich so kalt abgefertigt hast und dann erinnerte ich mich wieder an den Ausdruck in Deinen Augen.“
Sie schlang die Arme um seinen Hals. „Und was sagte der?“
„Genug, dass ich den Weg hierher fand.“
Sie küsste ihn und sie hielten sich wieder fest. Noch war alles zu neu. Sie mussten einander noch bestätigen, dass sie jetzt wirklich zusammen waren. Das niemand und nichts sie mehr trennte.
„Meinst Du, wir können hier in Frankreich bleiben?“
„Wo sonst? Wir können die Kinder doch nicht aus der Schule nehmen. Wenn Du es allerdings möchtest, wohnen wir auch in Timbuktu....Wherever you go, i’m going to follow...Erinnerst Du Dich?“
„Ja. Frankreich ist ok. Dir wird es gut tun, mal nicht mehr zu arbeiten.“
„Äh, ich hab hier eine Gallerie gekauft...namens Aquarella. Hast Du Dich nicht gefragt, wie ich auf die Adresse gekommen bin?“
„Oh.“
„Du warst wohl zu sehr mit was anderem beschäftigt...“
Marie lachte auf. „Du frecher Hund!“
„Aber Du liebst mich trotzdem?“
Das sagte er wieder völlig ernst.
„Ja, ich liebe Dich.“
Er seufzte zufrieden. „Gehen wir rein? Du hast schon Gänsehaut.“
„Ich hab Champagner da, wenn Du willst.“ Marie nahm seine Hand.
„Ich hab auch welchen mitgebracht.“ Sie grinsten sich an.
„Deine Kleider, Per.“ Er nahm das Bündel achtlos auf, wollte auf keinen Fall Marie loslassen. Zusammen gingen sie ins Haus. Per war heimgekommen.